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Von Martin Henkel

Nagelsmann zu den Bayern? RB-Coach berichtet von Beziehungsproblemen mit seinem Arbeitgeber

Verein und Trainer: Oliver Mintzlaff und Julian Nagelsmann (r.)

Verein und Trainer: Oliver Mintzlaff und Julian Nagelsmann (r.)

Arbeitsverh├Ąltnisse sind auf den Kopf gestellte Liebesbeziehungen. Bzw. sie gestalten sich nach mittelalterlichem Muster. Man heiratet und lernt sich dann erst kennen. Julian Nagelsmann hat nun erkl├Ąrt, das sei bei ihm und RB Leipzig nicht anders gewesen - und zwar durchsetzt von einigen Reibereien. "Ich hab schon oft gesagt", so der 33-J├Ąhrige auf der PK vor dem Spiel am Dienstag gegen den 1. FC K├Âln (18.30 Uhr), "dass wir ein bisschen gebraucht haben, uns alle kennenzulernen."

Kein Kontakt zu den Bayern

Die Aussagen des geb├╝rtigen Landsbergers fallen zu einem brisanten Zeitpunkt, denn der Coach der Sachsen wird als hei├čer Kandidat f├╝r die Nachfolge beim FC Bayern M├╝nchen gehandelt, bei dem Trainer Hansi Flick am vergangenen Samstag erkl├Ąrte, er werde seinen Arbeitgeber um Aufl├Âsung seines eigentlich bis 2023 g├╝ltigen Vertrages im Sommer bitten. Nagelsmann verneinte zwar, dass jemand vom Tabellenf├╝hrer Kontakt zu ihm oder seinen Beratern aufgenommen h├Ątte, doch man konnte seine Aussagen auch gut als Einladung verstehen, es endlich zu tun. Es sei ÔÇ×schwierig, sich selbst ins Gespr├Ąch zu bringen, wenn nichts ist", sagte er.  Ich kann mich auch nicht hinsetzen und sagen, ich mache morgen mit Lena Gercke Schluss, weil ich nie mit ihr zusammen war.ÔÇŁ

Hei├čt, erstmal m├╝ssen wir reden, dann kann ich konkret etwas dazu sagen. Vorausgesetzt, ich will ├╝berhaupt reden, wozu Nagelsmann offenbar bereit ist. Wer w├Ąre das freilich nicht, wenn der Rekordmeisters anklopft.

Kein Nachteil in der Bayern-Kabine

Dennoch ist kaum Eile geboten, m├Âchte man meinen, wenn man auf Nagelsmanns Alter schaut: 33. Auf seine Vita: erst zwei Profiteams trainiert. Seine Erfolge: kein Titel. Und seinen Vertrag: bis 2023 ohne Ausstiegsklausel. Hinzu kommt die Aussicht, sich in der kommenden Saison gegen einen mit sich selbst besch├Ąftigten Branchenprimus in der Liga durchsetzen zu k├Ânnen. Als Meister an die S├Ąbener Stra├če zu wechseln, ist kein Nachteil in der Bayern-Kabine.

Warum also doch alle T├╝ren offenhalten? Weil vielleicht nicht alles so harmonisch zwischen RB und Nagelsmann ist, wie es in den vergangenen Monaten den Anschein hatte. Der Trainer f├╝hrte jedenfalls ├╝berraschend aus, dass es im ersten Jahr weit ungem├╝tlicher zwischen Trainerstab und Vereinsf├╝hrung zuging, als angenommen. Vor allem in der vergangenen R├╝ckrunde plus Sommer soll das Verh├Ąltnis angespannt gewesen sein. 

Nagelsmann bekam die Spieler nicht, die er im Winter haben wollte. Vor allem nicht die geforderte Routine. Die RB-Macher wiederum st├Ârten sich an seinem manchmal ├╝berbordenden Ehrgeiz, einiger Eigenbr├Âtelei in der t├Ąglichen Arbeit und an einem mitunter ambivalenten Umgang mit der Mannschaft, der zwischen Laufenlassen und harscher Kritik in der ├ľffentlichkeit schwankte. Zudem rutschte das Team nach der Winterpause von Platz eins auf drei ab und geriet kurz in Gefahr, die Teilnahme an der Champions League zu verspielen.

Elefantentreffen mit Mateschitz

Ein Graus f├╝r den Klub vom Cottaweg, dessen Gesch├Ąftsmodell mittlerweile auf die K├Ânigsklasse zugeschnitten ist. Nicht unbedingt des Geldes wegen, sondern weil die Aussicht auf K├Ânigsklassenspiele ein Pfund beim Werben von Talenten ist. Einen wie den spanischen Nationalspieler Dani Olmo h├Ątte man ohne diese Aussicht kaum f├╝r einen Wechsel nach Leipzig begeistern k├Ânnen.

Nagelsmann lie├č deshalb erkennen, dass nicht jeder ein Freund seiner Herangehensweise gewesen ist. "Es war ein sehr verschworener Haufen hier, was auch gut ist. Dann kam ich mit einem kleinen Team hierher. Das hat ein bisschen gebraucht, mit allem. Wir haben den Fu├čball ein bisschen umgekrempelt, haben bisschen was neu gemacht, haben in der F├╝hrung was anders gemacht. Damit muss jeder erstmal warm werden. Das ist vorwurfsfrei und ganz normal, wenn du eine stabile und erfolgreiche Struktur durcheinanderwirbelst, das braucht Zeit. So war das mit Oliver Mintzlaff wie anderen Kollegen und Mitarbeitern auch."

Um die Differenzen auszur├Ąumen, gab es im Sommer ein Elefantentreffen mit der Vereinsspitze, Nagelsmann und Sportdirektor Markus Kr├Âsche. Auch Red-Bull-Gr├╝nder Dietrich Mateschitz soll anwesend gewesen sein.

Nagelsmann lie├č allerdings durchblicken, dass das Gespr├Ąch eher einen f├╝r ihn erfreulichen Verlauf hatte. "Wir haben ├╝ber das erste Jahr gesprochen und eine Strategie festgelegt, wie die Zusammenarbeit f├╝r die neue Saison ist, mit der ich sehr zufrieden bin. Ich habe gro├čes Mitspracherecht. Von dem her ist hier alles in Ordnung." Aber es ist wohl keine Liebesbeziehung daraus entstanden. Dieser Faktor ist nicht unerheblich, was die Frage betrifft: Bleibt Nagelsmann in Leipzig - oder zieht es ihn nach nur zwei Jahren trotz g├╝ltigen Vertrags eigentlich weg? (RBlive/hen)