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Von Ullrich Kroemer

„Findungsphase als Chance” Mintzlaff von Marsch „mehr denn je überzeugt”

„Gar kein Fragezeichen, sondern ein großes Ausrufezeichen”: Oliver Mintzlaff über Jesse Marsch.

„Gar kein Fragezeichen, sondern ein großes Ausrufezeichen”: Oliver Mintzlaff über Jesse Marsch.

Nach RB Leipzigs 6:0 gegen die Hertha wäre es einfach gewesen, sich hinter Trainer Jesse Marsch zu stellen. Doch der Vereinsvorsitzende und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff stärkte dem angeschlagenen Coach vor dem Spiel in kleiner Medienrunde den Rücken. Gleiches hatte er auch bei der Mitgliederversammlung am Samstag getan.

„Wir sind mehr denn je von unserem neuen Trainer überzeugt. Da gibt es gar kein Fragezeichen, sondern ein großes Ausrufezeichen. Jesse und seine Trainingsarbeit sind fantastisch”, ist Mintzlaff überzeugt. Dabei stellte er auch Vergleiche zu Vorgänger Julian Nagelsmann an. „Wir wussten, dass es im Vergleich zu Julian ein Stück weit weg von Ballbesitz- zu mehr Pressing- und Umschaltspiel geht und dass das etwas braucht”, betonte der 46-Jährige.

Mintzlaff: „Dann stehe ich hier genauso und sage: Wir haben uns getäuscht ...”

Dabei erinnerte er auch an die Startphase unter Nagelsmann. „Wir haben auch mit Julian im ersten Jahr anfangs keine tollen Spiele abgeliefert. Aber da waren die Resultate anders. Intern haben wir damals darüber gesprochen, ob das Tempo der Umsetzung der Spielidee etwas zu schnell geht. Das fällt natürlich weniger auf, wenn du mehr Punkte geholt hast.” Damals hatte RB im Herbst 2019 ebenfalls eine schlechte Phase mit wenigen Siegen und zwei Niederlage beim SC Freiburg und daheim gegen Schalke.

Mintzlaff bezog seine Rückendeckung nicht nur auf das Trainerteam, sondern den gesamten Staff, bei dem an die 30 Personalien und viele Abläufe verändert wurden, etwa durch die Verpflichtung von Sportwissenschaftler Jack Nayler. „Es gibt verschiedene Ansätze, die diskutiert und implementiert werden müssen. Das dauert länger, als wir es mit diesem fantastischen Kader gedacht haben. Aber wir sind auf dem richtigen Weg und wir geben dem Ganzen Zeit”, betonte Mintzlaff. „Dafür übernehme ich die Gesamtverantwortung, auch wenn es nicht laufen sollte. Dann stehe ich hier genauso und sage: Wir haben uns getäuscht. Aber davon gehe ich nicht aus, weil wir eine große Überzeugung haben, dass das, was wir tun, das Richtige ist.”

RB Leipzig rückt „noch enger zusammen, wenn es mal ein bisschen rumpelt”

Dass RB nach der schlechtesten Startphase der Vereinsgeschichte lernen musste, mit Negativerlebnissen umzugehen, hat auch positive Facetten, findet Mintzlaff. „Wir rücken noch näher und enger zusammen. Das ist eine Findungsphase, in der die Rädchen noch nicht ineinander greifen. Ich sehe das jetzt sogar als Chance, wenn es in unserer jungen Vereinsgeschichte mal ein bisschen rumpelt, noch mehr Team zu werden. Wenn Fehler passierten, dürfen wir uns nicht über die Fehler des anderen aufregen, sondern uns fragen, wie wir das gemeinsam lösen können.”

Auch Marsch hatte bereits am Freitag betont: „Die Zusammenarbeit und Unterstützung im Verein sind überragend. Ich habe nicht einen Moment Stress, sondern nur Unterstützung bekommen – und das obwohl wir nicht die richtigen Ergebnisse eingefahren haben. Das hilft mir, mich auf meine Arbeit mit der Mannschaft zu fokussieren.” Wenn Marsch nun auch die Spiele gegen Brügge und Bochum gewinnt, hat er in der anschließenden Länderspielpause auch extern die nötige Ruhe, an der neuen RB-Spielidee zu feilen.

(RBlive/ukr)