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Bruch wegen inhaltlicher Differenzen Komplettes Zerwürfnis zwischen Klopp und Werner

Der wahre Grund für die bevorstehende Trennung zwischen RB Leipzig und Ole Werner wird immer klarer: Das Verhältnis zwischen Jürgen Klopp und dem Trainer ist nicht mehr existent. Die Hintergründe.

Von Ullrich Kroemer 17.06.2026, 10:55
Funkstille: Ole Werner (links) und Jürgen Klopp (rechts), in der Mitte der Klopp-Vertraute Pete Krawietz.
Funkstille: Ole Werner (links) und Jürgen Klopp (rechts), in der Mitte der Klopp-Vertraute Pete Krawietz. (Foto: imago/Picture Point)

Leipzig – Die ganze Saison hinweg galt Ole Werner als Protegé von Jürgen Klopp. Der Head of Global Soccer hatte Werner schließlich als Trainer von RB Leipzig überhaupt erst ins Spiel gebracht und hielt große Stücke auf den 38-Jährigen. Nun kommt im Zuge der Querelen um den Trainerposten bei RB Leipzig heraus: Seit November ist das Verhältnis komplett erkaltet, inzwischen herrscht absolute Funkstille. Das berichtet die Sport-Bild und deckt sich mit RBlive-Informationen.

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Intern wird sogar von einem Nicht-Verhältnis zwischen dem Trainer und dem Fußballchef gesprochen. Immer wieder wurde in den vergangenen Monaten versucht, das Verhältnis zu kitten, zum Beispiel beim Trainingslager in Portugal im Januar (Foto). Doch die Bemühungen waren vergeblich. Das Verhältnis scheint irreparabel kaputt zu sein.

Inhaltliche Differenzen

Grund sind grundlegende inhaltliche Differenzen zwischen Klopp und Werner. Dabei geht es um die Intensität gegen den Ball, das Anlaufverhalten im Pressing und taktische Themen wie eine Dreierketten-Formation, die Werner als Variante installieren wollte.

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Doch allein wenn nur das Wort Dreierkette fällt, schwillt Klopp schon die Halsschlagader. Der Ex-Trainer des FC Liverpool und von Borussia Dortmund hat vor der Saison gemeinsam mit seinem Team ein neues Leitbild des Red-Bull-Fußballs für alle Standorte des Multi-Club-Ownerchips vorgegeben – und da ist eine Dreierkette ausdrücklich nicht vorgesehen. Auch die Pressinghöhe und -intensität stellte sich Klopp grundsätzlich anders vor als Werner das System interpretierte.

Aus Streit wurde Resignation

Letztlich geht es bei dem Zwist darum, wie der Red-Bull-Fußball weiterentwickelt werden soll – der alte Zwist zwischen sinfonischem Ballbesitzspiel mit Fokus auf die Abläufe  und Rock'n-Roll-Fußball, über den beispielsweise einst auch Ralph Hasenhüttl stürzte. Wenn es um die DNA geht, verstehen sie bei Red Bull keinen Spaß. Aus Streit wurde trotz diverser Interventionen beidseitige Resignation.

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Doch Fakt ist auch: Klopp, der in der gesamten Saison nur einige wenige Male vor Ort am Cottaweg war, ist in seiner Funktion lediglich Berater, nicht Entscheider. Der Trainer hat das Team jeden Tag vor sich. Werner ging also zu Recht davon aus, dass Klopp ihm mit all seiner Erfahrung als Experte und Dialogpartner auf Augenhöhe zur Verfügung stehen würde, ihm aber nicht in seine Hoheit als Trainer hereinreden würde. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht, da offenbar auch Eitelkeiten eine Rolle spielten.

Nach außen hin ließ Werner nicht einmal durchblicken, dass es mit Klopp Meinungsverschiedenheiten gab, machte gute Miene zum bösen Spiel und verhielt sich absolut integer. Wenn er gefragt wurde, antwortete er stets mit viel Respekt so wie Mitte Dezember: „Wir sind ohnehin immer über alle Themen im Austausch. Ich bespreche mit ihm alle Themen, die unsere Mannschaft betreffen. Das ist ein Update, das man sich gegenseitig gibt. Wenn man sich persönlich trifft, ist das nochmal was anderes” als telefonisch oder digital, so der Coach damals unmittelbar vor der Winterpause.

Schulterschluss zwischen Werner und Klopp

Nun wäre Werners Weiterbeschäftigung wohl nur möglich, wenn es zu einem Schulterschluss mit Klopp käme. Doch danach sieht es überhaupt nicht aus, das Kind scheint in den Brunnen gefallen zu sein. Dass RB mit diesem nun öffentlich gewordenen Streitthema samt grundsätzlichen fußballerischen Meinungsverschiedenheiten in die neue Saison geht, ist unrealistisch. Deutlich wahrscheinlicher ist eine Trennung, die angesichts der tiefgreifenden Differenzen noch einmal unter einem anderen Licht stünde. An diesem Mittwoch soll Werner aus dem Urlaub zurückkehren, in den nächsten Tagen wird es eine Entscheidung geben.