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U17-Trainer Blessin: „Zu viel Ehrfurcht” vor Bayern München

Aufbauarbeit: U17-Trainer Alexander Blessin mit Spieler Frederik Jäkel

Aufbauarbeit: U17-Trainer Alexander Blessin mit Spieler Frederik Jäkel
Copyright: imago

Der Nachwuchs des FC Bayern München war eine Nummer zu groß für RB Leipzig. Nach dem verlorenen Rückspiel im U17-Halbfinale (0:2) analysiert Trainer Alexander Blessin die Semifinals und zieht Bilanz der Saison.


Alexander Blessin: „Meine Spieler trauen es sich nicht richtig zu”

Alexander Blessin, nicht nur die Ihrer Spieler, auch Ihre Schultern hängen nach dem Aus ein wenig nach unten. Hatten Sie trotz der deutlichen Niederlage im Hinspiel (0:3) noch Hoffnungen auf den Finaleinzug?
Alexander Blessin: Klar, wir haben eine grandiose Saison gespielt und uns viel vorgenommen. Und dann ist Bayern in diesem Spiel die ersten 25 Minuten effektiv – und wir eben nicht. Es haben Nuancen gefehlt. Dass sie die spielerische Qualität haben, hat man gesehen. Dann heißt es aber, unsere Momente, die wir ja durchaus hatten, konsequenter zu nutzen und mit unserer Spielweise etwas mutiger zu agieren. Doch ich habe immer wieder das Gefühl gehabt, dass es sich meine Spieler gar nicht richtig zutrauen.

Also lag es auch am großen Namen Bayern München?
Ich kann nicht in die Köpfe schauen. Aber es war erkennbar. Es gab in beiden Spielen überhastete Abspielfehler, die sonst nicht passieren. Wenn wir diese Situationen sauberer ausspielen, hätten wir uns mehr Torchancen erarbeiten können.

Wie kam das?
Du nimmst dir viel vor, versuchst psychologisch alles abzurufen, kannst nach zwei Minuten einen super Konter setzen, hast eine Riesenchance. Aber dann verlierst du ihn, hast keine gute Restverteidigung und nicht die richtige Zuordnung und kassierst das Gegentor. Das ist zwar lehrreich, aber bitter.

Woran lag es, dass Ihr Team in beiden Halbfinalspielen kein Tor erzielen konnte?
Die Torchancen hatten wir ja, auch im ersten Spiel. Wenn du aber von acht Torschüssen nicht einmal einen aufs Tor bringst, kann der Ball auch nicht reingehen. Da hat uns die Zielstrebigkeit gefehlt, die wir in der Saison hatten. Schade, denn Bayerns Torwart hatte Riesenprobleme, da hätte auch mal einer reingehen können.


„In der Boxbesetzung nicht so gallig”

Auffällig war, dass Ihr Team nur durch Distanzschüsse gefährlich wurde, kaum einmal hinter die Viererkette der Münchner kam.
Das liegt auch an der Boxbesetzung, um hinter die Kette zu spielen. Wir haben linear agiert, hätten aber diagonal spielen müssen. Dann hätten wir Möglichkeiten bekommen. Aber auch in der Boxbesetzung waren wir nicht so gallig, nicht gut vertreten. Es gab nur ein, zwei Momente, in denen es hätte gefährlich werden können.

Warum haben Sie Toptorjäger Fabrice Hartmann nicht von Beginn an gebracht?
Wenn man sich das erste Spiel anguckt, war das keine Frage: Er kann nicht nur von seinen Offensivaktionen leben. Man hat es gesehen, dass die Bayern, egal welcher Stürmer gespielt hat, auch nach hinten gut gearbeitet haben. Die waren gallig in den Zweikmäpfen, da haben wir heute auch viel liegen lassen. Dadurch macht man einen Gegner stark.

Schulnote für die U17 von RB Leipzig: 1 bis 2

Welche Schulnote geben Sie Ihrem Team für die Saison?
Es war eine richtige tolle Saison, das kann man nicht an zwei Spielen ins Negative ziehen. Deswegen gebe ich eine 1 bis 2.


„Phasenweise sehr viel von der RB-Philosophie gesehen”

Wie viel Red-Bull-Fußball hat man von Ihrem Team schon gesehen?
Ich glaube schon, dass es wichtig und auch zu erkennen war, dass wir uns weiterentwickelt haben. Das misst sich an der Spielweise selbst und vor allem an den Gegentoren, und letztlich auch an den Toren. Da haben wir uns in jeglicher Hinsicht weiterentwickelt. Phasenweise haben wir sehr viel von der RB-Philosophie gesehen. Dass man das natürlich in den zwei Spielen gegen die Bayern nicht so abgerufen haben, wie wir es wollten, hat man auch gesehen. Da war zu viel Ehrfurcht vorhanden, die müssen die Jungs abstreifen.

Sportdirektor Ralf Rangnick hat die Nachwuchsarbeit in der Winterpause heftig kritisiert. Ihr Team war das Aushängeschild in dieser Saison. Wo wird das vereinsintern wahrgenommen?
Wenn wir diesen RB-Fußball spielen, dann freuen wir uns, ruhen uns aber nicht darauf aus. Es geht immer ein bischen besser. Das war auch bei den Siegen zu sehen in den vergangenen Wochen. Auch bei den Jungs sehe ich Fehler, aus denen wir Schlüsse ziehen. Vor allem in dem Bereich, in dem wir immer näher an den Männerfußball rücken, muss man immer die Bereitschaft sehen und die Mentalität. Was Ralf gesagt hat, das ist die Basis – gepaart mit spielerischer Qualität. Die Bayern konnten das gegen uns auf den Punkt abrufen, obwohl sie es in der Saison nicht immer gezeigt haben.

Wie beenden Sie die Saison?
Wir machen an diesem Montag noch ein Spaßtraining, die Trainer machen auch mit, und dann gehen wir etwas essen. Am 9. Juli geht es auch schon weiter.

Das Interview wurde direkt nach dem U17-Halbfinal-Rückspiel iam Spielfeldrand aufgezeichnet.

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