RB Leipzig

Uefa-Pläne für Deregulierung des FFP: Künftig grenzenlos Geld für RB Leipzig und Trainer Nagelsmann durch Red Bull?

Von (RBlive/hen)
28.03.2021, 16:48
Leipzigs Spieler beim Training: im Vordergrund steht eine Dose des Sponsors Red Bull
Leipzigs Spieler beim Training: im Vordergrund steht eine Dose des Sponsors Red Bull imago images/motivio

Plant die Uefa eine Reform des aktuellen Financial Faiyrplays? Diese Möglichkeit eröffnet ein Vorschlagspapier, das zuletzt den 36 Mitgliedern der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gezeigt und dem "kicker" zugespielt wurde. Darin wird eine "Deregulierung" des bestehenden Finanzierungslimits von Fußballklubs durch Geldgeber ins Auge gefasst.

Kauderwelsch übersetzt

Konkret, schreibt das Fachblatt, habe der europäische Dachverband seinen Mitgliedern einen Vorschlag überbracht, den die DFL auf einem Schaubild für seine Mitglieder so überschrieben hat. "UEFA FFP: Erstvorschlag Deregulierung". Demnach ziele die Reform auf eine "signifikante Änderung durch Liberalisierung von Investoren" ab. "Investoren-finanzierte Gesamtkosten wären unlimitiert. Klubs mit Investoren ohne Renditeerwartung würden profitieren", heißt es in dem Papier weiter.

Übersetzt bedeutet das Kauderwelsch: Sponsoren dürften künftig unlimitiert Geld zuschießen. Beim sächsischen Bundesligisten RB Leipzig etwa würde das bedeuten, dass GmbH-Besitzer und Hauptgeldgeber Red Bull bald ohne Grenzen Geld in sein deutsches Fußballgebilde stecken dürfte.

Kommt die Money League?

Damit würde man sich in Europa endgültig von der Regulierung der Branche verabschieden und einer Money-League Tür und Tor öffnen. Allerdings würde das auch bedeuten, dass kleinere Klubs von der Zuwendung eines reichen Sponsors profitieren könnten. Freilich steht dem hierzulande die 50+1-Regel im Weg, die eine lenkende Übernahme eines Vereins oder Klubs seitens eines Geldgebers unterbindet. 50+1 Stimme müssen immer beim Verein verbleiben. Ein Sponsor dürfte demnach zwar Geld geben, aber keine Kontrolle bei einem Klub übernehmen.

In der aktuellen Version des Financial Fairplay dürfen Klubs in einem Zeitraum von drei Jahren maximal ein Defizit von 30 Millionen Euro anhäufen und durch Investorengelder ausgleichen. Als kritisch gelten Konstellationen, in denen Sponsoren direkt oder indirekt als Klubeigentümer fungieren so wie das bei RB Leipzig der Fall ist oder in England die Abu Dhabi Group bei Manchester City.