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Timo Werner: Umfeld bei RB Leipzig ist verwöhnt

Gesetzt für die WM: Timo Werner

Gesetzt für die WM: Timo Werner

Timo Werner sieht rund um RB Leipzig eine „unangemessene und nicht realistische“ Erwartungshaltung. 

RB Leipzig kann kein Bayern-Jäger sein

„Das ganze Umfeld in Leipzig, die Medien und auch wir Spieler, sind aber auch verwöhnt“, erklärt er im Interview mit dem Kicker (Print). „RB ist jahrelang durch jede Liga spaziert, wurde letztes Jahr als Aufsteiger mit großem Vorsprung Zweiter. In der Erwartungshaltung von außen sollten wir eigentlich der Bayern-Jäger Nummer eins sein.“ Dass man diese Erwartungen nicht erfüllen konnte, sei „klar“.

In der aktuellen Saison habe man aber „frühzeitig den Champions-League-Platz für die nächste Saison sichern“ wollen. „Das hätten wir auch schaffen können, wenn wir nicht etliche Spiele aus der Hand gegeben hätten. Aber trotzdem sind wir auch jetzt noch in einer guten Position. Wir haben gegen Hoffenheim und Leverkusen zwei ganz wichtige Heimspiele. Wenn wir die gewinnen, sind wir in einer guten Position, danach spielen wir nur noch gegen Mannschaften aus dem hinteren Mittelfeld“, sieht Timo Werner weiterhin ein einfaches Restprogramm für RB Leipzig.

Timo Werner will in der Europa League mindestens ins Halbfinale

Die Europa League sei dabei „nicht belastend. Wir haben da jetzt schon gegen zwei Champions-League-Mannschaften gespielt und bestanden. Da haben wir jetzt einfach auch den Ansporn, ganz weit zu kommen, mindestens ins Halbfinale, wenn nicht sogar ins Finale.“

Auch wenn die Europa League nicht belastend ist, musste Timo Werner im Laufe der Saison trotzdem lernen mit der Doppel- und Dreifachbelastung umzugehen. „Ich habe zu Beginn der Saison noch versucht, jedes Spiel möglichst über 90 Minuten zu machen. Aber das schafft niemand. Die zwei Minuten im Vollsprint gegen Bayern nach den zuvor harten zwei Wochen, als ich danach an der Bande hing, haben das auch wieder ganz gut aufgezeigt. Wenn man diese Limits akzeptiert, ist es andererseits auch wieder ganz leicht, sich in eine gute Verfassung zu bringen.“

Außergewöhnliches Jahr für Timo Werner

Vor einem Jahr feierte Timo Werner sein Debüt in der Nationalmannschaft. Seitdem absolvierte er elf Länderspiele, schoss sieben Tore, gewann den Confed-Cup und gilt als sicherer Kandidat für die Weltmeisterschaft in Russland. Auch gegen Spanien stand er zuletzt in der Startelf von Jogi Löw.

„Es war ein außergewöhnliches Jahr, schwer zu toppen in einem solch jungen Alter“, so Werner im Rückblick. Aber auch aus schwierigen Situationen wie Torflauten habe er gelernt. „Wenn’s gut läuft, sollte man sich nicht hochjubeln, sich nicht entspannt zurücklehnen, sondern weiter hart an sich arbeiten und hartnäckig bleiben. Ich weiß jetzt, dass man den besten Moment nicht als Normalwert nehmen sollte. Und genauso weiß ich, dass man in schwächeren Phasen kühlen Kopf behalten muss, um gut rauszukommen.“

Nationalelf gut für Image von Timo Werner

Im letzten Jahr wurde Timo Werner nach seiner Schwalbe einst im Spiel gegen Schalke nicht immer und überall freundlich empfangen. „Ich kann jetzt sehr gut damit umgehen, diese zwölf Monate haben mich gestärkt“, gibt er sich auch diesbezüglich gelassen. „Ich bin jetzt weiter und reifer als vielleicht noch vor zwei Jahren.“

Auch die Einsätze in der Nationalelf haben geholfen das Stimmungsbild bezüglich Werner wieder ein Stück zu verändern. „Die Menschen haben gesehen, dass ich ein normaler Junge bin, der mal einen Fehler gemacht hat, den er eingesehen und für den er sich schon öfter entschuldigt hat. Ich glaube schon, dass gerade die Tore, die zum Gewinn des Confed-Cup führten, die Menschen dazu bewogen haben, dass ich danach bewertet werde, wie ich Fußball spiele.“