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Von Ullrich Kroemer

Assist von Borkowski, erste Minuten für „Krake” Martel Viertes Nachwuchsdebüt unter Nagelsmann

Kraftvoll: Eric Martel debütierte bei den Profis von RB Leipzig (Archivfoto).

Kraftvoll: Eric Martel debütierte bei den Profis von RB Leipzig (Archivfoto).

Zwei Monate lang hatte sich Eric Martel bereitgehalten. Seit Ende Oktober hatte es der 18 Jahre alte Nachwuchsspieler von RB Leipzig immer wieder in den Profikader geschafft. In den vier Champions-League-Spielen gegen Manchester United und Paris St. Germain war er beispielsweise dabei und hätte aushelfen müssen, wenn sich ein Abwehrspieler verletzt hätte. Zuletzt war er der einzige Innenverteidiger, der auf der Bank der Leipziger noch zur Verfügung stand.

Nun hat er beim 3:0 im DFB-Pokal beim FC Augsburg seine ersten Einsatzminuten erhalten. In der 88. Minute schickte Trainer Julian Nagelsmann den Youngster, den sie wegen seiner großen Reichweite „Krake” nennen, für Dayot Upamecano aufs Feld. Dass der stabile 1,86-Meter-Mann nur drei Ballkontakte hatte und zwei Pässe spielte, die beide nicht ankamen, machte nichts. Wichtig ist, dass der gebürtige Straubinger, der 2018 von Jahn Regensburg nach Leipzig gewechselt war, sein Debüt gab und seine ersten Profiminuten sammelte – und das auch noch unweit der Heimat.

Talent Borkowski wird eingewechselt, Königstransfer Sörloth nicht ...

„Wir konnten Eric Martel belohnen”, sagte Nagelsmann. „Ich finde es immer gut, wenn Nachwuchsspieler, die so wie er fast ein halbes Jahr lang im Training immer an ihre Grenzen gehen, ein paar Minuten und zwei, drei Aktionen bekommen”, lobte der Trainer.

Bereits seinen vierten Profieinsatz hatte Dennis Borkowski, der sogar 13 Minuten Spielzeit erhielt, und mit einem seiner zwei Ballkontakte das 3:0 von Angeliño einleitete. Im Gegenpressing nahm Borkowski Augsburgs Daniel Caligiuri nach einer Ecke an der Strafraumkante den Ball ab, der zu Topscorer Angel flipperte. Der Spanier erzielte sein achtes Saisontor per Traumschlenzer ins lange Ecke – und Borkowski kann über Weihnachten seinen ersten Assist im Profifußball feiern. Dass er dem 20 Millionen Euro schweren Königstransfer Alexander Sörloth vorgezogen wurde, der nicht eingewechselt wurde, ist auch eine Aussage.

Krater zwischen Profis und Nachwuchs ein Stück geschlossen

Gemeinsam mit Joscha Wosz und Tom Krauß (in der vergangenen Saison) haben unter Nagelsmann nun bereits vier RB-Talente aus der eigenen Nachwuchsabteilung bei den Profis debütiert. Eine deutliche Entwicklung im Vergleich zu den vergangenen Jahren, als lediglich Erik Majetschak mal ein paar Minuten in der Europa League bekommen hatte und sonst seit dem Bundesligaaufstieg kein einziger aus dem RB-Nachwuchs zum Zuge gekommen war.

In der aktuellen Situation, in der der Verschleiß außergewöhnlich hoch ist, rückten die Youngster gezielt enger ans Profiteam heran und werden von Nagelsmann gefördert und zu mehr Selbstvertrauen ermutigt. Bis auf die Torhüter sowie die Talente Hugo Novoa und den lange verletzten Fabrice Hartmann haben inzwischen alle Spieler, die regelmäßig bei den Profis dabei sind, Einsatzzeiten bekommen. Ein deutlicher Wandel was die Zusammenarbeit zwischen Nachwuchsabteilung und Profis angeht. Nagelsmann auf der einen und die Leiter der Nachwuchsabteilung auf der anderen Seite haben den zuvor zwischen Talenten und Profis klaffenden Krater ein Stück geschlossen. Auch ein Signal an die anderen Nachwuchsspieler, dass der Sprung möglich ist. (RBlive/ukr)