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RB Leipzig ärgert Rückzieher von Schiedsrichter Felix Brych im Spiel gegen Köln – Jesse Marsch: „Entscheidung klar falsch”

Von Ullrich Kroemer 18.09.2021, 22:33
Leipzig schimpft, Köln jubelt: Die Szenerie nach der Tor-Entscheidung von Felix Brych.
Leipzig schimpft, Köln jubelt: Die Szenerie nach der Tor-Entscheidung von Felix Brych. imago images/Picture Point LE

Vier Tore – je zwei auf jeder Seite – zählten wegen Abseitspositionen beim vogelwilden 1:1 (0:0) zwischen RB Leipzig und dem 1. FC Köln nicht. Und auch den Kölner Treffer zum 1:0 hatte Schiedsrichter Felix Brych zunächst nicht anerkannt, weil Kölns Stürmer Mark Uth Leipzigs Innenverteidiger Mohamed Simakan bei dessen Klärungsversuch vermeintlich gefoult hatte.

Jesse Marsch: „Es ist Foul”

Doch der Videoschiedsrichter schritt ein, nach minutenlanger Ansicht der immergleichen Videobilder ließ Brych den Treffer dann doch gelten (54.). Das brachte RB Leipzigs Trainer Jesse Marsch nach dem emotionalen Spiel auf die Palme. Eindringlich redete er nach der Partie auf den Unparteiischen ein. Im Sky-Interview sagte der 47-Jährige noch immer aufgeregt: „Ich muss mir das nicht anschauen, weil Mohamed Simakan mir gesagt hat, dass es ganz klar einen Kontakt gab, das kann man auch auf einem Standbild sehen.”

Als Marsch dann doch noch einmal die Bewegtbilder sah, sagte er: „Es ist Foul. Diese Entscheidung ist für mich klar falsch. In Amerika sagen wir, es muss clear and obvious sein, wenn der Schiedsrichter die Entscheidung auf dem Platz revidiert.” Dies sei aber nicht der Fall gewesen.

Marsch ärgern nicht gegebene Elfmeter für RB Leipzig gegen Man City und Bayern

In den Katakomben legte Marsch nach: „Eigentlich finde ich den Videobeweis gut, weil nach einer falschen Entscheidung eine richtige getroffen werden kann. In dieser Situation lautete die Entscheidung zunächst auf Foul. Das Knie von Uth hindert Mo am Schwung.” Darüberhinaus habe kein „klarer und offensichtlicher” Fehler vorgelegen, um die Entscheidung zu ändern, argumentierte Marsch.

Den US-Trainer ärgerte übrigens nicht nur die Schiedsrichter-Entscheidung in Köln. „Das war gegen Man City so, gegen Bayern auch. Nach 1:13 Minuten hatten wir einen klaren Elfmeter, aber kriegen ihn nicht. Dann kriegt Bayern einen”, echauffierte sich der Coach.

Beim 1:4 gegen die Bayern vor einer Woche hatte Thomas Müller den Ball in der zweiten Minute bei einer unorthodoxen Bewegung mit der Hand hinter dem Rücken aufgehalten. Gegen Man City hatte Abwehrspieler Nathan Aké in der ersten Minute gegen Christopher Nkunku den Fuß drübergehalten – ebenfalls ein Kann-Elfmeter, den RB nicht bekam.

Kein klares Foul, aber auch keine klare Fehlentscheidung

RBlive-Einschätzung: Simakan bleibt beim Klärungsversuch an Uths Knie hängen, weil er zuvor leicht das Gleichgewicht verloren hatte und weggerutscht war. Der Kölner touchiert Simakan zwar leicht, doch das ist eine natürlich Bewegung beim Nachsetzen, kein klares Foul. Das Tor wäre regelgerecht gewesen, wenn Brych es sofort gegeben hätte.

Der sagte denn auch später beim ZDF: „Für mich am Platz sah es auch zunächst aus wie ein Foul. Ich dachte, dass der Kölner Stürmer von hinten den Leipziger am Klärungsversuch gehindert hat. Vorm Bildschirm war es dann aber so, dass der Kölner einfach eher in der Aktion war - und der Leipziger bei seinem Ausholversuch den Kölner Stürmer getroffen oder gestreift hat. Deswegen können wir maximal von einem Kontakt reden, aber es ist definitiv kein Foul. Das Tor musste zählen."

Dennoch hätte der Münchner bei seiner ursprünglichen Wahrnehmung bleiben beziehungsweise der Videoschiedsrichter gar nicht erst eingreifen müssen. Dass Brych sich dann nach der einmal getroffenen Tatsachenentscheidung korrigierte, war also nicht regelkonform, da keine glasklare Fehlentscheidung vorlag.

(RBlive/ukr)