RB Leipzig

Erstes Tor seit Mai 2018 für RB Leipzig: Nagelsmann vergleicht Upamecano mit Virgil van Dijk

Von Ullrich Kroemer 25.10.2020, 09:03
Küsschen: Dayot Upamecano erzielte sein erstes Tor seit zweieinhalb Jahren.
Küsschen: Dayot Upamecano erzielte sein erstes Tor seit zweieinhalb Jahren. imago/Xinhua

Zuerst beförderte Dayot Upamecano den Ball ein wenig unmotiviert und überhastet zu einem Kollegen in der Strafraummitte – halb Pass, halb Schuss. Doch als die Kugel zu ihm zurückprallte, nutzte er die zweite Chance. Den Ball eng am Fuß zog er zielstrebig in den Fünfmeter-Raum und schoss mit all seiner Wucht aufs Tor. Upamecanos schneller Ausgleich zum 1:1 (11.) bei RB Leipzigs 2:1-Erfolg gegen Hertha BSC hat Seltenheitswert. 

Es war sein erster Treffer seit Mai 2018 – erzielt übrigens beim 6:2 in Berlin. Damals war Ralph Hasenhüttl noch Trainer. Erst vier Tore hat der Abwehrhüne überhaupt für Rasenballsport geschossen. Kaum zu glauben, bei seiner körperlichen Präsenz.

Upamecano „gierig” auf mehr Tore

Trainer Julian Nagelsmann nutzte das Tor, um den französischen Nationalspieler weiter anzustacheln. „Dass er ein überragender Verteidiger ist und zu den Topspielern in Europa auf seiner Position gehört, ist bekannt”, sagte der Trainer. Auch gegen Hertha gehörte er zu den Besten auf dem Platz, gewann viele Zweikämpfe, lief Jhon Cordoba, Matheus Cunha und Dodi Lukebakio mit über 35 km/h die Bälle ab und kam nur beim frühen 0:1 zu spät. „Aber was ihn etwa noch von Virgil van Dijk unterscheidet ist”, führte der Trainer weiter aus, „dass der zuverlässig fünf, sechs Saisontore schießt und unglaublich torgefährlich ist.”

Auch Upamecano sei „gierig darauf”, diese Komponente seinem Spiel hinzuzufügen. Bereits in den vergangenen Partien hatte der immer noch nur 21 Jahre alte Ausnahmespieler Chancen und auch gegen Hertha insgesamt drei Abschlüsse, unter anderem vor dem Treffer nach einer Ecke.

Nagelsmann über Upamecano: „Wenn er fünf, sechs Tore macht, ist er noch wertvoller”

Gegen Hertha traf er nun technisch und durchsetzungsstark gegen gleich drei Berliner. Und auch wenn er mal ins Dribbling geht wie einst Leverkusens Lucio kann er für Gefahr sorgen. Vor allem aber soll er per Kopf torgefährlicher werden. Da arbeite er im Training „fleißig” am Timing. Zum anderen feilt das RB-Team weiterhin an der Qualität der Flanken und Standards.

„Wenn er seine Chancen noch nutzt und als Innenverteidiger fünf, sechs Tore macht, ist er noch wertvoller für uns als er es eh ist”, sagte Nagelsmann. Am Mittwoch gegen Manchester United wäre ein guter Zeitpunkt, um gleich mit neuem Torselbstbewusstsein nachzulegen. (RBlive/ukr)