RB Leipzig

Abwehrduo gegen Hertha BSC spielentscheidend: Die Spieler von RB Leipzig in der Einzelkritik

Von Ullrich Kroemer 25.10.2020, 10:36
Foul vor dem siegbringenden Elfmeter: Willi Orban gegen Jhon Cordoba.
Foul vor dem siegbringenden Elfmeter: Willi Orban gegen Jhon Cordoba. imago/Jan Hübner

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:1 (1:1) gegen Hertha BSC gesehen:

Peter Gulacsi: Beim frühen 0:1 war der Torhüter machtlos, als Cordoba völlig frei vor ihm auftauchte und Gulacsi auf dem falschen Fuß erwischte. Sonst hatte der 30-Jährige kaum einen gefährlichen Ball zu halten. War gegen Matheus Cunha mit einer Fußabwehr auf dem Posten, als der zu Beginn der zweiten Hälfte aus kurzer Distanz aufs Tor schoss. War nach dem 2:0 gegen Basaksehir von Trainer Julian Nagelsmann wegen falscher Lösungen beim Herausspielen kritisiert worden. Machte das gegen die Berliner wieder hervorragend, hatte eine Passquote von knapp 90 Prozent. Note: 2,5.

Nordi Mukiele: Musste in der 69. Minute mit einer muskulären Blessur raus. War zuvor wie gewohnt präsent in den Zweikämpfen und auch nach vorn aktiver als am Dienstag. Hatte jedoch immer auch mal eine kleine Unsauberkeit im Spiel. Note: 3.

Dayot Upamecan0: Leipzigs Bester an diesem Nachmittag. Hinten lief er Jhon Cordoba & Co. die Bälle in Topspeed (über 35 km/h) ab. Vorn wurde er endlich mal wieder torgefährlich und erzielte seinen ersten Treffer seit zweieinhalb Jahren. Außergewöhnlich präsente Partie des 21-Jährigen. Nur beim 0:1 konnte er die Löcher, die durch die schlecht gestaffelte Restfeldverteidigung aufgerissen waren, nicht mehr zulaufen. Im Spielaufbau war „Upa” schon präsenter als gegen Hertha. Note: 1,5.

Willi Orban: Starke Partie des Routiniers. Orban machte defensiv keine Fehler, gewann viele Kopfballduelle und traute sich mit zunehmender Spieldauer auch mehr im Aufbauspiel zu. Als er vor dem 2:1 in den Strafraum drang, konnte ihn Stürmer Cordoba nur noch von hinten umreißen. Wurde für diesen Laufweg von Trainer Nagelsmann explizit gelobt. War überhaupt torgefährlich bei Standards (Kopfball an die Latte vor dem 1:1) und unternahm auch sonst immer auch mal Ausflüge in die Offensive. Verblüffend nur seine Geschwindigkeitsnachteile gegen die schnellen Hertha-Stürmer. Note: 2.

Angeliño: Deutlich weniger auffällig als gegen Basaksehir, weil er eine defensivere Position in der Viererkette einnahm und nur bei Ballbesitz offensiver wurde. Hatte aber die meisten Ballkontakte aller Leipziger (96), brachte einige gute Flanken in den Strafraum und hatte einen guten Abschluss (55.). Note: 2,5.

Benjamin Henrichs: Als Vertreter von Tyler Adams lieferte er eine nervöse Vorstellung im defensiven Mittelfeld ab. Vor allem in der ersten Hälfte leistete er sich Ballverluste im zentralen Mittelfeld, zum Ende der ersten 45 Minuten wirkte er regelrecht verunsichert. Rückte dann nach der Auswechslung von Nordi Mukiele auf die rechte Seite und machte seine Sache dort ordentlich. Note: 4.

Kevin Kampl: Der Regisseur war um Rhythmus bemüht, hatte aber nicht seinen besten Tag. Gegen die robusten Herthaner hatte der zierliche Stratege bisweilen körperliche Probleme, sich durchzusetzen. Seine beste Szene hatte er bei einem tollen Lupfer auf Christopher Nkunku, nachdem er sich vorher selbst den Ball geholt hatte (22.). Nicht so spielprägend wie sonst, was auch mit der fehlenden Abstimmung durch die drei Neuzugänge auf dem Feld zu tun hatte. Note: 3.

Justin Kluivert: Bei seinem ersten Spiel für RB von Beginn an, hatte der 21-Jährige gerade in der Anfangsphase der Partie gute Szenen auf dem rechten Flügel. Ließ sich zu Beginn zu leicht fallen, hatte dann früh die erste Großchance mit einem Schlenzer ins lange Eck, den Hertha-Keeper Alexander Schwolow jedoch hervorragend parierte (7.). Setzte sich gegen Maximilian Mittelstädt mehrfach gut durch. Bereitete mit einem Beinschuss und tollem Pass auf Nkunku eine Chance vor (35.). Hatte jedoch auch unnötige Fehlpässe und Ballverluste dabei. Insgesamt ein „sehr ordentlicher” Einstand für den Neuen, wie Trainer Nagelsmann befand. Note: 2,5.

Emil Forsberg: Solide Leistung als zentraler Offensivspieler im 4-2-3-1. Zeigte mehrere gute Abschlüsse (31., 43.) und Vorbereitungen. Hatte in der Viertelstunde vor der Pause seine stärkste Phase. Musste früh vom Feld. Note: 3.

Christopher Nkunku: Starkes Spiel des jungen Franzosen, der sich toll bewegte und dem kaum ein Ball versprang. Schoss fünf Mal aufs Tor und spielte sieben entscheidende Pässe. Gab die Freistoßflanke vor dem 1:1. Doch er wartet weiter auf ein Tor. Auch gute Chancen konnte er nicht nutzen. Ist bisweilen vor dem Tor noch zu umständlich. War für Herthas Gelb-Rot-Sünder Zeefuik nur mit Fouls zu halten. Note: 2.

Alexander Sörloth: Mäßiger Einstand des neuen Stürmers. Zwar legte er einige schöne Bälle ab, versuchte, aktiv anzulaufen, gewann Kopfballduelle und spielte zwei, drei schöne Bälle in gefährlichen Positionen zu den Kollegen. Aber er selbst war über 90 Minuten hinweg komplett ungefährlich. Seine gefährlichste Szene hatte er unfreiwillig, als ihm eine Flanke abrutschte, die sich gefährlich über das Tor von Schwolow senkte. Insgesamt aber eine Steigerung zu den vergangenen Auftritten. Note: 3.

Yussuf Poulsen (65.): Brachte nach seiner Einwechslung gemeinsam mit Dani Olmo Schwung in die Partie. Seine Agilität tat auch Sörloth gut. Hätte wie in Augsburg beinahe auch gegen Hertha wieder getroffen, als er nach einer Ecke ans Gestänge schoss (84.). Note: 2,5.

Dani Olmo (65.): Belebte das RB-Spiel sichtlich, war agiler und torgefährlicher als Forsberg, als er Schwolow prüfte (83.). Gegen Man United wird er ausgeruht wieder erste Wahl sein. Note: 2,5.

Marcel Sabitzer (69.): Tolles Comeback des Kapitäns. Nach sechs Wochen Verletzungspause sortierte er nach seiner Einwechslung das Spiel im defensiven Mittelfeld und übernahm beim siegbringenden Elfmeter zum 2:1 Verantwortung (77.). Note 2.

(RBlive/ukr)