RB Leipzig

L.E. United als Schutzgruppe für sich und andere RB-Fans?

29.06.2017, 10:03
Zehn Prozent aus Sachsen-Anhalt: Fans von RB.
Zehn Prozent aus Sachsen-Anhalt: Fans von RB. imago

Die viel diskutierte RB-Leipzig-Fangruppierung L.E. United sieht sich als eine Art Schutzgruppe für RB-Anhänger. Das erklärt einer ihrer Mitglieder in der Mitteldeutschen Zeitung. In Frankfurt war die Gruppierung an zwei körperlichen Auseinandersetzungen beteiligt.

„Wir wollen in allererster Linie uns selbst schützen und damit auch andere um unsere Gruppe herum“, heißt es dort. Hintergrund sind die Angriffe beim Auswärtsspiel in Dortmund. Durch organisierteres Auftreten wolle man „auf Derartiges in Zukunft besser reagieren können“.

Gewalt als Mittel zum Selbstschutz

Das Problem sei, dass es bei anderen Vereinen Fans gebe, die „auf gar nichts Rücksicht nehmen. Die versuchen nicht, sich mit ihresgleichen zu messen, sondern die hauen auf Kinder, Frauen und Alte drauf. Dem Problem muss man sich stellen.“ Anderen RB-Anhängern unterstellt der Sprecher von L.E. United Naivität und Unkenntnis, „wie sie sich auswärts zu verhalten haben. Damit machen sie sich zur Zielscheibe von Gewalttätern anderer Vereine.“

Aktiv gewaltsuchend sei die Gruppe aber nicht. „Wenn uns einer an die Wäsche will und keine Polizei zur Stelle ist, werden wir von unserem guten Recht Gebrauch machen, uns selbst zu schützen. Das kann uns niemand verwehren.“ Vor allem in der Champions League fürchtet man wesentlich gefährlichere Szenarien als in Deutschland.

Gewalterfahrene Fans als Mitglieder von L.E. United

Man sehe sich selbst nicht „als Ersatz für den Ordnungsdienst“, aber man habe „in Frankfurt gemerkt, dass Leute aus unserem Bus gerne unseren Schutz angenommen haben. Wir haben viele Leute dabei, die einen körperlich recht stabilen Eindruck machen. Das schadet erstmal nicht“, verweist der Mann von L.E. United auf die Zusammensetzung der Gruppe. Dabei gehören ihr auch Menschen an, die schon früher bei anderen Leipziger Vereinen aktiv waren und Erfahrungen mit Gewalt im Fußball gemacht haben.

Als problematisch erkennt er den hohen Alkoholkonsum auf Auswärtsfahrten an. Generell wolle man sich als Gruppe aber immer wieder selbst reflektieren. Mit dem Verein sind regelmäßige Treffen vereinbart. „Wir werden innerhalb unserer Gruppe klar und hart miteinander reden, dass in Zukunft alles, was ein schlechtes Licht auf uns wirft, zu vermeiden ist. Unsere Mitglieder müssen verstehen, dass alles, was gesagt und getan wird, auf die Gruppe zurückfällt.“