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„Klasse-Job gemacht” Klopp rechtfertigt Werner-Entlassung live im TV

Jürgen Klopp ist Chef bei Red Bull Soccer und war an der Trennung von Trainer Ole Werner durch RB Leipzig eingebunden. Er bescheinigt dem Coach einen „Klasse-Job”. Doch das reichte nicht.

17.06.2026, 23:25
In Hellblau bei der WM unterwegs: Jürgen Klopp in Dallas.
In Hellblau bei der WM unterwegs: Jürgen Klopp in Dallas. (Foto: imago/Shutterstock)

Leipzig/Dallas/dpa/ukrJürgen Klopp hat sich erstmals öffentlich zum Zwist mit RB-Trainer Ole Werner geäußert und die Trennung an diesem Mittwoch gerechtfertigt. „Ole hat einen Klasse-Job gemacht. Wir haben uns für die Champions League qualifiziert. Aber wir müssen auch zeitgleich nach vorn gucken”, sagte der 59-Jährige bei MagentaTV vor dem WM-Spiel der Engländer gegen Kroatien in Dallas. 

Lesen Sie hier: Die Gründe für die Entlassung: Was Red Bull an Ole Werner stört

„Wir haben dann darüber nachgedacht, wie das aussehen könnte mit der Belastung, die auf uns zukommt. Dann haben wir, hat man sich in Leipzig für den Wechsel entschieden”, sagte Klopp und schob hinterher: „Ole wurde heute freigestellt, heißt das, glaube ich.” Klopp ist stolz darauf, nie in seiner Trainerkarriere entlassen worden zu sein. Doch er musste auch nie in einem so schwierigen Konstrukt wie dem bei Red Bull arbeiten.

Der ehemalige Erfolgstrainer ist Global Sports Director von Red Bull Soccer und arbeitet bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada zudem als Experte beim Streamingdienst MagentaTV. „Wir sind ja beratend tätig als Global-Team. Wir waren in der Entscheidungsfindung mit dabei. Wir haben die Saison analysiert”, sagte er.

Entlassung kostet RB Geld

Wenige Stunden zuvor hatte RB Leipzig mitgeteilt, sich nach nur einem Jahr von Werner zu trennen. Der ehemalige Trainer des SV Werder Bremen und von Holstein Kiel hatte das Team aus Sachsen auf den dritten Tabellenplatz und in die Champions League geführt. Werner hat in Leipzig noch einen Vertrag bis 2027. Ein Nachfolger soll zeitnah präsentiert werden. Auch die Co-Trainer Tom Cichon und Patrick Kohlmann müssen gehen. Die vorzeitige Entlassung kostet RB wohl etwa 2,5 Millionen Euro Abfindung für Werner plus das offene Salär für seine Co-Trainer.

Nachfolger soll nach übereinstimmenden Medienberichten der Argentinier Martín Demichelis werden. Der 45 Jahre alte frühere Abwehrspieler von Bayern München war bislang Trainer von RCD Mallorca. Klopp wollte den Namen nicht kommentieren. „An Spekulationen beteilige ich mich jetzt nicht. Alles, was dazu zu sagen ist, kommt aus Leipzig.”

Klopp & Co. forcierten Trainerwechsel

Unzufriedenheit mit Werner soll es vor allem bei Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff und der globalen Fußball-Abteilung um Klopp und Ex-Nationalspieler Mario Gomez gegeben haben, die den Trainerwechsel aktiv vorangetrieben hatten und über den Kopf von RB-Sportchef Marcel Schäfer hinweg Fakten schufen. Schäfer hätte nach RBlive-Informationen gern mit Werner weitergemacht, wenn man bei der Saisonanalyse einen gemeinsamen Nenner für die Ausrichtung in der neuen Saison gefunden hätte. Doch dazu kommt es nun nicht mehr.

Für Werner hatte Leipzig erst im Sommer 2025 rund zwei Millionen Euro an Werder Bremen gezahlt. Zwar unterschrieb der Coach damals nur für zwei Jahre, die Intention war aber durchaus eine langfristige Zusammenarbeit. Doch das war nach einem tiefgreifendem Zerwürfnis zwischen Klopp und Werner nicht mehr möglich. Doch zu den fachlichen Differenzen mit Werner, die zur Funkstille zwischen beiden führte, äußerte sich Klopp nicht, wurde von Interviewer Johannes B. Kerner aber auch nicht dazu befragt.