RB Leipzig

RB Leipzig: Mintzlaff stellt sich vor das Team – „Ziel war es nie, Deutscher Meister zu werden”

Von (RBlive/ukr)
02.03.2020, 13:30
„Aus einer Drei minus wieder eine Zwei plus machen”: RB Leipzigs Klubboss Oliver Mintzlaff.
„Aus einer Drei minus wieder eine Zwei plus machen”: RB Leipzigs Klubboss Oliver Mintzlaff. imago/Christian Schroedter

Verständnis statt zusätzlicher Druck: RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff übte nach dem schwachen 1:1 gegen Bayer Leverkusen keine harsche Kritik (wie nach dem 1:1 gegen Wolfsburg im Herbst), sondern stellte sich vor die Mannschaft und Trainer Julian Nagelsmann und betonte realistische Ziele statt Meisterschaftsträume.

Herr Mintzlaff, wie bewerten Sie das 1:1 gegen Leverkusen?
Oliver Mintzlaff: Das war nicht unser bestes Spiel. Wir waren nicht so griffig, haben vorn falsche Entscheidungen getroffen, hatten zu viele Ballverluste. Das 1:1 geht in Ordnung.

Sind Sie enttäuscht?
Ich bin nicht enttäuscht von der Mannschaft. Es war schließlich kein grottenschlechtes oder katastrophales Spiel. Ich finde es vielmehr schade, dass wir uns nicht belohnt haben. Klar, haben wir uns mehr erhofft, sind auch mit breiter Brust ins Spiel gegangenen. Aber wir konnten das, was der Trainer mit der Mannschaft geplant hat, nicht zu 100 Prozent umsetzen.

Heute ist nichts kaputtgegangen.

Oliver Mintzlaff

Gestehen Sie Ihren Spielern zu, dass das mal passieren kann?
Klar, kann das mal passieren. Wir sind Menschen und keine Maschinen. Leverkusen ist keine Laufkundschaft, sie haben sehr, sehr viel Qualität und Tempo mitgebracht. Wir wollten natürlich die drei Punkte hierbehalten, um Leverkusen nicht nur auf Abstand zu halten, sondern sicherzustellen, dass wir weiterhin auf einem Champions-League-Platz bleiben. Jetzt bleibt der Abstand gleich. Das ist schonmal wichtig für uns, weil unser Saisonziel war, sich für die Champions League zu qualifizieren. Da ist heute nichts kaputtgegangen.

Marcel Sabitzer war sehr selbstkritisch in der Analyse.
Ich fand auch, dass wir müde gewirkt haben. Ich fand es nicht ganz so kritisch wie ,Sabi’. Aber es war kein gutes Spiel, und dazu gehört auch, dass man kritisch damit umgeht und seine Leistung richtig bewerten kann. Jetzt müssen wir es in Wolfsburg besser machen.

Oliver Mintzlaff: „Wir befassen uns nicht mit dem Druck auf Bayern München”

Weshalb fällt es RB so schwer, gegen die Spitzenteams zu gewinnen?
Zumindest haben wir gegen die Topmannschaften nicht verloren. Das ist für uns auch schonmal eine Erkenntnis. Wir sind nicht angetreten, um die Bundesliga zu überrollen, sondern wir spielen unser viertes Bundesliga-Jahr. Wir haben noch nicht die Qualität, um am 25. Spieltag mit 15 Punkten Vorsprung in den Sonntagabend-Tatort zu gehen. Aber wir haben die Qualität, um mit diesen Topmannschaften mitzuspielen. Wenn wir unsere 120 Prozent abgeliefert hätten, hätten wir gegen Leverkusen mehr erreicht, als den einen Punkt.

Wie ärgerlich ist es, dass RB Leipzig den Druck auf Bayern München nicht so aufrecht erhalten konnte wie es mit einem Sieg möglich gewesen wäre? Unser Ziel war es nie, dass wir Deutscher Meister werden. Unser Ziel war Champions League. Deswegen befassen wir uns nicht mit dem Druck auf Bayern. Bayern könnte mit dem Druck ohnehin gut umgehen. Unsere Leistung hat keinen Einfluss auf die Resultate, die der FC Bayern gerade abliefert. Es geht um uns. Wir müssen schnell zurück in die Spur finden. Und das werden wir auch. Aus einer Drei minus heißt es, nächste Woche wieder eine Zwei oder Zwei plus zu machen.

Das Gespräch wurde in der Mixed Zone direkt nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen aufgezeichnet.