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Werner-Schmähungen und Pyrotechnik-Premiere: TSG gegen RBL aus Fansicht

RB-Fans hatten nach Hoffenheim neben Pyrotechnik auch Gesänge mitgebracht. (Foto: Imago)

RB-Fans hatten nach Hoffenheim neben Pyrotechnik auch Gesänge mitgebracht. (Foto: Imago)

Als es 2016 erstmals zum Duell zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und RB Leipzig kam, glänzten die TSG-Fans mit ironischen Bannern zum „El Plastico“. „Den Fußball zerstört nur einer, Hoffe und sonst keiner“ oder „Grüße an die 4 Sky-Zuschauer“ hieß es damals unter anderem.

Anhänger der TSG Hoffenheim schmähen Timo Werner

Beim fünften Duell beider Mannschaften ging es nicht ganz so selbstironisch zu. Vielmehr überraschten Teile der TSG-Fans mit Schmähungen gegen Timo Werner. Nachdem sich der Stürmer vor dem 1:0 für RB Leipzig an der Grenze des Erlaubten durchgesetzt hatten, schallte ein vernehmbarer „Timo Werner ist ein H…sohn“-Gesang aus dem heimischen Fanblock.

Umso erstaunlicher war der Gesang, weil in der Woche zuvor ähnliche Schmähungen gegen Hopp-Mäzen Dietmar Hopp durch BVB-Fans noch für Empörung gesorgt hatten. „Wir appellieren an alle, ein grundsätzlich respektvolles, tolerantes und faires Miteinander zu bewahren und zu schützen“, hatte die TSG danach auf die Anfeindungen reagiert. Ralf Rangnick hatte erklärt, dass ihm die Anfeindungen „persönlich in der Seele weh tun“.

Auch TSG-Anhänger hatten ihre Solidarität mit Dietmar Hopp am Spieltag mit Plakaten ausgedrückt. „Gegen Hass, mit Herz“ oder „Danke Herr Hopp“ war darauf zu lesen. Das schien kurz vergessen, als der Unmut über den Gegentreffer und das vermeintliche Foulspiel von Timo Werner in der Entstehung zum 0:1 überkochte. Allerdings verstummten die Gesänge auch mit dem Wiederanpfiff der Partie schnell wieder.

Hoffenheim-Fans gegen Hass und für Herz. (Foto: Imago)

Hoffenheim-Fans gegen Hass und für Herz. (Foto: Imago)

Pyrotechnik im Block von RB Leipzig

Eine unerlaubte Premiere gab es derweil im Gästeblock. Dort führte der Überschwang der Emotionen nach einem Tor zu rotem Rauch im Gästeblock. Es war wie die Werner-Gesänge nur eine kurze Episode am Spieltag. Allerdings war es in mehr als neun Jahren Vereinsgeschichte das erste Mal, dass im Fanblock von RB Leipzig Pyrotechnik gezündet wurde. Wenn auch in sehr geringem Umfang.

Wer die Verursacher der unerlaubten, mitten im Supporterkern gezündeten Pyrotechnik waren, ließ sich nicht feststellen. Auf sicht- oder hörbaren Widerspruch stieß der Raucheinsatz bei den umstehenden Anhängern nicht. Lediglich die Hoffenheimer Ordnerschaft beobachtete den Gästeblock nach dem Vorfall mit mehr Aufmerksamkeit als vorher. Nach RBlive-Informationen sollen direkt nach der Partie verdächtige Personen zum Pyro-Vorfall befragt worden sein.

Zuschauerzahlen bei RB Leipzig weiter fallend

Bis dahin verbrachten die Hoffenheimer Ordner einen geruhsamen Nachmittag. Mit nicht einmal 1.000 Anhängern war der RB-Block nicht einmal zu einem Drittel gefüllt. Es waren so wenig RB-Fans wie noch nie bei einem Auswärtsspiel in Hoffenheim. Lediglich zum Auswärtsspiel in Dortmund fuhren diese Saison bisher mehr als 1.000 Fans. Die Zuschauerzahlen sind nicht nur bei Heimspielen, sondern auch bei Auswärtspartien fallend. Zu den Europa-League-Qualispielen reisten teilweise nicht mal zehn Anhänger mit.

In Hoffenheim kam dabei erschwerend dazu, dass es vor Ort keine Eintrittskarten für den Gästeblock zu kaufen gab. Das hatte vor dem Spiel für Ärger bei Fans gesorgt, die fest davon ausgegangen waren, ihre Tickets vor Ort kaufen zu können. Entsprechend sagte manch einer seine geplante Reise nach Sinsheim noch ab.

„Sicherheitsrelevante Gründe“ verhindern Tageskasse in Hoffenheim

RB Leipzig verwies auf „sicherheitsrelevante Gründe“, die in Abstimmung mit der TSG Hoffenheim dazu geführt hatten, dass man keine Tageskasse für den Gästeblock öffnen wollte. Worin diese Gründe bestanden, blieb unklar. Da der Heimbereich ausverkauft war, könnte man Angst gehabt haben, dass Anhänger des Heimteams in größerer Zahl Tickets für den Gästeblock erwerben.

Allerdings gibt es keine bekannten Probleme zwischen RBL- und TSG-Anhängern, wegen derer eine Aufeinandertreffen zwischen Fans beider Vereine als schwierig gelten würde. Zuletzt wurden beim im Heimbereich ausverkauften RB-Auswärtsspiel in Dortmund auch noch vor Ort Tickets für den Gästebereich verkauft.