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Ralf Rangnick streitet mit Spiegel-Autor über Football Leaks

Am Samstag wurden durch eine Veröffentlichung des Spiegels auf Basis von Football Leaks Vertragsinhalte wie Ausstiegsklauseln bei RB Leipzig offengelegt. Ralf Rangnick lieferte sich am Sonntag auf Sky im Talk bei Jörg Wontorra ein hitziges Wortgefecht mit Spiegel-Autor Rafael Buschmann.

Football Leaks enthüllt Vertragsdetails von RB Leipzig

Im Zentrum der Diskussion standen die Finanzen von RB Leipzig. Zuletzt hatte Marco Bode auf dem FAZ-Forum von Wettbewerbsverzerrung gesprochen. Nachdem sich Ralf Rangnick zu den finanziellen Leitplanken bei RB Leipzig äußerte, in deren Rahmen sich die wirtschaftlichen Aktivitäten bewegen, hielt Buschmann seine Recherchen dagegen und führte als Beispiel Yussuf Poulsen an. Der hatte in der dritten Bundesliga 300.000 Euro Aufstiegsprämie vertraglich zugesichert bekommen.

Rangnick will den Spieß umdrehen

„Ich bin bisher davon ausgegangen, dass es sich beim Spiegel um ein seriöses Nachrichtenmagazin handelt“ reagierte der RB-Sportchef sensibel auf die Offenlegung von Verträgen durch Football Leaks. „Wir können aber auch gerne darüber reden, wieviel Sie im Verhältnis zu Herrn Wallrodt verdienen“, drehte er den Spieß von Rafael Buschmann um und zog das Thema auf die persönliche Ebene. „Ich bin so erzogen worden, ich weiß bis zum heutigen Tag nicht, was mein Vater in den jeweiligen Lebensphasen verdient hat. Und meine beiden Söhne wissen auch nicht, was ich verdiene.“ Spätestens jetzt ging es weniger um RB und mehr die Football Leaks.

Voyeurismus einer Neidgesellschaft

In Deutschland lebe man in einer großen Neidgesellschaft und solche Themen seien maximal ein Fall für den Boulevard. „Ich sehe darin keinen journalistischen Mehrwert.“ Den allerdings erklärte Buschmann. „Das hat nichts mit Voyeurismus, wie Sie es unterstellen, zu tun. Mein Chefredakteur setzt sich nicht in eine Sendung und sagt, meine Mitarbeiter verdienen maximal 5.000 im Monat“, spielte Buschmann auf das Salary Cap an, dass RB Leipzig stets verkündete und laut der Recherchen bereits aufgeweicht habe. Das allerdings hatten die Verantwortlichen auch zuvor vorweggenommen.

Football Leaks für Transparenz  im Profifußball

Über der Diskussion schwebte dann das Stichwort Transparenz. „Sie können sagen, das ist der Markt und es ist ein sehr aggressiver Markt. Und bei dem Konstrukt RB muss man erklären, woher das Geld kommt. Früher war es so, dass Millionäre sich einen Porsche gekauft haben, heute kaufen Milliardäre einen Fußballclub“, verkürzte Buschmann das Ansinnen der Veröffentlichung etwas populistisch. Es sei eine journalistische Unabdingbarkeit, da Transparenz reinzubringen.

RB Leipzig oberes Mittelfeld der Gehaltstabelle

Nun kehrte Ralf Rangnick zur Diskussion um einen ungleichen Wettbewerb zurück und hielt dagegen, sich schließlich finanziell noch lange nicht in der Spitzenposition der Bundesliga zu befinden. Während man im letzten Jahr zwischen Platz 10 und 12 auf der Gehaltstabelle stand, schätze er RB Leipzig in diesem zwischen Platz 6 und 8. „Was soll daran verwerflich sein?“, so der RB-Sportdirektor.

Ralf Rangnick kennt keinen Ralph Gunesch

Daraufhin hielt Buschmann vor, dass RB Leipzig den Durchmarsch in die erste Liga stets mit Gehältern jenseits des Ligadurchschnitts gearbeitet hat. Aus der Zeit stammte auch das Beispiel der Poulsen-Prämie und Buschmann ergänzte ein angeblich weit über Niveau liegendes Angebot an Ralf Gunesch. Den wiederum wollte Rangnick schon gar nicht kennen. Wobei er wenigstens dessen Tor für den FC St. Pauli gegen die TSG Hoffenheim mitbekommen haben dürfte, als er dort noch Trainer war.

Worüber wird eigentlich diskutiert?

Anschließend beruhigte sich die Diskussion wieder und Ralf Rangnick führte nochmal aus, wie man mit insgesamt viel Geld von Red Bull in kurzer Zeit einen Champions-League-Teilnehmer aufbaute. Und zog sich auf die Position zurück, schließlich nur Anschubfinanzierung gebraucht zu haben. Denn würde man theoretisch den jetzigen Kader verkaufen, macht RB Leipzig schließlich unbestritten einen satten Gewinn.

Letztendlich verdeutlichte die Diskussion vor allem wieder einmal, dass in dem Zusammenhang meist so vieles miteinander vermengt wird, dass man sich gerne mal im Kreis dreht. Sinnbildlich sagte auch Buschmann mittendrin nach heißer Debatte, bis zu diesem Zeitpunkt habe er noch nichtmal davon gesprochen, das Rangnick und RB Leipzig etwas falsch mache.