RB will den ersten großen Titel

Leipzig hofft auf ein „Happy End” im Pokal

Von Ullrich Kroemer (mit sid und dpa) 20.01.2022, 09:06
Im Schwitzkasten des Trainers: Angeliño und Tyler Adams.
Im Schwitzkasten des Trainers: Angeliño und Tyler Adams. (Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

Der Weg für RB Leipzig nach Berlin ist geebnet, alle anderen Topfavoriten sind bereits im Achtelfinale ausgeschieden. Doch Domenico Tedesco, bekennender Fan des DFB-Pokals, war nach dem Geduldsspiel beim 2:0 (1:0) von RB Leipzig gegen Hansa Rostock nicht nach Titelansagen zumute. Stattdessen strapazierte er das Mikrofon auf dem Pressekonferenzpult vor ihm und antwortete in Form eines Gleichnisses. „Kein Spiel ist ein Selbstläufer”, hob der 36-Jährige an und erwählte das Tischmikro zur sprachlichen Illustration.

„Wenn ich dieses Mikrofon verändern möchte von der Positionierung her und spüre einen gewissen Widerstand, dann muss ich was dafür tun”, erklärte Tedesco pastoral und wurde konkreter: „Ich muss meine Hand nehmen und den Abstand verändern.” Der Trainer bewegte den Schallwandler nun auf und ab und fuhr fort: „Wenn es aber einen größeren Widerstand hat, muss ich es genauso bewegen können.” Die Erkenntnis, die Tedesco mit dem Mikrofon-Gleichnis vermitteln wollte, lautet: „Egal, wie schwer das Mikrofon ist, ich muss immer was dafür tun. So ist es im Fußball auch. Es ist überhaupt kein Selbstläufer.”

Kevin Kampl über dritte Finalteilnahme mit RB Leipzig: „Aller guten Dringe sind drei”

Tedescos Warnung entbindet Rasenballsport – in den vergangenen drei Jahren zweimal im Finale – jedoch nicht von der Bürde des Topfavoriten auf den schweren Pott. Leipzigs Spieler formulierten das deutlich offensiver und klarer als der Trainer. „Unser Ziel war es schon vor der Saison, dass wir in diesem Jahr etwas gewinnen möchten. Und da gehen wir voll drauf”, sagte Torschütze Yussuf Poulsen. Und Vorlagengeber Lukas Klostermann kündigte an: „Wir wollen es wieder ins Finale schaffen – und dann auch mit Happy End.”

Taktgeber Kevin Kampl hofft auf das Gesetz der Serie: „Der Pokal macht, was er will. Auch wenn man Zweitligisten zugelost bekommt, ist das immer eine schwere Aufgabe. Aber wir wollen wieder nach Berlin, es wäre das dritte Mal – aller guten Dinge sind drei. Wenn wir wieder dahinkommen, dürfen wir uns das nicht nehmen lassen.”

Doch auch die übrigen Teams, vor allem Bundesligisten wie Freiburg und Union, träumen vom ersten Pokaltriumph. „Der Pokal ist das Einfachste für uns, einen Titel zu holen”, betonte Freiburgs Stürmer Lucas Höler. „Der Traum ist riesig”, sagte Doppeltorschütze Vincenzo Grifo. Und Union-Stürmer Max Kruse sagte nach dem 3:2 im Berliner Olympiastadion gegen Hertha: „Wir haben noch zwei Spiele bis zum Finale. Es sind zwei Siege, bis wir wieder hier spielen dürften.”

Doch bis es am 21. Mai soweit ist, haben alle Teams noch Widerstände vor sich – die einen auf dem Platz, die anderen vor den Mikros.