RB Leipzig

Traumtor mit Links: Yussuf Poulsen schenkt Tor nach 26 Sekunden seinem Sohn

Von Ullrich Kroemer 18.10.2020, 10:59
Alle Augen auf Poulsens Schuss: Treffer zum 2:0 gegen Augsburg.
Alle Augen auf Poulsens Schuss: Treffer zum 2:0 gegen Augsburg. imago/Philippe Ruiz

Yussuf Poulsen schloss die linke Hand um den Daumen der rechten und winkte mit den vier übrigen Fingern in die Kamera. Ein Gruß nach Hause in den Leipziger Stadtteil Schleußig zu seiner Verlobten und seinem einjährigen Sohn. „Mein kleiner Sohn macht das immer”, verriet der Däne nach seinem Traumtor.

Erst 26 Sekunden war Poulsen nach seiner Einwechslung in der 65. Minute auf dem Platz, als Dani Olmo ihm eine Bogenlampe auf den linken Fuß servierte. Das schnellste Jokertor in der RB-Bundesliga-Historie, teilte der Klub mit. „Ich weiß nicht, ob er das so wollte, aber der Ball kam gut, perfekt für einen Volley”, berichtete Poulsen nach seinem Coup. „Ich dachte einfach, probier' mal abzuschließen und habe getroffen.” Der RB-Rekordspieler (256 Einsätze) sagte bescheiden: „Jeder Stürmer hätte in der Situation abgeschlossen. Man trifft ihn nicht jedes Mal so gut.”

Nüchterne Worte für den wohl schönsten seiner 66 Treffer für Rasenballsport. Im Netz kursierten sofort Vergleiche mit dem Endspieltor bei der EM 1988 von Marco van Basten, als der gegen die damalige Sowjetunion nahezu identisch, nur spiegelverkehrt getroffen hatte.

Im Abschlusstraining vergab Yussuf Poulsen noch zwei Hundertprozentige

Trainer Julian Nagelsmann hatte seinen Stürmer zunächst geschont, weil der beim Sieg der Dänen gegen England (1:0) unter der Woche 90 Minuten auf dem Platz gestanden hatte. „Im Abschlusstraining hat er noch zwei hundertprozentige Chancen vergeigt, dann macht er so ein Tor”, staunte selbst Nagelsmann. „Das war technisch nicht so einfach mit seinem schwächeren linken Fuß. Das wird auf jeden Fall bei der Wahl zum Tor des Monats dazugehören”, prophezeite der Trainer.

Doch nicht nur wegen seines Treffers brachte Poulsen viel Schwung in die Partie. Vor dem Tor lief er die Augsburger Abwehr gewohnt aggressiv an. Dazu hatte er drei Abschlüsse – mehr als jeder andere Leipziger – und 21 Ballkontakte. Emil Forsberg, für den Poulsen kam, hatte es zuvor mit doppelt so viel Spielzeit nur 28 gebracht. Nagelsmann bekannte nach der Partie, dass dem Team bereits in der ersten Hälfte ein großer Mittelstürmer als Abnehmer für Flanken gut getan hätte. Doch der Chefcoach ließ Poulsen und auch Alexander Sörloth aus Gründen der Belastungssteuerung zunächst draußen.

Yussuf Poulsen „voller Energie” nach der Einwechslung

Der RB-Routinier verspürte trotz der kräftezehrenden Länderspielreise Kraft für 90 Minuten. „Ich fühle mich frisch, bin reingekommen und war voller Energie”, sagte Poulsen. Das körperliche Spiel gegen die Gastgeber war ganz nach seinem Geschmack. „Am Ende war es ein bisschen wild, wir hatten zu viele Ballverluste, aber insgesamt war der Sieg sehr verdient, weil wir die bessere Mannschaft waren.” Auch Dank des bestens ausfgelegten Yussuf Poulsen, der nun nach drei Ligaeinsätzen bereits zwei Tore und eine Vorlage auf dem Konto hat. (RBlive/ukr)