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Von Ullrich Kroemer

Trotz Chancen-Feuerwerk in Hälfte zwei RB Leipzig verliert Titelduell gegen Bayern München

Knapp dran, aber nur knapp: RB Leipzigs Kluivert gegen Bayerns Alaba.

Knapp dran, aber nur knapp: RB Leipzigs Kluivert gegen Bayerns Alaba.

Der Traum vom Meistertitel ist für RB Leipzig geplatzt. Der Herausforderer musste sich im Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern knapp mit 0:1 (0:1) geschlagen geben. Sollte bei den Münchnern nicht noch das Coronavirus ausbrechen, die Saison annulliert werden oder die Spieler in einen Streik treten, wird der Deutsche Meister auch im neunten Jahr in Serie FC Bayern München heißen. Doch die Leipziger beeindruckten durch eine ebenso entfesselte wie reife zweite Hälfte und sandten immerhin das Signal nach München, dass der Abstand zum Rekordmeister immer enger wird.

Das Spiel und Statistiken zum Nachlesen im Liveticker

Leipzig begann forsch und spielstark, selbstbewusst und körperlich präsent. Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern, die anfangs mehr Ballbesitz hatten. Viel lief über die rechte Seite von Christopher Nkunku, der flankte oder nach innen zog. Zumindest zu Beginn – das war im Stadion deutlich zu sehen und bis auf die Tribüne zu spüren – hatte Rasenballsport den Respekt vor dem großen FCB abgelegt und spielte so, wie es Trainer Julian Nagelsmann vorlebt: mit Mut und Überzeugung.

Loch im Tor- und Abwehrnetz

Doch RB holte in der druckvollen ersten halben Stunde zu wenig Zählbares heraus. Die einzige gute Gelegenheit, als Emil Forsberg nach Flanke von Nkunku artistisch mit der Fußspitze in den Ball flog, zählte wegen Abseitsposition nicht (19.). Sonst blieb Leipzig nur ein Distanzschuss von Marcel Sabitzer über das Tor (18.).

Die Bayern verteidigten auch ohne die gesperrten Alphonso Davies und Jerome Boateng hellwach – insbesondere Linksverteidiger Lucas Hernandez – und befreiten sich immer besser aus dem Leipziger Pressing und legten an Dominanz zu. Man konnte förmlich dabei zusehen, wie RB Prozent für Prozent an Ballbesitz abgab.

Der Führungstreffer war die logische Folge: Der Ex-Leipziger Joshua Kimmich, der in diesem Stadion seinen Durchbruch im Profifußball hatte, schickte Thomas Müller tief. Der sonst wache Sechser Tyler Adams musste gegen den Ur-Bajuwaren aushelfen, weil die Zuordnung hinten links bei RB in dieser Szene nicht stimmte und ließ Müller gewähren. Der sah den an der Strafraumkante völlig allein gelassenen Leon Goretzka, der den Ball mit so viel Wucht ins RB-Tor hämmerte, als wolle er ein weiteres Loch ins Tornetz schießen (38.). Die Partie hatte drei Minuten später begonnen, weil der Linienrichter ein Loch im RB-Tornetz entdeckt hatte, dass erst geflickt werden musste.

Chancenfeuerwerk für RB Leipzig

Ein Wirkungstreffer, den RB kurz verdauen musste. Doch nach Nagelsmanns Pausenansprache muss feurig ausgefallen sein. Denn zu Beginn der zweiten Hälfte entfachte Leipzig neuen Druck und schnürte die Münchner regelrecht in der eigenen Hälfte ein. RB öffnete jetzt das Visier komplett, kämpfte um die letzte Meisterchance und erspielte sich zahlreiche Chancen. Allein Olmo verfehlte das Tor zweimal nur knapp (52., 53.). Sabitzers Distanzschuss lenkte Bayern-Keeper Manuel Neuer mit den Fingerspitzen über die Latte (58.). Zumindest der Ausgleich, wenn nicht eine Führung wären jetzt verdient gewesen. Doch nicht umsonst ist Leipzigs Achillesferse in dieser Saison die Chancenverwertung. Aus einem Dutzend Torschüssen muss einfach einer sitzen, wenn man Deutscher Meister werden will.

Bayern ließ sich in der eigenen Hälfte einschnüren und brauchte bis zur 75. Minute, um selbst wieder gefährlich zu werden. Der eingewechselte Jamal Musiala schlenzte über das Tor; kurz darauf prüfte Müller Peter Gulacsi mit einem Schuss aufs kurze Eck (78.). Nagelsmann ging im Verlauf der zweiten Hälfte „all in”, wie die Pokerspieler sagen, und brachte alle (Sturm-)Trümpfe, die er zur Verfügung hat. Sogar der kopfballstarke Innenverteidiger Willi Orban fungierte in den Schlussminuten als Stürmer. Allein, es nützte nichts mehr. RB musste sich in diesem Spiel geschlagen geben und den Münchnern wohl zum erneuten Titel gratulieren. Die Bayern-Bosse jubelten auf der Tribüne ebenso wie die Kicker auf dem Rasen. Doch weiteren Respekt haben sie sich durch die furiose zweite Hälfte erarbeitet. (RBlive/ukr)