RB Leipzig

Hilflos gegen die rote Vorwand: RB Leipzig Spieler nach der Niederlage gegen Liverpool in der Einzelkritik

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 11.03.2021, 10:55
Rote Vorwand: Nkunku (r.) in der Zange von Thiago und Alexander-Arnold (l.)
Rote Vorwand: Nkunku (r.) in der Zange von Thiago und Alexander-Arnold (l.) dpa/Marton Monus

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 0:2 gegen Liverpool gesehen: (Hier geht's zum Spielbericht):

Peter Gulacsi: Starke Partie des RB-Keepers in seiner Heimatstadt. Hatten den größten Anteil daran, dass das Aus in der Königsklasse nicht schon zur Pause feststand. Parierte einen Kopfball von Jota (15.), gegen Salah (24.) und nochmal gegen Jota (41.). War bei beiden Gegentreffern machtlos.  Note: 1,5.

Nordi Mukiele: Verzagte Partie des Franzosen mit einigen für ihn typischen Abspiel- und Ballannahmefehlern vor der Pause. Hatte zwar immens viele Ballkontakte (116), aber ohne großen Einfluss aufs Spiel. Note: 3,5.

Dayot Upamecano: Ordentliche Partie des Franzosen in seinem letzten Champions-League-Spiel für RB. Hatte nach der Pause zwei gute Läufe in offene Gassen, leitete so die größte Chance für RB durch Sörloth ein (65.), war aber an beiden Gegentoren nicht unbeteiligt. Beim ersten ließ er sich von Salah austanzen, beim zweiten verhinderte er nicht den Querpass von Origi auf Mané. Note: 3.

Lukas Klostermann: Komplizierte Partie für den Nationalspieler auf der für ihn ungewohnten linken Dreierkettenseite. Hatte enorme Probleme mit dem wendigen Salah, der ihn ein ums andere Mal auswackelte. Spielte zudem bei eigenem Ballbesitz ohne Mut. Kam beim ersten Gegentor zu spät. Note: 3,5.

Tyler Adams: Der US-Amerikaner gilt als Defensiv-Allrounder, aber die rechte Flanke ist einfach nicht seins. Ein an der Bedeutung der Partie gemessen schwacher Auftritt. Hatte keinen Mut, Mané auch mal stehen zu lassen, um ein Übergewicht im Mittelfeld zu erzeugen und ließ den Liverpooler ausgerechnet vor dessen 0:2 dann doch aus den Augen. Note: 3,5.

Kevin Kampl: Wurde von seinem Ex-Coach Jürgen Klopp (Dortmund) als Dreh- und Angelpunkt für Leipzigs Aufbauspiel indentifiziert und deshalb in Sonderbewachung genommen. War deshalb bis zu seiner Auswechslung komplett neutralisiert und deshalb wirkungslos. Kluger Schachzug des Liverpooler Trainers, der Leipzig mit einer roten Vorwand am Mittelkreis ausbremste. Note: 3

Marcel Sabitzer: Für den Kapitän galt dasselbe wie für Kampl: Hatte kaum Bewegungsfreiheit. Und wenn, konnte er sie nicht nutzen. War vor allem als Mentalspieler und Wachrüttler seiner Kollegen nicht auf der Höhe der Partie. Zwei Schüsse nur auf Tor, die entweder geblockt wurden oder in den Oberranf flogen. Note: 3,5.

Christopher Nkunku: Wenn es mal gefährlich wurde, dann über Links und Nkunkus Seite, der einen verkappten Angeliño geben musste. Hatte die meisten Ballaktionen aller Leipziger Offensiven und so viele wie sonst kaum (95), produzierte daraus jedoch zu wenig Zwingendes. Note: 3.

Emil Forsberg: Der Schwede hing in der Luft und wurde kaum in Szene gesetzt. Hatte eine Großchance, die er neben das Tor setzte (32.). Sonst 21 weitere Ballkontakte in einer Stunde – aller drei Minuten eine. Das sagt eigentlich alles. Note: 4.

Dani Olmo: Hatte die große Chance, RB in der Startphase in Führung zu bringen, doch er konnte Nkunkus Ball bei der Annahme nicht kontrollieren und kam dann nur im Nachstochern zum Abschluss, den Allisson abblockte (10.). Hatte ingesamt aber für seine Möglichkeiten kaum Einfluss aufs Spiel. Er wäre einer gewesen, der Gefahr in den entscheidenden Zonen hätte herstellen sollen. Tauchte wie bereits gegen Freiburg zu oft ab. Hatte nach Sörloths Lattenkopfball noch einen guten Nachschuss, der jedoch übers Tor ging. Note: 3,5.

Yussuf Poulsen: Mühte sich gegen Turbanträger Nathaniel Philipps und rieb sich in Zweikämpfen auf – ein einsamer Kampf auf verlorenem Posten. Fand aber nicht in seine gegen Gladbach und Wolfsburg bewährte neue tiefere Rolle. Konnte kaum Bälle festmachen und ablegen und kam auch nicht ins Anlaufen gegen Liverpools Sechser oder Abwehrspieler. Versuchte immerhin bei den wenigen Ballkontakten, seine Nebenleute in Szene zu setzen. Note: 3.

Alexander Sörloth (46.): Hätte seinem Ruf als Edeljoker und Mann für die ganz wichtigen Tore gerecht und mit seinem Kopfball zum Helden werden können (65.), doch der Querbalken verhinderte das. Statt nachzusetzen, ärgerte er sich ausgiebig. Sonst wenig Präsenz im Anlaufen und wirkungslos, weil sich das Team eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung und dem Doppelschlag insgesamt nicht mehr aufbäumte. Note: 3.

Hee-chan Hwang (60.): Brachte gemeinsam mit Kluivert für fünf Minuten Schwung in die Partie. Flankte mit seinem schwächeren linken Fuß präzise zur einzigen Leipziger Großchance der zweiten Hälfte auf Sörloth.  Note: 3.

Justin Kluivert (60.): Brachte mit seinen Tempodribblings über Links ein neues Element und einbige Überraschungsmomente ins Spiel. War bemüht und aktiv. Doch das verpuffte nach dem 0:1 leider schnell wieder. Note: 2,5

(RBlive/hen/ukr)