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ARD-Reportage "Totengräber des Fußballs" Ex-Funktionäre kritisieren Bilanztricks von RB und ManCity

Der Besitzer von Manchester City, Scheich Mansour.

Der Besitzer von Manchester City, Scheich Mansour.

Zu Beginn des Jahres 2020 erregte ein bilanzieller Trick von RB Leipzig mit Red Bull die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. In der ARD-Reportage von Sport Inside äußern sich frühere Funktionäre der Deutschen Fußball Liga (DFL) und Uefa enttäuscht über die geringe Durchschlagskraft des Financial Fairplay.

Klopp und Mourinho erschrocken vom CAS-Urteil

Das besagt vereinfacht, dass Vereine nur so viel ausgeben dürfen, wie sie einnehmen, sich also nicht übermäßig durch Spielertransfers verschulden können. RB Leipzig hat aktuell ligaweit hinter dem FC Bayern seit dem Bundesligaaufstieg mit einem Minus von 116 Millionen Euro die negativste Transferbilanz, international liegt Manchester City mit 627 Millionen Euro abgeschlagen auf der Spitzenposition der Einkäufer. Kaschiert wurden die Ausgaben durch überhöhte Sponsorenverträge. Eigentlich sollten die Engländer dafür für zwei Jahre aus der Champions League gebannt werden, wurden aber vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) freigesprochen. Das hatte auch Trainer wie Jürgen Klopp oder José  Mourinho erschrocken.

Sportökonom kritisiert Manchester City und RB Leipzig

Den "Debt Equity Swap", mit dem Red Bull gegenüber der Rasenballsport Leipzig GmbH im Frühjahr 100 Millionen Euro an Schulden in weitere Unternehmensanteile umwandelte, sieht Sportökonom Christoph Breuer ähnlich kritisch. "Was Klubs wie Man City und RB Leipzig eint, ist, dass sie alle Möglichkeiten ausloten, ihre finanziellen und bilanziellen Möglichkeiten so zu optimieren, dass sie im sportlichen Wettbewerb bestmöglich bestehen können. Die Problematik ist, dass sie Regeln wie das Financial Fairplay nicht mehr gegeben sehen."

Auch der ehemalige DFL-Geschäftsführer Christian Müller kritisiert das Vorgehen, "möglichst geschickt die Widerstandskraft der Regeln von DFL und Uefa herauszufordern."

Umgeht RB Leipzig "den Geist" des Regelwerks?

In der Tat hatte RB den vollkommen legalen Schachzug öffentlich verteidigt und geht mit der eigenen Kreativität, im Rahmen des Möglichen jegliche Grenzen auszuloten, seit jeher offen um. So gesehen dürften derlei Zahlenspiele niemanden in der Branche überraschen, zumal auch anderen Größen wie Borussia Dortmund oder Bayern München mit ihren Aktiengesellschaften längst dem Bild des Traditionsvereins entwachsen sind. Christoph Breuer findet, der finanzielle Winkelzug sei rechtlich nicht zu beanstanden, aber nicht üblich in der Branche. "In der Bundesliga ist das umso bedeutsamer, weil es im Gegensatz zur Normalwirtschaft einen sehr engen Wettbewerb haben." Ähnlich sieht es Müller, der beanstandet, dass der "Geist des Regelwerks" missachtet wird.

Topvereine sind beim Financial Fairplay im Vorteil

Auch der frühere Uefa-Funktionär William Gaillard sieht einen zu großen "Widerspruch zwischen den Regeln des Financial Fairplay, die finanzielle Situation eines Klubs zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beleuchten und der Art der Tricks, die sie anwenden können um es zu umgehen."  Insbesondere, weil eine Besserstellung der großen Player innerhalb der Institutionen hausgemacht ist, wie Christian Constantin, Präsident des FC Sion, 2018 sagte. "Gegen die großen Vereine hat die UEFA nichts in der Hand. Wie willst du Bayern München, Manchester, Paris St. Germain, Barcelona oder Real Madrid bestrafen? Wenn du Fernsehbilder verkaufen willst, auf denen die großen Akteure nicht zu sehen sind, werden die Sender ablehnen." Sein Verein war 2018 für zwei Jahre vom Europapokal ausgeschlossen worden, weil eine Transfersumme zu spät überwiesen wurde. 

Transferdefizit ist längst nicht mehr so negativ

RB Leipzig ist nun bereits seit 2017 dauerhaft international vertreten und war zuletzt bis ins Halbfinale der Champions League gekommen, schickt sich also ebenfalls an, im Konzert der Großen mitzuspielen. Der Vergleich mit dem Scheichklub aus der Premier League hinkt aber insofern, als dass die Transferbilanz heute deutlich besser liest, wenn man nicht mehr fünf Jahre zurück rechnet, sondern vier. Seit 2017 hat RB "nur" 37,84 Millionen Euro mehr ausgegeben, als eingenommen. In den letzten zwei Jahren steht unter dem Strich sogar ein Plus von 1,12 Millionen Euro. Dass nicht mit vollen Händen ausgegeben wird, war besonders in der letzten Transferphase zu beobachten. Der Idee einer Gehaltsobergrenze, die die Uefa aktuell "gründlich prüfen" will, steht der Verein zumindest offen gegenüber. (RBlive)

(RBlive/msc)