RB Leipzig

„Den gleichen Fehler nicht nochmal begehen“: RB Leipzig will mit Überstunden zurück zur Leichtigkeit

Von Ullrich Kroemer 28.01.2021, 18:01
„Wir brauchen die maximale Spannung, auch wenn wir sieben Punkte Rückstand auf Bayern München haben“: Julian Nagelsmann.
„Wir brauchen die maximale Spannung, auch wenn wir sieben Punkte Rückstand auf Bayern München haben“: Julian Nagelsmann. imago/motivio

Julian Nagelsmann saß schon entspannter auf dem Pressepodium als vor dem Duell der verhinderten Verfolger zwischen RB Leipzig und Bayer Leverkusen (Sa., 18.30 Uhr). Muse für Späßchen wie in den vergangenen Wochen hatte der 33-Jährige nicht. Vielmehr war ihm anzumerken, dass er und sein Team in einer brisanten Phase stecken, die über den weiteren Saisonverlauf entscheidet. Denn nach dem 2:3 in Mainz vergangene Woche ist das Traumziel Meisterschaft für das Team in weite Ferne gerückt.

Vor dem Duell gegen Leverkusen (Sa., 18.30 Uhr) geht der Blick nun eher nach unten, um das Mindestziel Champions-League-Qualifikation abzusichern. Aus Sicht von Nagelsmann eher eine Gefahr und zusätzlicher Druck als Befreiung von zu hohen Meisterambitionen. „Es geht für uns um viel”, betonte der Trainer vor der Begegnung mit Leverkusen. „Wir brauchen die maximale Spannung, auch wenn wir sieben Punkte Rückstand auf Bayern München haben.”

Extra-Videoeinheit am Montag: Nagelsmann zieht bei RB Leipzig die Zügel an

Auch deswegen, weil RB diesmal einen Saisonverlauf wie etwa in der vergangenen Spielzeit verhindern will, als das Team im Frühjahr abrutschte und die Klasse der Hinrunde nicht bestätigte. „Ich habe letztes Jahr zu Beginn der Corona-Zeit den Fehler gemacht, die Jungs zu sehr in Ruhe zu lassen”, bekannte Nagelsmann. Damals befürchtete er, die Spieler angesichts der Pandemie zu überfrachten. „Diesen Fehler will ich nicht nochmal begehen”, sagte er nun.

So zog er die Zügel an und versammelte die Mannschaft am eigentlich freien Montag zu einer Stunde extra Videostudium, bei dem der Fußballlehrer kritische Szenen aus den vergangenen Partien gegen Dortmund, Wolfsburg, Union und Mainz zeigte. „Wir versuchen, über inhaltliche Arbeit Leichtigkeit auf den Platz zu kriegen, die gegen Leverkusen wichtig sein wird”, so der Trainer. Auch der Werkself machte zu Beginn des Jahres 2021 noch stärker als RB mangelnde Konstanz zu schaffen. Durchaus Parallelen bei den beiden spielerisch hoch veranlagten Teams. Genau wie RB hat Leverkusen viel Geschwindigkeit zu bieten, starkes Pressing und rasante Umschaltmomente ebenso wie Phasen starken Kombinationsspiels – wenn es denn läuft. (RBlive/ukr)