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Von Ullrich Kroemer

Gewinner der Corona-Pause Yussuf Poulsen trifft und hadert mit der Chancenverwertung

Ball abgeschirmt: Yussuf Poulsen gegen Robin Koch.

Ball abgeschirmt: Yussuf Poulsen gegen Robin Koch.

Über heftige Jubel-Umarmungen oder -Trauben oder abgestimmte Feierchoreografien mit Abstand zu den Mitspielern brauchte sich Yussuf Poulsen gar keine Gedanken zu machen. Als er den Ball mit einem mächtigen Kopfstoß zum erlösenden 1:1 gegen den SC Freiburg ins Tor gewuchtet hatte – und dabei einen Kopf höher in der Luft stand als sein ebenfalls mächtiger Gegenspieler Dominique Heintz – galt seine Aufmerksamkeit nur dem Spielgerät. „Ich wollte in dem Moment nur den Ball holen und ein zweites Tor machen, weil wir nicht zufrieden mit dem 1:1 waren”, sagte Poulsen. „Es gab nichts zu Jubeln, ich wollte nur weitermachen und den Ball auf den Anstoßpunkt legen.”

Natürlich freute sich Poulsen über seinen vierten Saisontreffer und den ersten in diesem Kalenderjahr – das letzte Tor hatte er noch in der Hinrunde erzielt. Doch der Däne haderte auch mit der Vielzahl an vergebenen Gelegenheiten für ihn und seine Kollegen. „Wir haben viel zu viele Chancen liegengelassen. Ich selbst habe Chancen vergeben, die ich normalerweise machen muss”, sagte Poulsen.

Yussuf Poulsen: „Es ist so, als ob wir aus der Sommerpause gekommen wären”

Nach einem Doppelpass hatte der 1,93-Meter-Mann freie Schussbahn, knallte den Ball aber über die Latte (73.). Eine scharfe Hereingabe von Timo Werner setzte Poulsen per Kopf neben das Tor (60.). „Es ist, als ob wir aus der Sommerpause gekommen wären. Da klappt auch nicht immer alles”, sagte er entschuldigend. „Wir hätten eher Bauchschmerzen gehabt, wenn wir keine Torchancen herausgespielt hätten. Insgesamt war das eine gute Leistung.”

Auch der eingewechswelte Ademola Lookman (56.), Konrad Laimer (2., 60.) und Timo Werner (14., 72.) hatten gute Schusschancen. Ebenso Marcel Halstenberg (52.) und Marcel Sabitzer aus der Distanz (84.). Doch entweder hielt der glänzend aufgelegte Freiburger Keeper Alexander Schwolow oder die Schüsse verfehlten das Ziel. Nur neun der 20 Leipziger Abschlüsse gingen auch aufs Tor. „Die wichtigste Erkenntnis ist, dass wir auch gegen tiefstehende Mannschaften viele, gute Chancen herausspielen können. Das ist ein großer Schritt”, sagte Cheftrainer Julian Nagelsmann. 

Die meisten Versuche erarbeitete sich Yussuf Poulsen (fünf Torschüsse, einer aufs Tor), der für den angeschlagenen Patrik Schick mal wieder von Beginn an spielen durfte. Zwar glückte dem 25-Jährigen längst nicht alles, doch er war deutlich besser ins Spiel eingebunden als in vielen Begegnungen zuvor und strahlte in seiner wohl besten Partie in dieser Saison endlich auch wieder Torgefahr aus.

„Ich habe die Zeit genutzt, um an meinen Defiziten zu arbeiten”

Teamintern gilt er als einer der Gewinner der Corona-Pause. „Ich habe gut trainiert, habe die Zeit genutzt, um an meinen Defiziten zu arbeiten und richtig in Form zu kommen”, sagte er. „Ich habe in der Zeit viel extra gemacht, das trägt jetzt Früchte.” Das war sogar zu sehen: Poulsen strotzte vor Kraft, die Muskeln an seinen sehnigen Körper schienen noch präsenter als zuvor.

Und die Chancenverwertung – da waren sich alle Protagonisten bei RB einig – wird mit mehr Spielpraxis besser. „Wir haben in den vergangenen Wochen nicht das nachstellen können, was heute gefordert war, weil wir nicht alle zusammen trainieren konnten”, erklärte Poulsen. „Es ist schwierig, so auf ein Spiel hinzutrainieren.” Auch Trainer Nagelsmann war sich sicher, dass die mangelnde Effektivität im Abschluss – „das Salz in der Suppe” – mit dem fehlenden Spielrhythmus zu tun habe. 

So hofft auch Yussuf Poulsen in den kommenden Spielen auf mehr Coolness vor dem Tor und auf weitere Tore, so wie im vergangenen Jahr, als er 16 mal traf. Er weiß, dass es dabei nicht nur um die Champions League geht, sondern auch um seine Zukunft in Leipzig. „Aus meinem Mund hat man nie gehört, dass ich gehen will. Das kommt irgendwo aus der Luft”, stellte er klar. (RBlive/ukr)