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Von Ullrich Kroemer

Die meisten Tore seit 1985: RB strebt mit „Gier und Galligkeit” zum Titel

„Herbstmeister 2019 - geil”: Fans von RB Leipzig beim 3:1 gegen Augsburg.

„Herbstmeister 2019 - geil”: Fans von RB Leipzig beim 3:1 gegen Augsburg.

Die Fans von RB Leipzig hatten lange warten müssen. Doch als Yussuf Poulsen zum 3:1 (0:1)-Endstand gegen den FC Augsburg traf (89.) und der Sieg klar war, entrollten die Anhänger im Fansektor B ein Banner. „RB Leipzig – Herbstmeister 2019, geil”, stand da auf einem Transparent. Dazu skandierte das Stadion: „Spitzenreiter, Spitzenreiter”.

Nachdem die Mannschaft nach Abpfiff gemeinsam mit den jüngsten RB-Fans ein Ständchen gesungen hatte und das Stadion einstimmte, ließen sich die Spieler ausgiebig für die erste Leipziger Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga feiern.

Und auch Trainer Julian Nagelsmann wurde in die Kurve gerufen, was ihm gar nicht so recht war. „Das habe ich gemacht, um den Fans gerecht zu werden, weil sie uns zum Sieg getragen haben”, sagte der 32-Jährige. Nachdem die Stimmung auf den Rängen lange eher nervös war, entfaltete die Kulisse nach dem 1:1 ihre Wucht.

RB Leipzig stellt neuen Bundesliga-Rekord auf

Zwar hat Rasenballsport schon besser Fußball gespielt als gegen Augsburg, mit weniger Fehlern im Spielaufbau, kreativeren Aktionen und effektiverer Chancenverwertung. Doch die Partie war durchaus symptomatisch für die Hinrunde des sächsischen Erstligisten. Bereits zum sechsten Mal in dieser Spielzeit holten die Leipziger mit viel Charakter Rückstände auf und entfachten erneut so viel Druck, dass die Tore reihenweise fielen.

Im achten Bundesligaspiel in Serie hat die Nagelsmann-Elf nun mindestens drei Mal getroffen – neuer Rekord im deutschen Oberhaus. 48 Treffer haben Timo Werner & Co. in 17 Spielen erzielt – so viele Tore hat zur Saison-Halbzeit seit der Spielzeit 1985/86, damals traf Werder Bremen 50 mal und wurde am Ende Zweiter, kein Team mehr geschossen. „Das zeigt eine gewisse Gier, die die Jungs nach vorn haben”, lobte Nagelsmann.

Timo Werner: „Wissen noch gar nicht, was in uns steckt”

Torschütze Laimer bilanzierte: „Wenn man auf Platz eins steht, braucht man unheimliche Konstanz. Es ist grandios, dass wir es dieses Jahr geschafft haben, alle drei, vier Tage unsere Leistung auf den Platz zu bringen.” Und Toptorjäger Werner kündigte an: „Wir wissen noch gar nicht, was in uns steckt. Wir können noch viel mehr."

Dank Nagelsmanns Offensivkur, die deutlich radikaler ausfiel als angekündigt, schoss RB ein Drittel mehr Tore als in der Vorsaison und kassierte nur drei Treffer mehr. Der wohl begabteste Trainer seiner Generation hat sich zum Ziel gesetzt, Leipzigs Tugenden im Gegenpressing und Umschaltspiel mit mehr Spielkontrolle und fußballerischer Klasse zu verbinden.

Wenn wir wirklich was gewinnen, dann gehe ich freiwillig in die Kurve
Julian Nagelsmann

Nichts weniger als die Verknüpfung zweier Spielideen, was der Chefcoach vor Saisonstart im Trainingslager angekündigt hatte. „Zu der Power, zum Tempo und zum Gegenpressing kommt jetzt noch ein sehr, sehr feiner Fußball, ein druckvolles Kombinationsspiel in der letzten Zone”, gratulierte Gäste-Trainer Martin Schmidt.

Nachdem Nagelsmann sein Team auch öffentlich mehrfach für die fehlende fußballerische Klasse in den Topspielen gegen Bayern und Dortmund kritisiert hatte, war er mit der Leistung gegen Ausgburg sehr zufrieden. Und zog auch für sich persönlich ein gutes Fazit seines ersten halben Jahres bei RB. „Das bedeutet mir etwas”, sagte er. „Nach Ralf Rangnick und einer sehr erfolgreichen letzten Saison zu übernehmen, war nicht die ganz einfachste Aufgabe. Ich bin froh, wie gut die Jungs mitgezogen haben.”

Für die kommende Halbserie kündigte Nagelsmann an: „Wir werden mit Gier und Galligkeit weiterarbeiten, auch wenn wir nicht in der Verfolgerrolle sind.” RB kann die Rolle als Titelkandidat nun nicht mehr abstreiten. In der Bundesliga-Historie wurden mehr als zwei Drittel der Hinrunden-Champions auch Deutscher Meister.

„Um am Ende auf Platz eins zu stehen, müssen wir eine außergewöhnliche Rückrunde spielen”, blickte Laimer voraus. Der Traum von der Meisterschaft lebt in Leipzig und wird realer. „Es ist erst die Hälfte geschafft”, verabschiedete sich Nagelsmann zur Weihnachtsfeier. „Wenn wir wirklich was gewinnen, dann gehe ich freiwillig in die Kurve.” (RBlive/ukr)