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Werner zu den Bayern? Rangnick erwartet Ausbildungsentschädigung, stellt Wechsel aber infrage

Stuttgarter Vergangenheit: Timo Werner und Ralf Rangnick. Foto: imago

Stuttgarter Vergangenheit: Timo Werner und Ralf Rangnick. Foto: imago

RB Leipzig gegen den FC Bayern München: Das ist das Vorspiel zum DFB-Pokalfinale in zwei Wochen, ein Eingriff ins Meister-Rennen zwischen FCB und BVB. Und es ist die Partie von Timo Werner gegen seinen vielleicht Bald-Klub.

Möglicherweise. RB-Coach Ralf Rangnick hat den Wechsel seines Stürmers nach München am Donnerstag vor der Partie infrage gestellt. Er meinte: „Es ist reine Spekulation, was einen möglichen Wechsel von Timo Werner zu Bayern München betrifft. Wir wissen konkret nicht, ob sie entschieden haben, ob sie ihn wollen.“ Die Bayern hätten sich jedenfalls noch nicht bei den Sachsen gemeldet.

Kein Kurswechsel

So offen ein Wechsel Werners an die Säbener Straße deshalb sei, so klar äußerte sich Rangnick erneut dazu, was man von einem Transfer erwarten würde. Und zwar eine Wechselsumme. Werner hat bis 2020 Vertrag, er könnte sein letztes Jahr aussitzen und dann ablösefrei gehen. „Unsere Position ist absolut unverändert“, sagte der Trainer und Sportdirektor. „Und wird sich auch nicht ändern. Ich war der Erste, der Anfang Februar in dieser Causa Stellung bezogen hat. Wir wollen nicht, dass wir in ein letztes Vertragsjahr gehen ohne Verlängerung. Aber wenn ich danach gefragt werde, kann ich es formaljuristisch nicht zu 100 Prozent ausschließen. Was wir wollen, ist vollkommen klar, das wissen Timo und sein Berater. Da gibt es keinen Kurswechsel oder Trendwende. Wir wollen, dass er verlängert. Wenn er das nicht tut, streben alle Beteiligten eine Lösung an, wobei er im Sommer wechselt zu einer marktüblichen Ablöse.“

Rangnick pocht auf mündliche Übereinkunft

RB hofft also auf ein Entgegenkommen des Stürmers und seines Berater Karl-Heinz Förster. Dabei verwies Rangnick auf eine Übereinkunft, die man beim Wechsel Werners vom VfB Stuttgart vor drei Jahren getroffen habe. „Es gab Gespräche mit dem Berater, auch über die Laufzeit. Es war der Wunsch, zunächst nur vier Jahre zu machen. Wir haben auch vor dem Hintergrund zugestimmt, dass es die Aussage vom Berater gab, wir spätestens nach zwei Jahren zusammensitzen und dann entweder sowieso verlängern oder man sich trennt.“

Entscheidender Einfluss auf Werners Entwicklung

Rangnick begründete den Wunsch nach Verlängerung des Vertrages oder einer Ablösesumme in diesem Sommer mit Leipzigs Beteiligung an Werners Entwicklung zum Nationalspieler. „Auch wenn es romantisch klingt: Ich finde, wenn es jemals einen Verein gab, der ein Recht hat auf eine Ausbildungsentschädigung, dann ist das hier der Fall. Timo Werner hat die Schritte gemacht, er hat sich entwickelt. Aber was wir als Wegbegleiter, Dienstleister geleistet haben, hatte entscheidenden Anteil. Deswegen finde ich es fair und korrekt, wenn er sich woanders noch schneller entwickeln will, dann aber auch jetzt im Sommer gegen eine branchenübliche Ablösesumme.“

Eine Auswirkung auf Werners Leistung gegen die Bayern sieht er vor dem Hintergrund eines möglichen Wechsels indes nicht: „Was ihn selbst betrifft, kann jeder sehen, wie sich die Formkurve entwickelt hat. Ich habe vor sechs Wochen gesagt, mich interessiert nicht seine Zukunft, sondern seine Form. Und er nähert sich absolut seiner Topform. Er braucht für dieses Spiel oder das in zwei Wochen deshalb auch keine besonderen Empfehlungen oder Ratschläge. Wenn wir es schaffen, möglichst wenig zuzulassen und aus Balleroberungen ins Umschaltspiel zu kommen, hat Timo alle Voraussetzungen, spielentscheidend mitzuwirken.“

(RBlive)