RB Leipzig

Hinten wacklig, nach vorn brillant: RB Leipzigs Spieler in der Einzelkritik

Von Ullrich Kroemer, Martin Henkel 02.06.2020, 11:02
Erstes Liga-Tor für Dani Olmo
Erstes Liga-Tor für Dani Olmo Imago/Poolfoto

 4:2 gewonnen, auf Rang drei zurückgekehrt: Das waren die Früchte des Ausflugs von RB Leipzig nach Köln. Aber gibt das Spielm Hoffnung für die fünf noch ausstehenden Spiele? Im Spiel nach vorn: ja. In dem vor dem eigenen Tor hingegen weniger. Die Noten:

Peter Gulacsi: Leipzigs Keeper spielte gegen Köln eine durchschnittliche Partie. Beim 0:1 hatte er die Finger noch am Ball, aber wenig Spannung drin, sonst hätte er den Schuss von Jhon Cordoba vielleicht übers Tor gelenkt (7.). Leistete sich ab und an Abspielfehler mit dem Fuß, servierte aber Timo Werner mustergültig das 3:1 (50.) nach einer Kölner Ecke auf den Fuß und ist somit der erste Keeper der Saison mit einem Scorerpunkt. Note: 3.

Nordi Mukiele: Der Franzose kommt einfach nicht an seine Topleistung heran. Begann sein Spiel auf der rechten Verteidigerbahn mit einem Stockfehler. Konnte wenige Akzente im Spiel nach vorn setzen und sah auch in der Defensive nicht immer sicher aus. Note: 4.

Lukas Klostermann: Spielte wieder in der Innenverteidigung und lieferte wie die gesamte Abwehr eine durchwachsene Leistung ab. War am 0:1 nicht ganz unbeteiligt und legte Anthony Modeste mit einer verunglückten Zwei-Meter-Kopfballabwehr das 2:3 auf (55.). Note: 3,5.

Dayot Upamecano: Der "Bulle von Evreux" sucht immer noch nach seiner Bestleistung aus der Zeit vor der Pandemie-Pause. Hatte bis zu dessen Auswechslung seine Not mit dem schnellen Cordoba und ließ sich vor dem 0:1 durch den Kolumbianer schulbuchmäßig ausspielen. Fing sich nach gut 20 Minuten. Note: 3,5.

Angelino: Der Spanier ersetzte den Gelb-Rot-gesperrten Marcel Halstenberg auf Links in der Viererkette und zeigte stante pede wieder seine exzellenten Qualitäten im Spiel nach vorn. Servierte Patrik Schick das 1:1 auf die Stirn und hätte vor der Pause sogar selbst treffen können. Wenige Meter vor dem Tor flankte er aber, statt zu schießen. Den Kopfball setzte Schick am Tor vorbei. Note: 2.

Marcel Sabitzer: Der Käpt'n hatte zu Beginn des Spiels seine liebe Not, das fahrige Aufbauspiel seiner Kollegen zu beruhigen. Leistete sich selbst einige Abspielfehler oder ungenaue Pässe. Riss sich nach gut einer Viertelstunde zusammen und orchestrierte den Angriff mit Raffinesse und Nerven. Note: 2,5.

Konrad Laimer: Eine Ausnahmeaktion überstrahlte den Auftritt des nimmermüden Österreichers, der erneut Kevin Kampl auf der Sechs vertrat. Dort, wo er in der Hinrunde noch brilliert hatte, von seinem Trainer aber wegen angeblich fehlender Feinfüßigkeit wegbeordert wurde. Er spielte nach dem Ausgleich einen Lehrbuch-Schnittstellenpass auf Christopher Nkunku, der vor der Pause das 2:1 ins Kölner Tor lupfte.  Note: 2,5.

Dani Olmo: Erstes Bundesligator für den 22-Jährigen, aufgelegt von Kölns Torschützen Anthony Modeste. War in der zweiten Hälfte präsenter und deutete an, wie das Zusammenspiel zwischen ihm und Christopher Nkunku einmal aussehen könnte. Hätte noch ein zweites Tor machen müssen, war aber selbst überrascht ob der Hackenablage von Nkunku (77.). Bekommt nach seiner Adaptionsphase viel Vertrauen von Nagelsmann und zeigte wie in Mainz auch in Köln eine gute zweite Halbzeit. Ein stiller Spieler wie er profitiert von den Geisterkulissen, da er sich so ohne Zuschauerdruck einfinden kann. Note: 2,5.

Christopher Nkunku: Neben Angelino bester Mann auf dem Platz. Wie er selbst auf engstem Raum im gegnerischen Strafraum den Ball behauptet, ist eine Augendweide. Ebenso wie sein technisch perfekter Chip über Keeper Timo Horn. Muss zielstrebiger werden. Fünf Saisontore sind für einen Spieler seiner Klasse zu wenig. Defensiv ist er bereits viel fleißiger geworden. Das 0:1 über seine Seite kann auch er allerdings bereits in der Entstehung (Schnittstellen-Pass von Florian Kainz) mit verhindern. Gewann die meisten Zweikämpfe bei RB (17). Note: 1,5

Timo Werner: 25 Tore in 29 Spielen. Diese Bundesligasaison läuft einfach phänomenal für Timo Werner. Bewegte sich gut zwischen den Linien, hätte aber noch zwei Tore mehr machen können/müssen. Gleich am Anfang (4.) und am Ende (78.) vergab er Großchancen. Da ist trotz seiner Torquote noch Luft nach oben. Note: 2,5.

Patrik Schick: Der Turmspieler wurde zu Beginn vor allem in der Luft gesucht, brachte allein in der ersten Hälfte gleich sechs Bälle aufs Kölner Tor, gab die meisten Torschüsse der Leipziger ab (sieben) und war sehr präsent auch im Spielaufbau. Verwertete Angelinos Traumflanke perfekt. Kann gegen die kleineren Kölner Innenverteidiger noch effektiver sein. Tauchte dann in der zweiten Hälfte etwas ab. Note: 2,5.

Tyler Adams: Ersetzte Konrad Laimer ballsicher und zuverlässig. Hat nicht die Galligkeit des Österreichers und dessen Tordrang. Aber ist sicherer Ballverteiler, zentral besser als als Rechtsaußen. Note: 3.

Amadou Haidara: Durfte nach vier Spielen ohne Einsatz mal wieder für ein paar Minuten ran. Lieferte aber wenig Argumente für mehr Spielzeit. Note: 3,5.

Benotung nur von Spielern, die vor der 70. Minute auf dem Feld standen. (RBlive/ukr/mhe)