Die RB-Spieler in der EinzelkritikBergamo schaltete Leipzigs Strategen aus

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 08.04.2022, 10:15
Du kommst hier nicht durch: Dani Olmo gegen Remo Freuler.
Du kommst hier nicht durch: Dani Olmo gegen Remo Freuler. (imago/Picture Point LE)

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 1:1 (0:1) gegen Atalanta Bergamo gesehen

Peter Gulacsi: Der RB-Schlussmann gehörte zu den besten Leipzigern. War beim 1:0 durch Muriel machtlos, weil ihn seine Vorderleute im Stich gelassen hatten. Hatte vor allem in der zweiten Hälfte wichtige Paraden, die RB das Remis sicherten. In der 65. gegen Koopmeiners auch mit Glück, als der Ball vom Pfosten an Gulacsi Rücken und ins Aus prallte. Note: 2.

Lukas Klostermann: Hatte die meisten Ballkontakte für die Leipziger (109), aber vor allem in der ersten Hälfte massive Probleme auf seiner rechten Abwehrseite mit Stürmer Luis Muriel. Beim 1:0 der Gäste viel zu passiv, als er den Kolumbianer nicht beherzt genug attackierte. Da muss er als Innenverteidiger anders auftreten, man darf annehmen, dass Mohamed Simakan den Atalanta-Angreifer nicht so artig durchgelassen hätte. Note: 3,5.

Willi Orban: Matchwinner und gefühlter Torschütze in diesem Spiel. Wusste hernach selbst nicht, ob er beim Ausgleich überhaupt den Ball oder nur seinen Gegenspieler Zappacosta berührt hatte, aber das war auch nicht wichtig. Entscheidend war, dass Orban das Tor nach Silvas verschossenem Elfmeter erzwingen wollte. Erst im Nachsetzen direkt nach dem Strafstoß, dann kurz darauf bei Angeliños Flanke. War sonst bei seiner Hauptaufgabe als Abwehrorganisator stark gefordert, geriet ein paar Mal gegen die schnellen Bergamaschi in Not. Note: 2,5.

Josko Gvardiol: War stark mit seinen Defensivaufgaben beschäftigt und längst nicht so oft am Ball und am Spielaufbau beteiligt wie gewohnt. Trug jedoch vor dem Elfmeter den Ball bis in den Strafraum und war so maßgeblich daran beteiligt, den Elfmeter herauszuholen. Hätte mit seinen Vorstößen noch öfter Unordnung in das Bergamo-System bringen können, doch dazu war gar keine Gelegenheit, weil Atalanta immer brandgefährlich vor dem RB-Tor war. Note: 3.

Benjamin Henrichs: Viele zu überhastete Aktionen, hätte in der ersten Hälfte mit etwas weniger Hektik eine viel bessere Rolle spielen können, weil über die rechte Seite viel lief. Schloss aber zu fahrig ab und spielte seine Kollegen teils mit viel zu scharfen Pässen an, sodass die Bälle abprallten. Ließ Muriel genau wie Klostermann viel zu einfach passieren. Da muss das deutsche Nationalspielerduo einfach entschlossener auftreten. Note: 3,5.

Konrad Laimer: War nicht in der Galaform wie beim 4:1 in Dortmund, als ihm alles gelang. Kam nicht so in die Balleroberungen wie gegen den BVB und blieb ständig an Gegenspielern hängen, wenn er schnell umschalten wollte. Zu viel Hektik denn bewusstes Tempospiel. Das lag auch daran, dass Bergamo die RB-Sechser bewusst aggressiv anlief, sodass beide Spiellenker kaum Zeit hatten.  Note: 3. 

Kevin Kampl: Beflissen und aufmerksam, aber kein wirklicher Faktor in diesem wilden Spiel, bei dem der Druck des Gegners hoch war. Auch er ließ Muriel beim Gegentor gewähren, war nicht nur in dieser Szene zu langsam am Torschützen dran. Der Stratege musste den vielen Ballverlusten immer wieder nachsetzen und zurücklaufen, anstatt selbst das Spiel zu dirigieren. War nicht die ordnende Hand, die es für mehr Kontrolle gebraucht hätte. Note: 3,5.

Angeliño: Brachte in der zweiten Hälfte mit seinen Flanken Bergamo in Bedrägnis. Legte erst zum 1:1 auf und flankte danach auf die Stiern des eingewechselten Szoboszlai, der den Siegtreffer auf dem Kopf hatte. Note: 2,5.

Christopher Nkunku: Am Anfang zu eigensinnig, als er selbst abzog, anstatt die Kollegen mitzunehmen (7.). Später an nahezu allen gefährlichen Situationen der Leipziger beteiligt und holte den Elfmeter heraus. Note: 2,5.

Dani Olmo: Wurde von de Roon in Manndeckung wie ein Schatten über den ganzen Platz verfolgt und war kein Faktor in dieser Partie. Hätte sich ähnlich wie Nkunku besser von seinem Gegenspieler lösen müssen, schließlich wusste RB, dass bergamo gern Manndeckung spielt. Hatte eigentlich nur zwei gute Szenen, als er in der ersten Hälfte einen Ball eroberte (24.) und als er mit seinem geblockten Schuss (55.) das Stadion weckte. Sonst meist abgemeldet. Note: 4.

André Silva: Versemmelte den dritten Elfmeter im dritten Versuch für RB in dieser Saison im Europapokal. Auch sonst zu fehlerhaft am Ball, zu langsam in den Duellen, bei seinen Abschlüssen ohne Fortune. Note: 5.

Emil Forsberg (62.): Leitete in der Schlussphase ein, zwei Konter schön ein und legte bei der letzten Szene mit dem Rücken zum Tor auf Mukiele ab. Fand aber sonst nicht mehr so ins Spiel, als dass er hätte für mehr Ruhe sorgen können. Nur zwölf Ballkontakte in einer halben Stunde sind dafür auch zu wenig. RB Leipzigs Mr. Europapokal hätte wohl von Beginn an für Silva spielen müssen, damit er ein Faktor in diesem Spiel gewesen wäre – nicht nur beim Elfmeter. Note: 3,5.

*Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute eingewechselt wurden.

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