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Von Martin Henkel

Plötzlich Pokal-Held Hee-chan Hwang verhilft RB im "Gangnam-Style" mit zwei Torbeteiligungen ins Finale

Hier, der war's! Angeliño und Poulsen (r.) feiern Hee-chan Hwang.

Hier, der war's! Angeliño und Poulsen (r.) feiern Hee-chan Hwang.

„Wir haben Hee-chan ein bisschen gefeiert”, sagte Peter Gulacsi nach dem Pokal-Thriller gegen Werder Bremen, den RB Leipzig Freitagabend an der Weser mit 2:1 gewann. Nichts für schwache Nerven: Alle drei Treffer fielen erst in der Verlängerung. 

Vokabel: ausgerechnet

Die beiden Tore der Sachsen gingen dabei auf Hwangs Konto. Das 1:0 schoss der Südkoreaner selbst (93.), das 2:1 nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Leo Bittencourt (105.) legte er dem schwedischen Kung-Fu-Meister Emil Forsberg mit der Stirn auf (120.). Der Fußballjargon hält für solche Ereignisse eine Vokabel parat: ausgerechnet.

Hwang ist der mit Abstand vergessenste Spieler im Kader der „Roten Bullen", fast schon ein Schatten, der mit den anderen mitläuft, aber weil den Messestädtern die Sonne ja immer von vorn ins Gesicht scheint, immer im Hintergund. Hwang hat von allen gestandenen Profis die wenigsten Startelf-Einsätze in dieser Saison - zwei nämlich, plus 20 weitere Kurzauftritte.

Schuld daran ist u.a. eine Corona-Infektion, die der 25-Jährige von einer Länderspielreise im November mitgebracht hatte. „Er hatte starke Symptome. In den ersten sieben Tagen sei er fast tot gewesen, hat er mir gesagt", berichtete Nagelsmann später im Dezember und gab gleichzeitig eine Warnung aus: "Wir müssen einfach aufpassen. So etwas kann gefährlich sein fürs Herz.”

Es dauert deshalb immer noch, den Stürmer an das Niveau des Teams heranzuführen. Aber die zwei Treffer lassen erahnen, was drin steckt in dem bis zu 15 Millionen Euro teuren Zukauf aus dem vergangenen Sommer, zu dem Nagelsmann nach dem zweiten Treffer als Erstes rannte, um ihn zu feiern. Der Coach trommelte mit den Fäusten in die Luft, ging auf Augenhöhe mit dem kleineren Spieler und hob ihn in die Höhe.

Forsberg: fast vergessen

Auch andere Spieler jubelten Hwang nach Abpfiff ins Rampenlicht. Dani Olmo oder Ibrahima Konaté auf Twitter etwa. Der stille Südkoreaner war es auch, der später in die Kabine die Stimmung kippte. Als er in die Umkleide kam, erzählte anschließend Kapitän Marcel Sabitzer, habe es sich angefühlt, "als hätten wir verloren. Dann haben wir ein Land für Chan reingehauen" - Gangnam-Style des südkoreanischen Rappers Ps ab - "und die Party ging ab."

Was bei aller Freude über den ersten Scorer-Doppelpack des Sommerzugangs unterging, auch Forsberg hatte seinen Anteil. Und keinen kleinen. Erst fünf Minuten im Spiel, um bei einem möglichen Elfmeterschießen als sicherer Schütze anzutreten, brachte der Schwede jede Menge Punch in die letzten Aktionen der Sachsen vor dem Spielende. Und er war da, als Hwang ihn mit der Stirn bediente.

Ein Bild für jedes RB-Geschichtsbuch, wie Forsberg mit einem Kung-Fu-Tritt den Ball ins Bremer Tor und sein Team nach Berlin schoss. Der Klub feierte ihn dafür später im Netz."Emil Forsberg" - stand unter einem Tweet: "Legende".

Ob Hwang den selben Status bei RB erreichen kann, bleibt abzuwarten. Viel spricht gerade aber nicht dafür. Aufgrund seines geringen Einflusses auf das Team in den vergangenen Wochen, begannen diese Woche Gerüchte zu kursieren, der frühere Profi des Hamburger SV und Red Bull Salzburg könnte in die Premier League verliehen oder verkauft werden. Sowohl der FC Everton als auch West Ham United hätten Interesse.

Doch wer weiß denn schon, was ein Spiel alles ändern kann. Vorteil für Hwang: Jesse Marsch wird kommende Saison neuer Trainer. Der US-Amerikaner war sein Übungsleiter und Förderer in Salzburg. (RBlive/hen)