RB Leipzig

Ralph Hasenhüttl nimmt Emil Forsberg und Naby Keita den Rucksack ab

13.10.2017, 11:14
Ralph Hasenhüttl
Ralph Hasenhüttl imago/Revierfoto

Ralph Hasenhüttl hat Emil Forsberg und Naby Keita gegen Kritik verteidigt. Beide hätten in der letzten Spielzeit „unmenschlich Gutes geleistet. Da ist es natürlich schwer, dieses Niveau wieder zu erreichen“, erklärt der Trainer von RB Leipzig im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung.

Emil Forsberg und Naby Keita mit Sonderbehandlung

„Beide wurden enorm gehypt, dann kamen im Sommer die Transfergeschichten, und die Jungs haben sich selbst nochmal enormen Druck gemacht. Im zweiten Jahr diese Leistung zu bestätigen, gerade bei der Mehrfachbelastung ist enorm schwer. Ich glaube nicht, dass sie momentan schlechte Spiele machen. Der Unterschied ist der zu den Top-top-Leistungen der Vorsaison.“

Eine Rolle spiele auch die besondere Behandlung, die Emil Forsberg und Naby Keita bei den Gegenspielern erfahren. „Sie haben keine Zeit mehr, sich den Ball in Ruhe zurechtzulegen. Da sind sofort zwei, drei Mann da, weil der Gegner weiß, dass von diesen Spielern sofort Gefahr ausgeht. Naby Keita wird nach der ersten Ballberührung oft gehalten oder auch mal von den Beinen geholt. Deshalb muss man die Jungs eher eine Spur schützen, und ihnen den Rucksack abnehmen, den sie sich umgehangen haben.“

Ralph Hasenhüttl hat keine Angst vor Spielerabgängen bei RB Leipzig

Dass man im kommenden Sommer Schlüsselspieler wie Naby Keita verliert, ficht Ralph Hasenhüttl nicht an. „Manchmal ist es sogar ganz gut, die besten Spieler abzugeben. Ich will nicht sagen, dass es gut ist, sie zu verlieren. Aber es ist nicht so dramatisch, weil so wieder neue Hierarchien entstehen, in der neue Spieler nach oben schwimmen und sich zeigen können. Und dadurch ein neuer Spirit entsteht.“

Generell müsse man in Deutschland damit leben, dass alle Vereine außer den Bayern „ein Stück weit“ Ausbildungsklubs sind. „Wir werden uns deshalb an diesen Topspielern etwas kürzer erfreuen, dafür schneller wieder Toptalente suchen müssen, um sie zu Topspielern zu machen.“ Mittelfristig wolle man RB Leipzig trotzdem zu einem Topteam entwickeln.

Zufriedenheit mit Saisonstart

Mit der bisherigen Saison ist Ralph Hasenhüttl absolut zufrieden. „Wir sind noch im Pokal, wir haben in der Bundesliga 13 Punkte, was ich sensationell finde. Wieviele haben gesagt, wir werden durch die Dreifachbelastung nicht erfolgreich sein. Wir sind fast ähnlich erfolgreich gestartet wie im vergangenen Jahr, und wir können in den nächsten Wochen nur gewinnen. Insofern finde ich, war es eine sehr aufschlussreiche erste intensive Phase.“

Auch für die Champions League gibt sich der RB-Coach optimistisch. Gegen Porto wolle man in der kommenden Woche wieder RB-Fußball zeigen. „Dann können wir gewinnen. Und wenn wir das tun, ist alles wieder offen. Wir sind in der Gruppe nicht ohne Chancen.“

Ralph Hasenhüttl und Pep Guardiola als Seelenverwandte

In der Länderspielpause hat Ralph Hasenhüttl nicht nur Zeit, ein paar freie Tage zu genießen, sondern traf sich auch mit Pep Guardiola auf dem Oktoberfest. „Ich habe zweimal mit Ingolstadt gegen Pep gespielt und wir haben uns nach den Spielen jeweils lange unterhalten. Wir sind als Fußballfreaks seelenverwandt.“