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Dayot Upamecano über seine Jugend: „Habe auf dem Feld mehr gesprochen, als abseits davon“

Der ganze Fokus von Dayot Upamecano galt immer dem Fußball. (Foto: Imago)

Der ganze Fokus von Dayot Upamecano galt immer dem Fußball. (Foto: Imago)

Dayot Upamecano hat in einem längeren Interview auch über seine Jugend Auskunft gegeben. Dabei beschreibt er auch, dass er in seiner Jugend Sprachprobleme gehabt habe.

„Ich hatte Probleme, mich gegenüber Klassenkameraden, Trainern und anderen Menschen auszudrücken“, erklärt Upamecano im Interview mit sofoot.com. „Deswegen sprach ich wenig. Aber sobald ich das Feld betrat, habe ich mich verändert. Dort habe ich mehr geredet, als abseits des Feldes.“

Dayot Upamencao bekommt Sprachtherapie

Als Dayot Upamecano 15 war, kümmerten sich sogar Sprachtherapeuten um den jungen Fußballer. Dabei ging es um Befürchtungen einer Lese- und Sprachstörung. „Das hat mir geholfen. Weil ich ein wenig stotterte, war es auch nötig geworden. Das Problem war aber gegenüber anderen Spielern nie eine Nachteil. Niemand hat je dazu Bemerkungen gemacht.“

Vielmehr hätten die Probleme dazu geführt, Upamecano „mental stärker“ zu machen. „Ich wollte die Situation meistern und nicht wegen der Schwierigkeiten aufgeben.“ Als Spieler eines deutschen Bundesligisten, der um die Champions League mitspielt, hat es der Innenverteidiger wohl geschafft, seinen Weg zu gehen.

Von den Bolzplätzen Frankreichs in die deutsche Bundesliga

Dieser Weg begann in Evreux auf den Bolzplätzen. Die Welt des heranwachsenden Upamecano bestand aus „Freunden und Fußball. Wenn ich nicht trainierte, habe ich mit meinen Freunden gespielt.“ Aus Evreux stammen deshalb viele Profifußballer wie Rafik Guitane, Ousmane Dembele oder Samuel Grandsir. „Wenn keine Schule war, sind Rafik, Ousmane und ich immer direkt auf die Fußballfelder der Nachbarschaft gegangen.“

Mit 15 ging es dann zum FC Valenciennes. Den Weg ging er gemeinsam mit Eder Verissimo, einem anderen Jungen aus Evreux. „Ich war beruhigt, mit Eder dort zu sein. Die Ausbilder in Evreux gaben mir Selbstvertrauen und sagten, dass ich mich nicht stressen soll. Ich spielte meinen Fußball und Valenciennes nahm mich.“ Einfach war der Schritt für Upamecano dann allerdings nicht. „Allein ohne Familie zu sein, ist in dem Alter manchmal sehr hart.“ Auch da war Eder Verissimo ein wichtiger Begleiter: „Wenn es ihm nicht gut ging, habe ich ihm geholfen. Wenn es mir nicht gut ging, hat er mir geholfen.“

Der Schritt nach Salzburg war dann mit 17 ein großer. Dabei habe sich Upamecano auch gegen ein Angebot von Manchester United entschieden. „Es mag ungewöhnlich sein, in ein deutschsprachiges Land zu gehen, wenn ich selbst auf französisch schon wenig geredet habe.“ Aber die Trainingsbedingungen waren überzeugend. Zudem gab es in Salzburg bereits eine Reihe von ausländischen Spielern. „Die Vielfalt dort hat mir gefallen.“

Dayot Upamecano will ganz hoch hinaus

Von Ralf Rangnick spricht Dayot Upamecano mit viel Respekt. „Er ist sehr geradlinig und diszipliniert. Er legt viel Wert auf die mentale Vorbereitung und redet viel mit mir.“ Der heutige RB-Trainer habe ihm auch erklärt, dass er in seiner Karriere viel erreichen kann, wenn er viel arbeitet.

Das könnte den 20-Jährigen künftig auch ins Nationalteam führen. „Im Moment bin ich aber Spieler der U21 und hoffe, dass ich für die Europameisterschaft nominiert werde“, gibt sich Dayot Upamecano aber bescheiden. „Darauf konzentriere ich mich. Danach möchte ich mich weiter entwickeln. Über mehr denke ich nicht nach.“ So weit wie möglich will er in Zukunft noch kommen, auch wenn er nicht weiß, wohin es ihn damit verschlagen wird. „Ich habe hohe Ziele“, macht Dayot Upamecano lediglich klar.

(RBlive/ mki)