RB Leipzig

Kater nach der Sause: RB Leipzig enttäuscht im Sechs-Punkte-Spiel gegen Bayer Leverkusen

Von Martin Henkel 28.11.2021, 19:31
Leverkusen jubelt, RB Leipzig kommt einfach nicht von der Stelle.
Leverkusen jubelt, RB Leipzig kommt einfach nicht von der Stelle. imago images/opokupix

Vier Tage nach dem 5:0 in der Champions League beim FC Brügge wollte RB Leipzig den Rausch von Belgien nutzen, um auch in der Bundesliga wieder gegen Bayer Leverkusen zu punkten. Anstatt aber die zweite Sause anzuzetteln, folgte der große Kater. RB verlor die Partie 1:3 (0:2).

Florian Wirtz (21.) und Moussa Diaby (26.) schossen zwei frühe Tore, Jeremie Frimpong (64.) stellte den Endstand her, kurz nachdem Andre Silva den Anschluss erzielt hatte (62.). Anstatt an Leverkusen vorbeizuziehen, wie es RB-Ersatzcoach Achim Beierlorzer vor der Partie als Ziel ausgegeben hatte, steckt RB nach der fünften Saisonniederlage mit 18 Punkte nun in einer Gruppe von vier weiteren Teams mit derselben Zählerzahl fest (Rang acht). Die Bayern sind auf 13 Punkte weggezogen, Dortmund auf zwölf, Bayer (jetzt Dritter) steht sechs Punkte vor dem Vorsaisonzweiten, Freiburg vier.

Wieder mal eine Eintagsfliege

Der Triumph von Brügge erwies sich also mal wieder als Eintagsfliege - wie schon so viele Siege in dieser seltsamen Leipziger Saison zuvor. Dabei hatte Beierlorzer, der erneut den an Corona erkrankten Cheftrainer Jesse Marsch vertrat, bei der Mannschaft nach der Belgien-Reise einen „Spirit“ ausgemacht, um endlich mal in Serie alle Talente auf den Rasen zu bringen. Er hatte dafür extra dieselbe Elf auf den Platz gestellt, die auch gegen den belgischen Meister begonnen hatte.

Doch statt neuem Mannschaftsgeist, zeigten sich früh die alten Schwächen. Der RB-Kader war schlecht organisiert, das Pressing klappte nicht, Zentrum und Außen waren chronisch unterbesetzt. Europa-League-Teilnehmer Leverkusen, obwohl einen Tag weniger Pause, hatte leichtes Spiel.

Bereits in der 8. Minuten fiel das erste Tor für die Gäste: Diaby versenkte einen Pass von Amine Adli im Tor von RB-Keeper Josep Martínez. Glück für RB, dass Adli zuvor im Abseits gestanden hatte. RB fing sich in der Folge und setzte einen ersten vielversprechenden Angriff über Emil Forsberg und Christopher Nkunku ins Werk, Silvas Schuss am Ende der Stafette wurde aber geblockt (16.).

Erstes Geisterspiel seit Mai

Mitten in diese Phase fiel der nächste Bayer-Treffer, der dieses Mal zählte. Ezequiel Palacios schickte Jungnationalspieler Wirtz lang, der gewann das Laufduell gegen Angeliño und netzte ein (21.). Knapp eine Viertelstunde später erhöhte Diaby nach einem langen Ball von Jonathan Tah auf 2:0 (34.).

RB wirkte nach diesem zweiten Treffer wie schockgefrostet in der kühlschrankkalten Arena, die von den sächsischen Corona-Maßnahmen mal wieder geleert worden war. Das erste Bundesliga-Geisterspiel in dieser Saison war zugleich das erste für RB seit dem 16. Mai.

Bayer hatte den griffigeren Matchplan

Vielleicht war das einer der Gründe, wieso die Leipziger an die Partie in Brügge nicht anknüpfen konnte, die vor vollen Rängen stattgefunden hatte. Eher aber lag es am Gegner, der vor allem den griffigeren Matchplan zu haben schien. Auch nach der Pause hatte Bayer unendlich viel Platz in allen Feldzonen und gute Chancen - Adli prüfte Martínez in der 50. Minute.

Chancenlos war Leipzig freilich nicht. Konrad Laimer zwang Bayer-Keeper Hradecky nach der Pause zu einer Parade (47.), Nkunku zielte in der 55. Minute knapp vorbei, ein Schuss von Forsberg wurde gerade noch so geblockt (56.).

Silva mit einem Kopfballtreffer zum 1:2 nach Flanke von Dominik Szoboszlai belohnte diesen Aufwand (62.). Doch er ging postwendend zunichte, als Frimpong nach Pass von Diaby den dritten Treffer für Bayer erzielte (64.). RB erholte sich davon nicht mehr, wofür symbolisch die letzte bemerkenswerte Aktion der Partie stand: Szoboszlai setzte einen Elfmeter nach Handspiel von Edmond Tapsoba an den Pfosten (88.).

(RBlive/hen/ukr)