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„Irgendwann ist das Fass auch voll” Werner schießt Deutschland zur WM und lässt Kritik „abperlen”

Perfekt gezirkelt: Timo Werner beim 3:0.

Perfekt gezirkelt: Timo Werner beim 3:0.

Timo Werner ging befreit zum TV-Interview. Nach der Kritik der vergangenen Tage waren seine beiden Tore beim 4:0 (0:0) gegen Nordmazedonien am Montagabend eine Erlösung. Als weltweit erstes Team qualifizierte sich die deutsche Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Katar im Winter 2022.

Lothar Matthäus über Timo Werner: „Hat eine Reaktion auf seine Kritiker losgelassen”

„Er hat sich die Chancen erarbeitet, hat beim ersten Tor seine ganze Wut rausgelassen und sein zweites Tor war einfach weltklasse, wie er den Ball ins lange Ecke zirkelt. Wichtig war der erste Kontakt, dass er sich den Ball so hingelegt hat, dass er mit dem zweiten schnell abschließen konnte. Er hat heute zwei schöne Tore geschossen, sich selbst belohnt und eine Reaktion auf seine Kritiker losgelassen.

„Wenn der Trainer auf einen setzt, dann hilft das jedem Spieler“, sagte Werner, der beim 2:1 gegen Rumänien am Freitag noch recht unglücklich agiert hatte. Dass ihm das zunächst zusetzte, sah man auch im Spiel gegen Nordmazedonien. Werner erarbeitete sich in den Zweikämpfen zwar Abschlusschancen, agierte aber unglücklich. Seine Körpersprache kurz vor seinem ersten Treffer wies nicht darauf hin, dass er an diesem Abend nochmal jubeln würde. Doch seine Teamkollegen suchten ihn weiter, so wie Thomas Müller bei der perfekten Vorbereitung des 2:0.

Gnabry: „Stehen alle hinter Timo”

Auch Teamkollege Serge Gnabry stärkte dem Stürmer demonstrativ den Rücken. „Ich denke, das tun wir alle in der Mannschaft. Wir wissen um die Situation: Wenn ein Stürmer das Tor nicht trifft, kommt die Kritik von außen“, sagte der Bayern-Profi. „Mannschaftsintern stehen wir wirklich alle hinter Timo. Er gibt Gas, hängt sich rein, das ist das Wichtigste.“

Bundestrainer Hansi Flick hatte den bis dato glücklosen Stürmer vor der Abreise nach Skopje auch vor der Mannschaft noch einmal explizit bestärkt. „Wir unterstützen alle im Team, wir sind füreinander da, das ist unser Mindset. Die Intensität, die er im Spiel hat, ist einfach klasse. Wir sprechen von einem Spieler, der unglaubliche Qualität hat.“

„Hätte ich mir jetzt zwei Tage lang einen Kopf gemacht, hätte ich nicht spielen können”

Timo Werner betonte, wie gut ihm das tat. „Ich brauche dieses Vertrauen von außen, das gibt er mir zu hundert Prozent. Das versuche ich so zurückzugeben, wie er auf mich baut“, sagte Werner: „Das hat in vier von fünf Spielen gut geklappt.“

Die Kritik, die Häme, die besonders im Internet ausgegossen wird, lasse er nicht an sich heran. „Es muss ja abperlen“, sagte Werner nach seinen Länderspieltoren Nummer 20 und 21, „hätte ich mir jetzt zwei Tage lang einen Kopf gemacht, hätte ich nicht spielen können.“ Sicherlich sei „irgendwann das Fass auch voll. Aber man muss sein Spiel machen. Wir als Mannschaft wissen, was wir können, ich als Spieler weiß, was ich kann, und so gehe ich in jedes Spiel.“

Flick lobt: „Er hat toll abgeschlossen”

Werner hatte am Freitag beim 2:1 gegen Rumänien glücklos agiert und nicht getroffen. Anders als in den ersten drei Spielen im September unter Flick, als der Chelsea-Profi jeweils erfolgreich gewesen war. Kritik an dem 25-Jährigen, der gegen Rumänien einen Foulelfmeter nach langer Prüfung mittels Videobeweis nicht zugesprochen bekam, kann Flick nicht nachvollziehen. „Ich kann nicht ändern, was aktuell passiert. Ich kann nur sagen, dass Timo seine Aufgabe, die er zu erfüllen hat, sehr gut erfüllt.“ Der Umgang mit Werner sei nicht immer „fair“.

Bei Chelsea ist der RB-Rekordtorjäger (95 Tore) nicht erste Wahl. Teammanager Thomas Tuchel hat ihm den Sturmtank Romelu Lukaku vor die Nase gesetzt. Flick, der Werner vor dem Nordmazedonien-Spiel ausdrücklich gelobt und in Schutz genommen hatte, war diesmal auch nach dem Abpfiff zufrieden: „Er hat toll abgeschlossen.“ (RBlive/sid/dpa/ukr)