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Von Ullrich Kroemer

Entscheidung gefallen Spiel gegen Tottenham findet vor Fans statt

Leere RĂ€nge in der Champions League? Nicht bei RB Leipzig, das Spiel gegen Tottenham findet vor Fans statt.

Leere RĂ€nge in der Champions League? Nicht bei RB Leipzig, das Spiel gegen Tottenham findet vor Fans statt.

RB Leipzig wird sein Champions-League-Achtelfinalspiel gegen Tottenham Hotspur (Di., 21 Uhr) vor Zuschauern austragen. Das entschieden OberbĂŒrgermeister Burkhard Jung, Gesundheits- und Ordnungsamt am Montagvormittag. Stadtsprecher Matthias Hasberg bestĂ€tigte Mitteldeutscher Zeitung/RBlive: „Das Spiel findet mit Zuschauern statt.”

„Ich bin sehr froh darĂŒber. Es wĂ€re ein Nachteil gewesen, ohne Fans zu spielen“, sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann am Montag: „Wir hoffen, dass die Fans viel singen und uns nach vorne treiben.“ Auch Abwehrspieler Lukas Klostermann begrĂŒĂŸte die Entscheidung. „Ich bin froh, dass wir unsere Fans im RĂŒcken haben werden. Ein Publikum kann immer noch die nötigen Prozente bei einem Team rauskitzeln und es nach vorne pushen“, sagte der Nationalspieler.

Die Stadt beruft sich bei ihrer Entscheidung vor allem auf zwei Punkte. Erstens: Großbritannien sei kein Risikogebiet. Und zweitens: „Das Robert-Koch-Institut (RKI, Anm.d.Red.) differenziert in seinen Handlungsempfehlungen immer noch zwischen Veranstaltungen, die drinnen und draußen stattfinden”, erklĂ€rte Hasberg. FĂŒr Veranstaltungen unter freien Himmel seien die Richtlinien bislang nicht angepasst worden, so Hasberg. Zudem sind Champions-League-Tickets im Vergleich zu Bundesliga-Karten stĂ€rker personalisiert – vor allem fĂŒr die GĂ€stefans – und möglicherweise Infizierte besser zu ĂŒberprĂŒfen. Auf dieser Grundlage sei die Entscheidung gefallen.

Entscheidung gegen die Empfehlung von Gesundheitsminister Spahn

Damit fĂ€llt sie gegen die Empfehlung von Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn, der am Sonntagnachmittag geraten hatte, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern abzusagen. Doch allein auf der Grundlage von Spahns Agenturzitaten mochten die Leipziger nicht entscheiden, sondern hielten sich an die weiter gĂŒltigen und bislang nicht angepassten Kriterien fĂŒr die RisikoeinschĂ€tzung des RKI vom 28. Februar, das ein Bundesinstitut ist.

So musste die Stadt zwischen Ministerempfehlung und aktuellen RKI-Richtlinien sowie GefĂ€hrdungsrisiko in Leipzig und Großbritannien abwĂ€gen. Ab zehn Uhr berieten Ordnungs- und Gesundheitsamt mit dem OberbĂŒrgermeister. ZunĂ€chst ohne, spĂ€ter mit RB Leipzig gemeinsam.

RB Leipzig stellt elektronische Desinfektionsmittelspender bereit

Eine politisch durchaus brisante Entscheidung, weil sie Vorbildcharakter fĂŒr weitere FĂ€lle hat. Fans von Borussia Dortmund und Schalke fragten sich bereits in den sozialen Netzwerken, warum das Revierderby ausfallen oder ohne Zuschauer stattfinden solle, wenn RB und „Spurs” spielen dĂŒrften. Andere Fans reagierten mit UnverstĂ€ndnis darĂŒber, dass RB und Stadt die Verantwortung ĂŒbernĂ€hmen, gegen die Empfehlung des Bundes zu handeln.

RB teilte mit, dass elektronische Desinfektionsmittelspender aufgestellt werden, nachdem beim Heimspiel zuvor gegen Leverkusen Desinfektionsmittel reihenweise geklaut worden waren. Kleine Mengen eigener Desinfektionsmittel dĂŒrfen mit ins Stadion genommen werden.

Ob RB Leipzig gegen SC Freiburg vor Fans stattfindet, wird separat entschieden

Ob das Bundesligaspiel am Samstag gegen den SC Freiburg (Sa., 15.30 Uhr) mit Zuschauern stattfinden kann, ist derzeit noch unklar und wird laut Stadt Leipzig vor dem Spiel neu bewertet. Die DFL hĂ€lt aber einen Bundesliga-Spieltag mit Zuschauern fĂŒr "nicht realistisch". (RBlive/ukr)

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