RB Leipzig

Ausgetanzt und weggecheckt: Die Spieler von RB Leipzig im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund in der Einzelkritik

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 14.05.2021, 11:36
Upamecano am Boden, Haaland steht: Das 2:0 für Borussia Dortmund.
Upamecano am Boden, Haaland steht: Das 2:0 für Borussia Dortmund. imago images/Sven Simon

So haben wir die Spieler von RB Leipzig 1:4 im Pokalfinale gegen Dortmund gesehen:

Peter Gulacsi: Der Weiße-Westen-König der Liga hat gegen den BVB sieben Gegentore in zwei Spielen kassieren müssen. War mindestens beim 0:2 durch Haaland nicht ganz unschuldig am Treffer, bei allen weiteren Toren weitgehend machtlos. Hielt gegen Ende des Spiels zweimal hervorragend (84., 85.). Note: 3.

Lukas Klostermann: Keine Leistung zum Erinnern. Blockte beim 0:1 vergeblich den Schuss von Sancho (5.), entließ beim 0:2 Haaland ins Laufduell mit Upamecano, obwohl der von seiner Seite aus gestartet war (28.), und hinderte Dahoud nicht am Pass auf Reus, der Sancho das 0:3 auflegte (45.). Stabilisierte sich in Hälfte zwei. Note: 4.

Dayot Upamecano: Letztes großes Spiel für den Bayern-Abgänger: Wird er so schnell nicht vergessen. Fand beim 0:2 seinen Meister in Haaland, der den bulligen Franzosen einfach an sich abtropfen ließ und „Upa” auf den Hosenboden schickte, bevor er zum 0:2 einschlenzte. Beim 0:3 konnte er abermals gegen Haaland im entscheidenden Zweikampf auf Höhe der Mittellinie nicht klären. Wirkte vor allem bis zur Pause nicht so konsequent wie er es schon bewiesen hat. Steigerung in Halbzeit zwei. Note: 4.

Marcel Halstenberg: Noch der Beste in der Abwehr, aber auch nicht fehlerfrei. Hob vor dem 0:3 das Abseits auf, das Dahoud für seinen Pass auf Reus nutzte. Note: 3,5.

Nordi Mukiele: Gedanklicher Aussetzer vor dem 0:1, der RB einen guten Start ins Finale kostete. Stand viel zu weit von Sancho weg und ließ sich vom Briten vernaschen, der eigentlich immer denselben Trick anwendet: links antäuschen, Ball auf rechts legen, schießen. Fing sich danach, hatte aber kaum einen Vorstoß in die gegnerische Hälfte. Note: 4.

Kevin Kampl: Sollte das Aufbauspiel koordinieren. Klappte leidlich. Dafür krachte es in der 5. Minute, als ihm Reus von hinten regelkonform den schmalen Oberkörper wegcheckte, ihm den Ball klaute und so den Konter zum 0:1 einleitete. Hatte danach wenig effiziente Szenen. Note: 4.

Marcel Sabitzer: War körperlich präsent, aber bis auf einen Schuss in der 3. Minute, der übers Tor ging, war vom Kapitän bis zur Pause wenig Erinnernswertes zu sehen. Begann dafür nach dem 0:2 seine Kollegen anzugehen und mit dem Verlauf zu hadern. Straffte sich nach der Pause und zeigte viel von seiner Klasse und seinen Führungsqualitäten. Note: 3.

Amadou Haidara: In der ersten Hälfte viel zu passiv auf dem linken Flügel. Konnte den für dieses Spiel auf die Tribüne verbannten Angeliño nicht ersetzen. Schöne Verlagerungs-Flanke auf Nkunku kurz nach Wiederanpfiff. Das hätte er häufiger zeigen müssen. Note: 3,5.

Dani Olmo: In der ersten Hälfte nicht gut im Spiel, steigerte sich dann und traf per Traumtor zum 1:3. Hätte direkt danach noch das 2.3 machen müssen – schoss aber deutlich neben den Kasten. Mit fünf Torschüssen gefährlichster Leipziger. Note: 3.

Hee-chan Hwang: Unglücklicher hätte die erste Hälfte für ihn nicht laufen können. Kam offensiv überhaupt nicht ins Spiel (15 Ballkontakte in 45 Minuten) und leitete mit seinem Fehl-Klatscher auf Reus auch noch das 0:2 ein. Presste fleißig und lief viel, musste aber zur Pause runter, weil Nagelsmanns Plan mit dem Koreaner (null Abschlüsse) überhaupt nicht aufging. Note: 4,5.

Alexander Sörloth: Hatte die gefährlichste Chance der ersten 45 Minuten, traf aber nur das Außennetz. Zwei Torschüsse sind einfach zu wenig. Konnte seine Vorteile gegen Raphael Guerreiro auf der rechten Seite nicht nutzen. Wenn er mal durchgebrochen war, dann gerieten die Zuspiele ungenau. Versuchte zwar, gallig anzulaufen, aber das kann Poulsen besser. Note: 4.

Yussuf Poulsen (46.): Brachte zur zweiten Halbzeit Körperlichkeit und Mentalität in den RB-Angriff. Hatte eine gute Chance, verzog aber knapp neben den linken Pfosten. Note: 2,5.

Christopher Nkunku (46.): Gutes Spiel des Franzosen, der RB auch von Beginn an gut getan hätte. Bereitete Olmos 1:3 vor, hätte aber Sekunden nach Wiederanpfiff treffen müssen, als er Haidaras Flanke an die Latte setzte. Note: 2,5.

Emil Forsberg (62.): Wirbelte mit drei Torschüssen und viel Einsatz noch anständig, verpasste aber den nötigen Treffer, als er am Pfosten scheiterte. Note: 2,5.

Konrad Laimer (62.): Auf seine Rückkehr kann sich RB freuen. Wirbelte als Mukiele-Ersatz und bereitete eine gefährliche Szene vor, als er mit viel Leidenschaft bis zur Grundlinie durchging. Note: 2,5.

(RBlive/hen/ukr)