Die RB-Profis in der einzelkritikEffizient im Trend

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 30.10.2022, 08:59
Im Flow: RB Leipzig ist seit neun Spielen ungeschlagen.
Im Flow: RB Leipzig ist seit neun Spielen ungeschlagen. (imago/Karina Hessland)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:0 (1:0)-Arbeitssieg gegen Bayer Leverkusen gesehen:

Örjan Nyland: War bei seiner Premiere skandinavisch cool und hielt die zwei, drei Bälle, die er aufs Tor bekam, sicher fest. Wurde am Anfang von Diallo mit einem halbhohen Ball geprüft, den er mit der Brust annahm und nach vorn drosch. Später in der zweiten Hälfte spielte er in Bedrägnis einmal ins Aus. Insgesamt aber ein sehr solider Auftritt des sympathischen 32-Jährigen aus Norwegen. Mit dieser Nummer drei braucht sich RB keine Gedanken zu machen. Note: 2,5.

Mohamed Simakan: Durfte in der Dreierkette mal wieder als Innenverteidiger ran, entfaltete dort aber nicht die zuletzt auf Außen gewohnte Wucht. Rieb sich in Zweikämpfen auf und fiel nach einem Ringkampf mit Adli blöd auf die Schulter. Wurde nach 45 Minuten vorsichtshalber geschont. Note: 3.

Willi Orban: Souveräne Leistung des Abwehrchefs, der auch am 1:0 eine Aktie hatte, weil er die Aufmerksamkeit auf sich zog, eine Sperre setzte und Nkunku so unbedrängt einköpfen konnte. Note: 2,5.

Abdou Diallo: In zwei, drei Szenen nicht ganz so stabil und präsent wie sein Nebenmann Orban. Insgesamt wurde die Abwehr aber auch vor keine großen Probleme gestellt. Spielte erst linken Halbverteidiger, nach Simakans Auswechslung dann rechten Halbverteidiger. Kann auch außen ran – ein echter Allrounder, dessen Last-Minute-Verpfichtung RB wirklich verstärkt hat. Note: 3.

Benjamin Henrichs: Fühlt sich als Schienenspieler vor der Dreierkette wohler als als Rechtsverteidiger in der Viererkette, doch seine vielen langen Bälle und Verlagerungsversuche kamen kaum an. Hat zu wenig Einfluss auf das Spiel, dafür vergleichsweise viele Ballverluste (16), wenn es hektisch wird. Einer der Gründe, weshalb der Spielaufbau so holprig geriet. Fällte Bakker in der Schlussphase übermotiviert. Note: 3,5.

Kevin Kampl: Hatte in der neuen Rolle im Dreier-Mittelfeld etwas mehr Zug nach vorn als gewohnt. Spielte Werner einmal schön in die Gasse, als der Wunkel für den Stürmer aber zu spitz wurde (18.) und hatte bei einem starken Solo den Ball lange am Fuß, als er durch die Leverkusener Hälfte tanzte. Gewann aber keinen seiner drei Zweikämpfe und bekam nach 45 Minute Pause zugunsten des griffigeren Amadou Haidara. Note: 3.

Xaver Schlager: Rackerte auf der Sechs wie gewohnt stabil fürs Team, gewann seine direkten Duelle und hatte die entscheidende Balleroberung vor dem 2:0, als Haidara danach für Werner vorbereitete. Ist nach dem zähen Start gerade unverzichtbar für RB. Note: 2,5.

David Raum: Hatte sich sichtbar etwas vorgenommen auf der neuen Position als Schienenspieler gegen Bayer, doch fremdelte ebenso wie die Kollegen mit dem ungewohnten System. Erzeugte keinen Tiefgang bis zur Grundlinie und brachte auch kaum Flanken an. Verlor defensiv die meisten direkten Duelle, dichtete aber generell die Seite gegen Diaby und Fosu-Mensah vernünftig ab. Sein einziger Torschuss, bei dem er frei aus der Distanz abziehen konnte, war zu ungefährlich. Note: 3,5.

Dominik Szoboszlai: Wird immer stabiler und lieferte in der Bundesliga seinen vierten Assist in Folge, als er Nkunku per butterweichem Freistoß das 1:0 auflegte. Kam sonst spielerisch nicht so zur Geltung wie sonst, vergab aus spitzem Winkel eine Kopfballvorlage von Werner (57.). Stürmte nach dem 2:0 von der Ersatzbank aufs Feld und hüllte die Kollegen in eine wärmende Decke. Ist unter Rose nun vollends in Leipzig angekommen. Note: 2,5.

Christopher Nunku: Kann sogar köpfen und verwandelte die Freistoß-Vorlage von Szoboszlai traumwandlerisch sicher zur Führung. Leipzigs Lebensversicherung. Hat nun bereits schon wieder 13 Tore für RBL erzielt und führt in der Bundesliga gemeinsam mit Niclas Füllkrug die Torjägerliste an. Nahm sich gegen Leverkusen etwas zurück, weil im Spielaufbau zu wenig Bälle präzise bei ihm ankamen. Note: 2.

Timo Werner: Hatte anfangs Probleme, ins Spiel zu kommen, ließ sich von Tapsoba abkochen, war dann aber der aktivste Offensivmann der Leipziger. Hatte zwei, drei ordentliche Abschlüsse, ehe er kurz vor Schluss unwiderstehlich zündete und das 2:0 erzielte. Effiziente Leistung, ist wieder im Tor-Rhythmus. Note: 2.

Amadou Haidara (46.): Brachte gegen die in der zweiten Halbzeit etwas aktiveren Gäste mehr Stringenz ins Mittelfeld. Ist weiter in ansteigender Form. Suchte schon vor dem Tor Werner, blieb aber hängen. Beim 2:0 klappte seine Pass in die Schnittstelle dann hervorragend. Hatte selbst eine Abschlussszene nach einer Ecke, konnte den Ball aber nicht kontrollieren. Note: 2,5.

Josko Gvardiol (46.): Hielt gegen Diaby & Co. dagegen, solides Spiel des Youngsters ohne Ausschläge nach oben oder unten. Note: 3.*

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.

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