RB Leipzig

Balljäger in Zu-Null-Westen: Die Spieler von RB Leipzig gegen Bayer 04 Leverkusen in der Einzelkritik

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 31.01.2021, 10:48
Kampfbetontes Spiel: Dani Olmo und Alexander Sörloth beharken Leon Bailey.
Kampfbetontes Spiel: Dani Olmo und Alexander Sörloth beharken Leon Bailey. imago/Picture Point LE

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 1:0 gegen Bayer Leverkusen gesehen:

Peter Gulacsi: Monster-Parade zum Jubiläum: Peter Gulacsi hielt RB Leipzig in seinem 150. Bundesligaspiel kurz vor Schluss mit einer Glanzparade gegen Lucas Alario den Sieg fest. Nach den Unsicherheiten der Vorwoche hatte der Ungar wieder die weiße Zu-Null-Weste an, war 88 Minuten beschäftigungslos und dann im genau richtigen Moment zur Stelle. Note: 1,5.

Tyler Adams: Sehr agile und kämpferische Partie des US-Amerikaners, der in der ersten Hälfte den rechten Flügel beackerte und dann in den zweiten 45 Minuten das defensive Mittelfeld stabil hielt. Hatte in der ersten Hälfte ein, zwei zu schludrige und überhastet abgeschlossene Konterchancen. Aber wie er sich in der zweiten Hälfte als Konterabsicherer in die Bälle warf, war stilprägend. Note: 2,5.

Nordi Mukiele: Solider, zuverlässiger Part als rechter Halbverteidiger beziehungsweise dann nach der Umstellung als Außenverteidiger. Klärte aufmerksam gegen Wirtz & Co., als es gegen Ende der ersten Hälfte mal brenzlig wurde. Note: 2,5.

Dayot Upamecano: Bis auf eine Unachtsamkeit gegen Bailey zu Beginn, die er aber mit viel Tempo und Körperlichkeit wieder gutmachte, eine blitzsaubere Partie des umworbenen Franzosen. Lob gabs von höchster Stelle: Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, der „Upa” ein „Bombenspiel” bescheinigte. Note: 2.

Lukas Klostermann: Hatte in der ersten Hälfte ein paar Anpassungsprobleme im Spielaufbau auf der ungewohnten linken Seite. Sonst aber sicher, unauffällig und aufmerksam. Note: 2,5.

Angeliño: Brachte speziell in der ersten Hälfte viele Flanken ins Zentrum, von denen aber zu wenige ankamen. Hatte in der ersten Hälfte eine gute Schusschance nach Chip von Olmo, verzog aber. Die Gegner konzentrieren sich gerade mehr auf den Spanier, sodass er selbst weniger Freiräume hat. Dafür öffnen sich aber für die Kollegen Türen. Note: 3.

Kevin Kampl: Einer der besten Auftritte des Routiniers in dieser Saison. Angeschlagen wegen hartnäckiger Kniebeschwerden schmiss sich der Pendelspieler vor der Abwehr trotzdem in jeden Zweikampf, köpfte, grätschte und blockte Gegner. Purer Wille, nach dem 2:3 in Mainz in der Vorwoche Wiedergutmachung zu betreiben. Bekam ein Extralob vom Trainer: "So lange es geht, will ich Kevin auf dem Feld."  Note: 2.

Dani Olmo: Dieses Mal eine Mischung aus "La Masía" (Ausbildungsstätte des FC Barcelona) und Zagreb (sein Klub vor RB). War vor allem als Mentalitätsspieler gefragt. Füllte die Vorgabe exzellent aus. Ging allerdings zu Kosten von Präzision und Abschlussstärke bei den vielen Konterchancen, die sich für RB ergaben. Lupfte einmal Landsmann Angeliño eine Chance auf den Fuß (18.) und hatte eine Möglichkeit zum 1:0; Bayer-Keeper Lukas Hradecky lenkte seinen Schuss aber um den Pfosten (62.). Note: 2,5.

Marcel Sabitzer: Der Kapitän war bis zur Pause von seinem Trainer in die Offensive beordert worden. Hatte 30 Minuten lang großen Anteil an der Überlegenheit der Gastgeber, baute danach aber vor allem körperlich etwas ab. Erholte sich aber in der Kabine. In der 13. Minute erzielte er ein Abseitstor. In der letzten Minute der Nachspielzeit wuchtete er einen Freistoß an die Lattenunterkante (90.+4). Note: 2,5.

Christopher Nkunku: Der junge Franzose ist der Künstler im RB-Team: ein Ballstreichler, weniger der Haudrauf. Das zeigte er einmal mehr gegen Bayer. Eine Weile lang fehlte "Christo" der nötige Punch, um die vielen Konterchancen konsequent und geradlinig in einen Treffer umzumünzen oder einen vorzubereiten. So auch in der 50. Minute, als er eine Schusschance nicht mit Wucht ausnutzte. Doch er bekam in derselben Szene den Ball zurück und zeigte seine ganze Klasse. Mit einem Mini-Lupfer ließ er vier Bayer-Spieler stehen und knallte den Ball ins lange Ecke zum entscheidenden 1:0. Der Matchwinner!  Note: 2,5.

Alexander Sörloth: Gute Partie des Norwegers. Seine Ballansaugtalente sind 1a! Genauso seine Fähigkeiten, Bälle mit dem Rücken zum Tor raumgewinnend weiterzuleiten. Hatte ein Tor auf dem Fuß, als er einen Schuss an den Pfosten setzte (62.). Note: 2,5.

Yussuf Poulsen (70.): Muss sich zurzeit hinter dem "King of the North" Sörloth anstellen, sprich als Ausputzer aushelfen. Hatte nicht den besten Stand gegen Bayer in den knapp 25 Minuten, die er auf dem Feld stand. Hatte eine Passquote von 5o Prozent und bekam nur eine Chance auf einen Treffer, Sabitzers Freistoßabpraller Sekunden vor dem Spielende rutschte ihm aber durch die Beine. Note: 3,5.

Justin Kluivert (70.): Ein Einsatz, den sich der junge Niederländer sicherlich nicht ins Remember-Album heften wird. Hatte in knapp 25 Minuten Einsatzzeit nur fünf Ballkontakte, keinen in Tornähe und keiner führte zu einem Treffer oder einer Torchance. Hing sich aber rein. Note: 3,5.

(RBlive/ukr/hen)

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