RB Leipzig

50 Millionen mehr Umsatz: RB Leipzig macht Boden auf den BVB gut

Von Ullrich Kroemer 02.06.2021, 21:06
Hat RB Leipzig näher an den Konkurrenten herangeführt: Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff.
Hat RB Leipzig näher an den Konkurrenten herangeführt: Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. imago images/photoarena/Eisenhuth

Der Jahresabschluss mit detaillierten Zahlen zur finanziellen Situation von RB Leipzig aus der Saison 2019/20 steht noch aus. Doch der Ligaverband DFL hat in dieser Woche bereits die Finanzkennzahlen aller Bundesligisten veröffentlicht. Das Ergebnis mit Stand 30. Juni 2020: RB Leipzig holt was den Umsatz angeht weiter auf. Der Tabellenzweite konnte seine Erlöse auch durch den Einzug ins Champions-League-Halbfinale von zuvor knapp 275 um 50 Millionen auf nun 325 Millionen Euro steigern und geht mit einem Plus von 8,9 Millionen Euro aus der Saison. Damit festigten die Leipziger in der Finanz-Rangliste Platz drei im Oberhaus und machten auf den BVB Boden gut.

RB und BVB machen neue Schulden

Borussia Dortmund bekam die ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie bereits stärker zu spüren und beendete das Geschäftsjahr mit einem Minus von knapp 44 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz sank leicht auf 473,7 Millionen Euro.

BVB (209 Mio.) und RBL (190 Mio.) sind auch diejenigen Klub mit den höchsten Schulden in der Liga. Im Vergleich zur Vorsaison nahm Rasenballsport wohl auch wegen des beginnenden Stadionumbaus 55 Millionen Euro an zusätzlichen Schulden auf, Borussia Dortmund hat 93 Millionen Euro Verbindlichkeiten mehr als im Vorjahr. Umsatzkrösus ist wenig überraschend der FC Bayern München mit knapp 665 Millionen Euro – immer noch mehr als doppelt so viel wie Rasenballsport.

Experte Zülch: „Lage extrem besorgniserregend”

Doch RB ist einer von nur sieben Erstligisten, die bis zum Ende der ersten Jahreshälfte 2020 keinen Verlust gemacht haben. Die übrigen elf – am meisten ist Hertha BSC in den roten Zahlen (-53,4 Mio. Euro) – beenden ihre Geschäftsjahre mit einem negativen Ergebnis. „Und dies waren nur circa vier Monate Pandemie. Wir können uns also in einem Jahr auf noch verheerendere Zahlen einstellen, wir werden die Auswirkungen der Pandemie dann voll spüren können”, schätzt Wirtschaftsprofessor Henning Zülch von der HHL im Gespräch mit der MZ ein. Die Lage aller Bundesligisten in der Gesamtschau bewertet er als „extrem besorgniserregend”. Er prophezeit „höhere Verluste bei allen Erstligisten, die Eigenkapitaldecke wird dünner und dünner und Liquiditätsengpässe werden auftreten.”

Zülch weist darauf hin, dass erste Schieflagen bereits im September sichtbar werden können. Ab dem 15. September überprüft die DFL nochmals die Lizensierungsbedingungen. „Ein heißer Herbst steht uns also bevor!”, sagt Zülch. (RBlive/ukr)