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von Ullrich Kroemer

„Aktuell kein Meisterkandidat”: Kritisiert Nagelsmann RB zum Titel?

„Wenn wir eine Spitzenmannschaft sein wollen, ...” Trainer Julian Nagelsmann in Dortmund.

„Wenn wir eine Spitzenmannschaft sein wollen, ...” Trainer Julian Nagelsmann in Dortmund.
Copyright: imago/Photoarena/Eisenhuth

Pressekonferenzen vor dem letzten Spiel des Jahres sind eigentlich gute Anlässe, um Bilanz zu ziehen. Was die Ergebnisse angeht, fällt die bei RB Leipzig äußerst positiv aus. Rasenballsport ist Tabellenerster, steht nach den ersten 24 Spielen unter Trainer Julian Nagelsmann kurz vor der Herbstmeisterschaft und in DFB-Pokal und Champions League in den Achtelfinals. Doch Julian Nagelsmann nutzte den Anlass nicht etwa dazu, die positive Tabellensituation zu deuten, sondern vor allem um noch deutlicher als zuletzt den Finger in die Wunden zu legen.

Wir haben in diesen Spielen zu viele fußballerische Probleme
Julian Nagelsmann

Dabei interessierten ihn Kantersiege wie gegen Mainz oder Wolfsburg im Pokal nur am Rande. Vielmehr wurmte den Chefcoach, dass RB in den Spitzenspielen gegen Bayern und Dortmund spielerisch deutlich unterlegen war. Dass die Partien aufgrund guter zweiten Hälften noch unentschieden endeten, interessiert ihn dabei nur am Rande.

„Die zweiten Halbzeiten kommen nur zustande, weil uns der Gegner am Leben lässt. Wir haben in diesen Spielen zu viele fußballerische Probleme, hatten extreme Probleme mit dem Ball etwas anzustellen.” Von 45 Aktionen in einer Halbzeit laufe RB den Gegner in 44 an, nur eine sei aus eigenem Ballbesitz heraus kreiert worden. „Wenn wir eine Spitzenmannschaft sein wollen, müssen sich Anlaufen und Ballaktionen die Wage halten. Das war in beiden Spielen nicht ansatzweise der Fall”, monierte der Trainer deutlich.

Wir waren psychisch gelähmt.
Julian Nagelsmann

In der Phase nach dem 2:0 der Dortmunder „waren wir richtig schlecht, psychisch gelähmt, hatten kaum Tempowechsel zum Attackieren, sind sehr viel quer gelaufen”, analysierte der 32-Jährige. „Da müssen wir uns einfach steigern, brauchen fußballerisch mehr Lösungen, müssen ruhiger sein an der Murmel.” Ein grundsätzliches Problem bei eigenem Ballbesitz, das sich durch die wenige Trainingszeit in den englischen Wochen wieder verschärft habe.

Nagelsmann: Bei Ballbesitz „paar Schritte zurück gemacht”

 Was Nagelsmanns Vorstellungen von Ballbesitzspiel angeht, habe die Mannschaft in den vergangenen Spielen „ein paar Schritte zurück gemacht”. Das wieder aufzuholen und zu vertiefen, sei nun Ziel in der Winterpause. „Ans Attackieren, an Gegenpressing sind die Jungs hier jahrelang gewöhnt. An die anderen Themen leider nicht”, seufzte der Trainer. Auch ein Wink an Leipzigs Ex-Trainer.

Als positiv hob er immerhin die Comebackstärke seines Teams hervor. „Es ist schon eine Qualität, mit einer LMA (Leck mich am Arsch, Anm.d.Red.)-Einstellung aus der Kabine zu kommen”, sagte er. Der Bayer attestierte seinen Spielern ein „teilweise beeindruckendes Selbstverständnis, Spiele zu gewinnen oder Unentschieden zu erreichen, wenn man nicht damit rechnet. Mentalität, Siegeswille ist auf jeden Fall da.”

Nagelsmann: RB Leipzig muss irgendwann gegen Bayern und Dortmund gewinnen

Das klang alles eher nach einer durchwachsenen Hinrunde denn nach Überwintern auf dem ersten Platz, was zeigt, wie wenig sich Nagelsmann vom Tabellenplatz leiten lässt, wie erfolgshungrig er ist und wie schonungslos er sich und andere auch öffentlich kritisiert. Ungewöhnlich für die Fußballbranche. Und das, obwohl mit einem Sieg gegen den FC Augsburg die Herbstmeisterschaft der Klubgeschichte perfekt wäre.

Wenn wir da bleiben wollen, müssen wir Schritte machen
Julian Nagelsmann

„Wir stehen zu Recht da, wo wir stehen. Aber wir sind in unserem aktuellen Status kein Meisterschaftskandidat”, stellte Nagelsmann klar. „Wenn wir da bleiben wollen, müssen wir Schritte machen, weil wir irgendwann auch gegen diese Teams gewinnen müssen. Sonst wird es schwer, vor denen zu stehen.”

Gemeint sind natürlich Bayern und Dortmund, die jedoch selbst Probleme haben. Nicht ausgeschlossen, dass Nagelsmann RBL auch wegen der Schwäche der Topteams bereits in dieser Saison zu einem Titel kritisiert. (RBlive/ukr)

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