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Nach 133 torlosen Tagen: Sabitzers Freistoßtor-Premiere dank Mentaltrick

Von Ullrich Kroemer
Erster Freistoßtreffer für RB Leipzig: Marcel Sabitzer (Foto: imago).

Erster Freistoßtreffer für RB Leipzig: Marcel Sabitzer (Foto: imago).

Marcel Sabitzer hatte sich den Ball nach dem umstrittenen Freistoß-Pfiff für Yussuf Poulsen sofort bereitgelegt. Brumas Angebot, die Ausführung abzugeben, lehnte er kopfschüttelnd ab. Der Österreicher atmete einmal tief durch und zirkelte den Ball passgenau über Mario Gomez‘ Scheitel in den linken Winkel. Stuttgarts Torhüter Ron-Robert Zieler konnte nur hinterherschauen, wie die Kugel im Netz einschlug – ein Traumtor. Und Sabitzers erster Freistoßtreffer seit 2015. Damals hatte er noch das Trikot von Red Bull Salzburg getragen.

„Für mich war klar, dass ich den Ball nehme und aufs Tor schieße”, sagte Sabitzer hernach und verriet einen Mentaltrick: „Man denkt kurz darüber nach, wie schön das wäre, wenn der jetzt drin wäre”, sagte der 24-Jährige. „Klappt nicht immer, heute hat’s gepasst.”

Sabitzer: „Wollten den Sieg unbedingt”

Für RB Leipzig war der Treffer spielentscheidend, da den Gästen die Partie nach dem 1:1 zu entgleiten drohte. „Wir haben zu wenige Bälle vorn festgemacht”, analysierte Sabitzer. Doch die Umstellung auf eine Raute im Mittelfeld brachte mehr Ballkontrolle. „Bruma und Emil haben es dann gut gemacht”, lobte der Torschütze. „Die drei Punkte sind extrem wichtig für uns. Vergangene Woche hatten wir uns schon den Sieg verdient gehabt, heute wollten wir ihn unbedingt.”

Besonders befreiend war der Treffer aber auch für Sabitzer selbst. Seit seinem Doppelpack beim 6:0 gegen Nürnberg Anfang Oktober hatte er nicht mehr getroffen. In der Rückrunde war Sabitzer zuletzt stets die tragische Figur gewesen, als er etwa beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt aufopferungsvoll kämpfte, aber den Ball einfach nicht im Tor unterbrachte.

Sabitzer: „Ich war nicht gerade vom Glück verfolgt”

„Unter der Woche treffe ich regelmäßig, aber im Spiel wollte es zuletzt nicht funktionieren. Einmal die Stange, einmal der Torwart – ich war nicht gerade vom Glück verfolgt, sagte der Steirer. In Stuttgart belohnte er sich für die harte Arbeit in den vergangenen Spielen; dank seines feinen Füßchens – und des Mentaltricks.