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von Ullrich Kroemer

Irritationen zwischen Capos und Team – Block-Schlägerei unter RB-Fans

Kurvendiskussion: Timo Werner fragt sich, was genau die Capos auf dem Podest nach dem 4:2 in Berlin von ihm wollen.

Kurvendiskussion: Timo Werner fragt sich, was genau die Capos auf dem Podest nach dem 4:2 in Berlin von ihm wollen.
Copyright: imago/Nordphoto

Nach dem 4:2-Auswärtssieg von RB Leipzig bei Hertha BSC hätten die knapp 5000 Fans von RB Leipzig eigentlich beseelt nach Hause fahren können. Doch viele Auswärtsfahrer traten die Rückreise nach Leipzig dennoch mit einem schlechten Gefühl an. Das hatte nichts mit der Leistung der Mannschaft zu tun, sondern mit der Stimmung im Gästeblock.

RB-Fan: „Erscheinungsbild der Kurve war erschreckend”

Wohlgemerkt: Von außen betrachtet war der Support auf den Rängen der RB-Anhänger gut. Die mitgereisten Leipziger in den Blöcken links des Marathontores waren laut und auch auf der Haupttribüne kontinuierlich gut zu hören. Doch im Block selbst nahmen viele die Atmosphäre als vergiftet wahr. Das betrifft den Ton unter den Fans und die Agressivität der Ansagen der Capos ebenso wie übermäßiger Alkoholkonsum vieler bis zu Schlägereien untereinander. „Das Erscheinungsbild der Kurve war in Berlin erschreckend”, sagt ein Auswärtsfahrer. Das betrifft freilich nicht alle Fans, aber die Vorfälle im Block und deren Wirkung summierte sich doch zu mehr als nur Einzelfällen.

Ins Bild passte, dass die Mannschaft nach Abpfiff in die Kurve kam und dort von den Capos mit Vorwürfen konfrontiert wurden, anstatt gemeinsam und geschlossen zu feiern. „Die Kurve hat kein harmonisches Bild angegeben, sondern ein zerrissenes”, sagt ein Fan im Gespräch mit RBlive. „Es geht nicht mehr um die gemeinsame Unterstützung der Mannschaft, sondern mehr um Egos und Vormachtstellungen einzelner Personen und Gruppen.”

Augenzeugen berichten, dass die Mannschaft nach dem Spiel in die Kurve gekommen sei, um gemeinsam mit den Fans zu feiern. Weil man sich offensichtlich nicht einig war, was mit dem Team anzufangen sei, stimmten Anhänger im oberen Teil des Fanblocks Gesänge an. Weil das aber nicht von den Capos weiter unten auf dem Podest ausging, kam es zu Diskussionen – auch mit einzelnen Spielern, unter anderem mit Timo Werner und Yussuf Poulsen. Der Rest des Teams schaute frierend und irritiert zu und trabte letztlich in die Katakomben. „Das waren nur zwei Minuten, aber das fühlte sich an wie eine halbe Stunde – zum Fremdschämen”, sagt ein Anhänger.

„Aggressive” Capos – Vorsänger kündigen Stellungnahme an

Doch nicht nur gegenüber der Mannschaft, auch im Dialog mit den Fans seien die neuen Capos – seit dem Rücktritt von Gründungs-Capo Sebastian im Sommer sortiert sich das Podest gerade neu – deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Als „aggressiv” beschreiben andere Fans die Ansagen der Vorsänger, wenn sie mehr Unterstützung beim Mitsingen und -hüpfen einfordern und dabei die Mitfans mehr beschimpfen als anfeuern. „Dieser Ton ist kontraproduktiv, das motiviert nicht, sondern ist vorwurfsvoll”, heißt es aus der Kurve. Sebastian, der zuvor als Respektsperson im Block anerkannt war, fehle. „Er hat es geschafft, ganz unterschiedliche Fans zusammenzubringen, hat angeheizt, aber sich dabei nicht im Ton vergriffen.” 

Die Capos wollen sich dazu noch erklären. Auch beim nächsten Treffen des Fanverbandes wird der misslungene Auswärtsauftritt Thema sein.

Block-Schlägerei wegen einer Fahne

Denn auch über die Verwirrung um das Feierritual mit dem Team hinaus soll der Leipziger Fanblock kein gutes Bild abgegeben haben.Weil viele schon alkoholisiert aus den Bussen gestiegen waren, kam es zu Pöbeleien und sogar Gewalt untereinander. „Aus ganz banalen Gründen”, beobachteten Augenzeugen. Weil Fans eine Fahne im Weg war, kam es zu einer Schlägerei, an der mehrere Leute aus zwei Fangruppen beteiligt waren. Auch den Umgangston im Block, bei dem Schimpfwort auf Schimpfwort folgte und auch Fans bepöbelt wurden, sowie die mangelnde Hilfsbereitschaft unter den Fans beschreiben Auswärtsfahrer als „unangenehm”.

Von den gewaltfreien, solidarischen und antidiskriminierenden Idealen, welche die damals neu gegründete Leipziger Fanszene vor zehn Jahren prägte, sei am Samstag im Vergleich nicht viel übrig gewesen, bewerten Anhänger, die schon lange dabei sind. Vom Niveau, das mal in der Leipziger Kurve herrschte, hätten sich diejenigen, die den Ton angeben und das Bild prägen, aktuell entfernt – zumindest bei der Hertha. Bei den bisherigen Auswärtsfahrten etwa zu Union Berlin oder nach Mönchengladbach soll die Atmosphäre deutlich angenehmer gewesen sein. (RBlive)

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