RB LeipzigIn bester Pirouetten-Laune: Die Spieler von RB Leipzig in der Einzelkritik

Von Ullrich Kroemer, Martin Henkel 21.09.2020, 07:02
Der RB-Kreisel: Kevin Kampl gegen Leandro Barreiro.
Der RB-Kreisel: Kevin Kampl gegen Leandro Barreiro. Imago/Hartmut Bösener

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 3:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 zum Auftakt in die neue Meisterschaftsrunde gesehen:

Peter Gulacsi: Ein ganz geruhsamer Nachmittag für den Keeper der Sachsen. Hatte nichts, aber auch gar nichts zu tun, weil die wenigen Chancen der Mainzer seine Vorderleute wegverteidigten. War beim Gegentor chancenlos. Note: 2,5.

Lukas Klostermann: Unauffälliger Auftritt des Nationalspielers. Nach hinten keine Fehler, nach vorn auch keine, was aber daran lag, dass sein Vordermann Amadou Haidara strikt die Position hielt und somit keinen Raum für Vorstöße ließ. Hatte in der 57. Minute das 4:1 auf dem Fuß, verzog aber ordentlich. Note: 3.

Dayot Upamecano: Ein klassischer Auftritt des Franzosen. Im Spiel gegen den Ball ohne Fehl und Tadel, beim Spielaufbau immer mal ein kleiner Schnitzer eingestreut. War am Gegentor unbeteiligt. Note: 2,5.

Marcel Halstenberg: Hatte wie alle Defensivspieler bei RB wenig zu tun und steigert sich immer mehr zum Schnittstellen-Passgeber. Spielt Bälle präzise wie ein Zirkel. Ließ vor dem 1:2 Schütze Mateta durch die Gasse schlüpfen. Note: 3.

Angeliño: Gute Auftritt des Spaniers, der mittlerweile nicht nur Pässe spielt und Flanken schlägt, sondern selbst den Abschluss sucht, wenn er im Strafraum in Position ist. Hatte gegen Ende der zweiten Halbzeit (78.) sein erstes Saisontor auf dem Fuß, Zentner aber parierte den Schuss aus spitzem Winkel. Servierte Yussuf Poulsen in der 67. Minute das mögliche 4:1 auf die Dänenstirn, der Stürmer aber verzog. Note: 2.

Tyler Adams: Diesmal nicht als Libero in Aktion, sondern als "Sechser" für die schmutzige Arbeit, um Nebenmann Kevin Kampl den Rücken freizuhalten. Ist mit einer herausragenden Passquote von über 95 Prozent ein Ausbund an Verlässlichkeit. Ließ sich nur bei der einzigen Mainzer Chance in der ersten Hälfte wegrempeln und den Ball in zentraler Position abnehmen (28.). Da muss er noch robuster werden. Note: 2,5.

Kevin Kampl: Starker Auftritt des Solingers. War in bester Pirouetten-Laune, drehte seine Kreise in allen Feldregionen und holte das 1:0 mit einem Kurzpass auf Dani Olmo heraus, der beim Zuspiel im Strafraum gefoult wurde. Note: 2.

Amadou Haidara: Zweites Saisonspiel, zweites Tor. Der Mann aus Mali ist nach anderthalb Jahren Eingewöhnungszeit endlich angekommen bei Rasenballsport. Es macht Spaß zu sehen, wie er die von Nagelsmann geforderten Vorstöße an den gegnerischen Sechzehner unternimmt. Klebte gegen Mainz wie vom Trainer gefordert auf der rechten Seite, um Dani Olmo abzusichern. Hat vorerst einen Stammplatz erobert. Note 2.

Emil Forsberg: Ein Tor selbst erzielt, eines für Haidara aufgelegt und eins per Ecke eingeleitet. Emil Forsberg war seit langem mal wieder der Matchwinner in einem Spiel. Der bärtige Nordmann dribbelte, schoss und passte im Duett mit Olmo so agil wie in früheren Tagen. Arbeitet auch defensiv mit und erhielt ein Extralob des Trainers. In seiner besten Szene, als er drei Mainzer stehenließ wie Slalomstangen und mit dem Außenrist den Pfosten traf (31.) hatte er etwas Pech. Note 1.

Dani Olmo: Holte nicht nur den Elfmeter heraus und flankte Yussuf Poulsen auf die Stirn, sondern hatte auch zwei starke Chancen, um selbst zu treffen. Bildete mit Forsberg ein spielstarkes Duo hinter der einzigen Spitze Yussuf Poulsen. Dass er trotz blutendem Hinterkopf nach einem Tritt von Niakhaté weiterspielen wollte und bei seiner Auswechslung sauer war, zeigt, mit welchem Ehrgeiz der Spanier auf jede Spielminute drängt und noch selbst treffen wollte. Note: 1,5.

Yussuf Poulsen: Der Mittelstürmer war hervorragend ins Spiel eingebunden. Poulsen genoss es, dass das Spiel auf ihn als Zielspieler zugeschnitten war, rackerte am Boden und in der Luft, gewann die meisten Zweikämpfe des Spiels (14) und feuerte sieben Torschüsse ab. Doch seine Kopfball-Bogenlampe zum 2:0 ins lange Eck gab ihm nicht das nötige Selbstvertrauen, um ein zweites Tor nachzulegen. Scheiterte allein vor Keeper Zentner überfordert bei dem Versuch, den Mainzer Torhüter zu umspielen. Note: 2.

Hee-chan Hwang: Kam für die letzten 20 Minuten für Olmo und deutete an, dass er mit guten Vorstößen bis zur Grundlinie und schnellen Kontern für Gefahr sorgen kann. Spielte überraschend nicht, weil Nagelsmann eher auf die Kreativspieler Olmo und Forsberg als Herzstück des Teams setzte, die die engmaschige Mainzer Abwehr knacken sollten. Note 2,5.

(RBlive/hen/ukr)