Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.

Dicke Luft in der RB-Kabine Eindrücke von Nagelsmanns letztem Heimspiel in Leipzig

Sein letztes Heimspiel als Trainer von RB Leipzig: Julian Nagelsmann

Sein letztes Heimspiel als Trainer von RB Leipzig: Julian Nagelsmann

So ging sie zu Ende, die Zeit von Julian Nagelsmann als Trainer von RB Leipzig bei seinem letzten Heimspiel. Vor und während des 2:2 gegen den VfL Wolfsburg „ohne große Emotionen“, wie der Trainer später berichtete, das habe ihm sein Psychologe „nach Rücksprache“ geraten, Platz zwei war ja noch nicht gesichert. Und dennoch: die ersten Eindrücken von Abschied und letzten Malen schlichen sich an, so wie beim Gang in die Kabine, immerhin zwei Jahre lang Arbeitszimmer des 33-Jährigen und seines Personals.

Nagelsmann behält die Umkleide in der Arena als „ein bisschen zu warm“ und „stickig“ in Erinnerung. Doch der Klub bekomme die dicke Luft „in den Griff“ und arbeite gerade „an einer Lösung“, versicherte der Coach, dem der Schalk halt ständig im Nacken sitzt. Grundsätzlich aber „habe ich mich in der Kabine immer wohlgefühlt“.

Abschied aus Leipzig in einer Woche

Es ist nicht die große Stärke des bald neuen Trainers des FC Bayern München, Gefühle zu zeigen, auch wenn er sich als einen sehr emotionalen Menschen bezeichnet. Sein letzter Satz zu den vergangenen zwei Jahren in der Arena geriet ihm deshalb in etwa so sperrig wie sein vorweggenommener Abschied aus Leipzig vor wenigen Wochen. „Ich habe sicherlich dann in Zukunft sehr gute Erinnerungen an die vielen Heimspiele“, sagte er.

Allerdings ist es auch nicht einfach gewesen, in Stimmung zu kommen. Das Stadion war gegen Wolfsburg genauso pandemieleer wie in der gesamten Saison. Lediglich ein paar mehr „RB-Mitarbeiter“ als sonst standen auf der Haupttribüne und kommentierten von den oberen Plätzen aus lautstark Spiel und Geschehen. So ging auch Abwehrspieler Dayot Upamecano ohne Gesten des Abschied zum letzten Mal auf und wieder runter vom Platz. Der Franzose folgt Nagelsmann ja bekanntlich zum Rekordmeister.

Das war's dann also

Das war’s dann also nach zwei bzw. dreieinhalb Jahren Arena für die beiden. Ein Farewell ohne Blumen, Reden sowie Gesängen (vielleicht auch Pfiffen) von Fans und Rängen. Abpfiff gegen viertel zwölf in der Nacht, und weg waren die zwei.

Upamecano fuhr nach dem Duschen mit der Mannschaft hinüber in die Akademie, wo der Trupp der Sachsen bis nach dem letzten Spiel kommenden Samstag bei Union Berlin in Quarantäne ist. Nagelsmann folgte nach der Pressekonferenz, auf der er verriet, dass "Küchenteam, Bier und Wein" bereitgestanden hätten, um die Heimspielsaison zu verabschieden. Ein doch noch halbwegs versöhnlicher Abschluss nach dem mit 1:4 verlorenen Pokalfinale gegen den BVB drei Abende zuvor. Die Vizemeisterschaft ist den Sachsen nicht mehr zu nehmen, es ist die zweite nach 2017. „Ist alles nicht selbstverständlich, was die Jungs diese Saison abgerissen haben“, sagte Nagelsmann. „Das war charakterlich und körperlich außergewöhnlich.“

Ähnliche Worte, so erzählte er, habe er schon nach dem Spiel in der Kabine seinem Personal „mitgegeben“. Es waren ja weitgehend erfolgreiche und schöne gemeinsame Zeiten, auch wenn sich dieser Eindruck erst noch befreien muss von denen seines vorzeitigen Abschieds sowie dem so bitter verlorenen Pokal-Endspiel. Und ohne Fans, so Nagelsmann, ist nunmal jeder Abschied im Fußball keiner, wie man sich ihn wünscht. Ohne große Emotionen eben. (RBlive/hen)