RB Leipzig

Justin Kluivert stellt sich vor "Mein Vater hat gesagt: Tu es!"

Von Martin Henkel 07.10.2020, 13:56
Erster Auftritt für den neuen Klub: RB-Zugang Justin Kluivert
Erster Auftritt für den neuen Klub: RB-Zugang Justin Kluivert Imago/opokupix

Es war sein erster öffentlicher Auftritt als Spieler von RB Leipzig. Justin Kluivert hat das Training inmitten der RB-Rumpftruppe und ein paar U-19-Spielern am Mittwochvormittag mit ein paar feinen Toren und offenkundigem Spaß gemeistert. Anschließend stellte er sich einer ersten Medienrunde zur Verfügung.

Neuer Schwung

Allein der Name: Kluivert! Ein Sound der Jahrtausendwende, als sein berühmter Vater Patrick Kluivert Stürmer bei Ajax Amsterdam, des FC Barcelona und einer niederländischen Nationalmannschaft war, die sich an der Spitze des Weltfußballs bewegte. Sein Sohn Justin, der mittlere von drei weiteren Brüdern, ist für ein Jahr auf Leihbasis am Cottaweg. Auch auf Empfehlung seines Vaters. Vor allem aber, um der bei der AS Rom ins Stocken geratenen Karriere neuen Schwung zu verleihen.

Herr Kluivert, von einem Niederländer wird oft erwartet, dass er ein paar Wörter in Deutsch parat hat. Wie ist das bei Ihnen?
O, da ist nicht viel. Jetzt geht’s los – das ist alles, was ich auf Deutsch sagen kann.

Was erwarten Sie von ihrem Jahr in Leipzig?
Ich will mich hier weiterentwickeln. Deshalb bin ich gekommen. Der Klub ist sehr ambitioniert und das bin ich auch. Das ist ein großes Team und ich will es unterstützen.

Vater Patrik Kluivert beim FC Barcelona
Vater Patrik Kluivert beim FC Barcelona
Imago/Miguelez Sports Foto

Sie hatten vor zwei Jahren schon mal die Möglichkeit, nach Leipzig zu kommen.
Stimmt, die Chance war da. Ich hatte gut Gespräche, mit der AS Roma damals aber auch, deshalb hatte ich mich für die Serie A entschieden. Ich bin froh, dass es im zweiten Anlauf mit RB geklappt hat.

Wie waren die zwei Jahre in Rom?
Es war nicht alles ein Erfolg. Ich habe viel gelernt und bin dankbar, dass ich dort sein durfte. Jetzt aber bin ich 100 Prozent bei RB.

Kluivert: "Besser als erwartet"

Was hat Ihr Vater zum Wechsel gesagt?
Er hat gesagt: Tu es! Er ist gespannt wie ich, wie es in Leipzig läuft.

Wie ist das Verhältnis zu Ihrem Vater?
O, sehr eng. Er ist nicht nur mein Vater, sondern auch mein Berater. Er hatte die gleiche Entwicklung hinter sich, wie ich sie gerader durchlebe. Er war bei Ajax, dann kam der Sprung zu einem großen Klub, Barcelona damals. Er weiß also, wie es mir geht, was mich beschäftigt.

Der Neue in Aktion: Justin Kluivert beim RB-Training
Der Neue in Aktion: Justin Kluivert beim RB-Training
Imago/opokupix

Wie sind Ihre ersten Eindrücke von der Stadt und dem Klub?
Ich war bereits in der Stadt unterwegs und angenehm überrascht, wie geschäftig es war. Es ist viel besser als ich erwartet habe. Ich hatte es mir verschlafener vorgestellt (lacht). Die Klubanlage ist hochprofessionell.

Wie war der erste Kontakt zu Ihren Mitspielern?
Großartig, echt. Das Teamfeeling ist sehr gut. Ich habe mich sofort angebunden gefühlt. In so einer Atmosphäre kann man große Dinge erreichen.

Sie sind für ein Jahr geliehen, was macht man da: Hotel oder Wohnung mieten?
Ach, ich schaue mal, was am besten für mich ist. Aber ich mag es in Hotels zu sein. Das ist kein Problem für mich.

Der Kleinste in der Kluivert-Familie

Wer begleitet Sie nach Leipzig, Freundin, Familie?
(lacht) Ich habe gerade keine Freundin. Zwei Cousins sind mit mir hierhergekommen, sie bleiben eine Weile da. Bis ich eine Freundin habe.

Welche Idole haben Sie?
Mein größtes Idol ist mein Vater. Ich habe auch Ronaldo sehr bewundert. Nicht nur, für das, was er als Spieler getan hat, sondern wie er sich um den Sport bemüht.

Sie sind um einiges kleiner als Ihr Vater oder Ronaldo. Was können Sie sich abschauen?
(lacht) Stimmt, ich bin der kleinste in der Familie. Aber ich habe meine Qualitäten, bin schnell, wendig und habe nicht den schlechtesten Schuss. Das ist es, was Gott mir gegeben hat, und ich bin zufrieden damit.

Auf welcher Position spielen sie am liebsten?
Linker oder rechter Stürmer, das ist mir gleich. Ich kann auch in der Spitze spielen, aber ich spiele gern auf den Flanken. Irgendwo vorn, dann kann ich mein Bestes geben. (RBlive/hen/aufgezeichnet)