Tedesco Exklusiv

RB-Trainer spricht über neuen Vertrag und Pläne für 2022/23

Von Ullrich Kroemer 28.05.2022, 05:58
„Auch mal kurz durchschnaufen und den Erfolg ein wenig genießen”: Domenico Tedesco
„Auch mal kurz durchschnaufen und den Erfolg ein wenig genießen”: Domenico Tedesco (imago/opokupix)

Typisch Tedesco: Während die Spieler von RB Leipzig auf Ibiza den DFB-Pokalsieg zelebrierten, ging der Trainer, der nach eigenem Bekunden nicht so gern feiert, in die Saisonanalyse. Per Mail beantwortete der RB-Coach Fragen von MZ/RBlive. Vor allem bei sportlichen Planungen lässt er sich kaum in die Karten schauen, doch was seine Vertragssituation angeht, lässt er durchklingen, dass er weiter in Leipzig arbeiten will.

Herr Tedesco, es gab für RB Leipzig öffentlich kaum Gratulationen von anderen Klubs für den Pokalsieg. Wie ging es Ihnen persönlich: Gönnen Ihnen die Kollegen den Titel mit RB?
Domenico Tedesco: Den Eindruck habe ich schon. Ich habe direkt nach dem Pokalsieg generell so unglaublich viele Nachrichten bekommen – ich konnte sie unmöglich alle sofort beantworten. Mein Eindruck war, dass es meinen Kollegen im Trainerteam, den Verantwortlichen und den Spielern nicht anders ging.

„Planungen für die kommende Saison laufen auf Hochtouren”

Wir gehen davon aus, dass Sie mit Ihrem Trainerstab und der Klubführung die Saison analysiert haben. Welche Schlüsse haben Sie gezogen?
Natürlich laufen die Planungen für die kommende Saison schon auf Hochtouren. Wir haben tatsächlich gleich am Montag noch mehrere Sitzungen gehabt, in denen wir schon mal einige Themen angerissen haben. Und trotzdem ist es wichtig für alle Beteiligten, auch mal kurz durchzuschnaufen und den Erfolg ein wenig zu genießen. Der Fußball ist ja leider so schnelllebig, dass dafür oft viel zu wenig Zeit bleibt.

Zuletzt tat sich RB gegen tiefstehende, körperliche Mannschaften schwer – zumindest bis das Team all in gehen musste. In welchen Nuancen wollen Sie das RB-Spiel in der Sommervorbereitung entwickeln?
Weiterentwicklung ist ja nichts, was irgendwann endet. Das ist ein fortlaufender Prozess. Entsprechend gibt es natürlich einige Themen, die wir in der Sommervorbereitung anpacken wollen. Aber das ist ja völlig normal. Was den ersten Teil Ihrer Frage angeht: Natürlich waren auch Spiele dabei, in denen wir uns etwas schwerer getan haben – daran werden wir weiter arbeiten. Aber ich finde nicht, dass wir ganz generell und jedes Mal Probleme mit tiefstehenden Gegnern hatten. Da waren auch Partien dabei, in denen es die Mannschaft sehr gut gemacht hat. Sonst wäre so eine Rückrunde nicht möglich gewesen.

Tedesco zur Vertragsverlängerung bei RB Leipzig: „Nullkommanull Druck auf dem Kessel”

Sie haben Ihren Vertrag bei RB noch nicht verlängert, obwohl Ihnen der Klub einen neuen Kontrakt angeboten haben soll. Warum zögern Sie?
Bei der Thematik ist von beiden Seiten wirklich nullkommanull Druck auf dem Kessel. Das sehen wir ganz entspannt. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mich hier sehr wohlfühle. Ich denke, das sieht und spürt man auch.

Auf welchen Positionen wünschen Sie sich Zugänge und welches Anforderungsprofil haben Sie?
Ich bitte um Verständnis, dass wir solche Themen intern und nicht öffentlich besprechen.

Wie praktikabel ist für Sie die Zusammenarbeit mit der sportlichen Führung um Oliver Mintzlaff? Wie passt das zwischenmenschlich zusammen?
Das passt bisher wirklich sehr gut. Wir haben für jedes Thema einen Ansprechpartner. Fußball ist ein Teamsport – nicht nur auf dem Platz.

Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit dem neuen Sportdirektor vor und wie wird die neue Position Ihre Arbeit beeinflussen?
So lange es in dieser Personalie nichts Offizielles gibt, würde ich es seltsam finden, das öffentlich zu kommentieren. Dafür bin ich auch der falsche Ansprechpartner.

Wie ich mich kenne, wird trotzdem kein Tag vergehen, an dem ich nicht auch an Fußball denke. Ich kann einfach nicht anders

Domenico Tedesco

RB ist in jeder Hinsicht kein gewöhnlicher Klub. Was haben Sie in einem halben Jahr über den Klub RB Leipzig gelernt? Was hat Sie erstaunt?
Ich kannte den Verein und die Stadt ja schon ein wenig, weil ich hier hospitiert habe. Von daher gab es, auch wenn es schon länger her ist, keine großen Überraschungen, aber sehr viele positive Eindrücke. Die Mitarbeiter im Klub waren vom ersten Tag an extrem hilfsbereit und freundlich. Sie haben es uns wirklich sehr einfach gemacht, uns auf Anhieb wohlzufühlen. Außerdem spürt man die Fußballbegeisterung in der Stadt – gerade in der vergangenen Woche rund um das Pokalfinale. Was hier am Sonntag beim Empfang los war, das war unglaublich. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Wie schalten Sie ab? Für welche Aktivität haben Sie in der Sommerpause Zeit?
An Nummer eins, zwei, drei und vier steht, Zeit mit der Familie zu verbringen. Das genieße ich unheimlich. Aber wie ich mich kenne, wird trotzdem kein Tag vergehen, an dem ich nicht auch an Fußball denke. Ich kann einfach nicht anders (lacht).

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