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„Ärgere mich bisschen”: Nagelsmann fordert Rangnick im Taktik-Duell alles ab

Im Gleichschritt: Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick

Im Gleichschritt: Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick
Copyright: imago/Jan Huebner

Spiele zwischen RB Leipzig und TSG Hoffenheim sind nicht immer schön anzusehen. RB-Trainer Ralf Rangnick räumte nach dem 1:1 (0:1) am Montagabend ein: „Es war kein Leckerbissenspiel, dafür machen es beide Mannschaften zu gut gegen den Ball.”

Höchst spannend zu beobachten hingegen war das Taktik-Duell zwischen den Trainern Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick an der Seitenlinie, bei dem der designierte Rangnick-Nachfolger seinem künftigen Sportdirektor und Mentor alles abverlangte.

Rangnick: „Wenn ich die Uhr zurückdrehen könnte, …”

Denn darauf, dass Hoffenheim mit Viererkette und dem zentralen Abwehrspieler Florian Grillitsch mal als Sechser, mal als Aufbauspieler im Abwehrverbund agierte und Joelinton einen Zehner gab, der teils an der Mittellinie ackerte, Diego Demme ausbremste und damit RB am Spielaufbau hinderte, hatte Rangnick in der Form nicht gerechnet. Nagelsmann erklärte: „Florian Grillitsch war bei eigenem Ballbesitz in der Dreierkette und defensiv als zentraler Verteidiger auf der Sechs eingeteilt und hat es speziell in der ersten Halbzeit sehr, sehr gut gelöst.” Auch Joelinton habe es „ordentlich gemacht”. Eine Untertreibung.

RB hingegen fand im 5-3-2-System in der ersten halben Stunde keinen Zugriff, verlor zu viele Zweikämpfe, immer wieder viel zu schnell auch den Ball und bekam keine Ordnung ins Spiel. So räumte Rangnick ein: „Wenn ich die Uhr zurückdrehen könnte, hätten wir von Beginn an in der uns vertrauten 4-2-2-2-Grundordnung gespielt und Tyler Adams von Anfang an gebracht.”

Dabei, so Rangnick, hatte er „das Gespür, dass Hoffenheim vielleicht nur mit zwei Innenverteidigern beginnt. Ich habe die ganze Woche über mit meinem Trainerstab diskutiert.” Darüber, dass er dennoch mit Fünferkette begann, „ärgere ich mich ein kleines bisschen”, bekannte Rangnick.

Nagelsmann denkt wie ein Schachspieler

So musste der 60-Jährige nach einer halben Stunde reagieren, stellte per Zettel-Anweisung auf Vierer-Abwehrkette und Raute im Mittelfeld um und schickte Stefan Ilsanker ins Duell mit Joelinton, was Hoffenheim die Durchschlagskraft nahm. Zwar hatte Nagelsmann diese Reaktion erwartet wie ein Schachspieler, der immer zwei, drei Züge vorausdenkt. „Wir hatten es vorbereitet, aber die Anpassung hat länger gedauert”, so der 31-Jährige.

In der zweiten Halbzeit stellte Rangnick dann nochmals um – diesmal konsequent –, brachte Tyler Adams und später auch Kevin Kampl und agierte im gewohnten 4-2-2-2. „Dann haben wir es geschafft, das Spiel zu einem Battle zu machen”, sagte Rangnick.

„Flüsterpost”: Künftig gemeinsame Schlachtpläne der Taktik-Vordenker

Sein jüngerer Kollege versuchte mit zwei weiteren taktischen Veränderungen, unter anderem der Änderung auf Fünferkette, zu reagieren. Auch Nagelsmann bediente sich dabei eines Zettels und erklärte launig: „Sie kennen das berühmte Spiel Flüsterpost, bei dem am Ende in den seltensten Fällen das herauskommt, was am Anfang gesagt wurde. Einen Kuli hat keiner dabei, insofern ist ein Zettel manchmal ganz ratsam.” Rangnick fügte schmunzelnd an: „Flüsterpost kannte ich bisher noch nicht, wir haben früher immer stille Post dazu gesagt.”

Und auch auf dem Spielfeld behielt Rangnick das letzte Wort, RB drängte ab der 80. Minute immer vehementer auf den Ausgleich und hätte die Partie am Ende sogar noch gewinnen können. Nach dem Taktik-Zweikampf auf höchstem Niveau, bei dem es auch um jede Menge Prestige zwischen Rangnick und Nagelsmann ging, stellte Rangnick lapidar fest: „Dafür sind Trainer da, dass sie strategisch reagieren. Dass es Umstellungen gibt, gehört mittlerweile beim Fußball dazu. Und das ist auch gut so.” Man darf darauf gespannt sein, was taktisch möglich ist, wenn ab der kommenden Saison beide Taktik-Vordenker der Liga die Köpfe zusammenstecken und gemeinsame Schlachtpläne aushecken.

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