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Von Ullrich Kroemer

Respekt statt Hass Warum wir auch in Zukunft über Julian Nagelsmann berichten

Ein Kommentar von Ullrich Kroemer.

Ein Kommentar von Ullrich Kroemer.

Darf man in Leipzig noch über Julian Nagelsmann schreiben? Ja, natürlich darf man das. Als Fan von RB und natürlich erst recht als Journalist. Weil wir zuletzt in eine Diskussion involviert waren, die uns befremdet hat, wollen wir unsere Position und den Blick auf die Personalie des Ex-RB-Trainers noch einmal erläutern.

Was war passiert: Wir hatten in vier Absätzen über das erste öffentliche Training des FC Bayern mit Nagelsmann und Dayot Upamecano berichtet. Für unser Portal, kein Fanblog, sondern ein journalistischer Newsblog rund um das Thema RB Leipzig, ein normales Vorgehen. Wir haben nach deren Wechseln auch über Ralph Hasenhüttl, Diego Demme oder Timo Werner berichtet. Ebenso wie über die künftigen Karrieren von Ralf Rangnick oder Alexander Zorniger. Ex-Leipziger sind schlicht Teil unseres sehr spezialisierten Themenspektrums.

Nagelsmann landet bei uns nicht auf dem Index

Nun ist die Situation bei Nagelsmann natürlich speziell, weil er zum ärgsten Rivalen übergelaufen ist, und das auch noch vor der Zeit. Das ist uns bewusst. Wir haben es unter anderem in dem Text „Sein Werk bleibt unvollendet” ausführlich beleuchtet. Und ja: Nagelsmann hätte seinen eiligen Abschied aus Leipzig zumindest besser und einfühlsamer erklären können. Stattdessen machte er VW-Bus-Jokes.

Deshalb stellen wir aber einen abgewanderten Trainer nicht gleich auf den Index. Fans mögen das tun, wir als Journalisten tun es nicht. Es ist nicht unsere Aufgabe und auch nicht unsere Überzeugung, Nagelsmann künftig zu ignorieren.

Was steckt hinter dem Hass gegenüber Julian Nagelsmann?

Aber wir fragen uns durchaus: Was steckt hinter diesem Hass gegenüber jenem Trainer, der mit RB den größten internationalen Erfolg geschafft hat und zwei Jahre enorm viel Arbeitskraft und innovative Ideen investiert hat (und dafür natürlich auch gut entlohnt wurde)? Nagelsmann hat in Leipzig weder rebelliert oder gestreikt, noch hat er den goldenen Füllfederhalter von Oliver Mintzlaff mitgehen lassen.

Ja, er hat sich gegen diesen Verein entschieden. Das kann man unterschiedlich bewerten, wie wir es in einem Pro & Contra getan haben. Jeder darf dazu seine Sicht der Dinge haben. So mancher Fan mag sich in seinen Emotionen von Nagelsmann verraten fühlen. Aber jeder sollte bei aller Enttäuschung auch immer bedenken: Es geht hier um Menschen. Die Wut braucht Grenzen, die bei diversen Beleidigungen und sogar Drohungen gegenüber dem 33-Jährigen überschritten wurden. Respekt ist angesagt.

Kritik mit Humor

Wer nun von Nagelsmann nichts mehr wissen und lesen will, dem empfehlen wir die seit Jahrhunderten erfolgreich praktizierte Kulturtechnik des Ignorierens. Niemand muss unsere Texte lesen, nicht alles ist für jeden interessant. Aber von Journalisten zu fordern, generell nicht mehr über ein Thema zu berichten, weil es nicht mit eigenen Emotionen übereinstimmt: Das kann keine Lösung sein.

Die gute Nachricht: Es finden sich auch RB-Anhänger mit Humor unter der empörten Social-Medial-Leserschaft. So kann man Kritik auch mit einem Augenzwinkern äußern - wir haben sehr gelacht:

Doch die leider oft mit Schaum vor dem Mund geäußerte Wut auf Nagelsmann ist einfach nicht angebracht. Das stört uns, weil es nicht der Umgang mit Menschen ist, den wir für richtig halten.

Es war uns ein Bedürfnis, zu erklären, weshalb wir auch in Zukunft – hin und wieder – über Julian Nagelsmann berichten werden. Wie über alle anderen Ex-RBler auch. Niemand muss das lesen. Aber alle sollten damit leben können.

(RBlive/ukr)