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Bayern-Jagd als neue Vision bei RBDas ganz große Ding

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 20.01.2023, 07:41
Will die Perspektive erkennen, Bayern München tatsächlich gefährlich werden zu können: Dani Olmo.
Will die Perspektive erkennen, Bayern München tatsächlich gefährlich werden zu können: Dani Olmo. (imago/motivio)

Tiefenentspannt und doch zugleich mutig und selbstbewusst blickte Marco Rose auf den aufregenden Bundesliga-Jahresauftakt zwischen RB Leipzig und den FC Bayern an diesem Freitag (20.30 Uhr/Sat.1) voraus. „Wir wollen das Spiel zu Hause gewinnen, weil wir das Gefühl haben, dass wir dafür aufgestellt sind und das Publikum im Rücken haben. Wir wollen den Moment für uns nutzen, bereit sein”, erklärte der RB-Trainer und versprach: „Wir werden eine hochmotivierte, sehr intensive Leipziger Mannschaft sehen. Ich glaube, dass wir die Überzeugung haben, die man gegen diesen Gegner braucht.”

RB Leipzig sagt dem FC Bayern den Kampf an

Damit meinte Rose nicht nur seine Spieler, sondern indirekt auch sich selbst und den neuen Sportchef Max Eberl. Es fällt auf, dass die neuen Verantwortlichen von RB Leipzig sich in diesen Wochen verbal deutlich offensiver zum Thema Meisterschaft und FC Bayern äußern, als das ihre Vorgänger noch vor einem oder zwei Jahren taten. Während Klubchef Oliver Mintzlaff stets betonte, dass die Bayern „Lichtjahre“ entfernt seien und RB irgendwie immer mit der Rolle als Bayern-Jäger und -Herausforderer fremdelte, scheuen sich die Leipziger Protagonisten nicht mehr, dem Rekordmeister den Kampf anzusagen.

Anders als etwa Borussia Dortmund, das sich in der Rolle des ewigen Zweiten eingerichtet hat und sich mit der Dominanz aus München abgefunden hat, traut sich RB aus der Deckung – auch auf die Gefahr hin, bei Misserfolg den Spott auf sich zu ziehen. Wenn die Bayern eines (fernen?) Tages mal nicht Deutscher Meister werden, dann will RB zur Stelle sein.

Traum vom Meistertitel soll RB die nächsten Jahre tragen

Diese neue Ausbaustufe ist auch vonnöten, um dem Projektklub RB, der für rasante Aufstiege und das Erreichen immer neuer Ziele in Rekordzeit steht, im siebten Bundesligajahr eine neue Vision zu verleihen. Der Traum vom Meistertitel ist Motivation für aktuelle und potenzielle Spieler von RB und soll den DFB-Pokalsieger die nächsten Jahre tragen. „Wenn du über Champions League redest, geht es irgendwann auch mal um das ganz große Ding. Alle Spieler, die hierher kommen, haben dieses Ziel und fragen vorher: Wie sind wir aufgestellt? Was haben wir vor?”, erklärte Rose. „Wir kriegen diese Spieler, die wir schon haben und die wir holen wollen, nur, wenn wir ihnen auch einen Weg aufzeigen, der nach ganz oben führt.” Jeder im Team habe die  „Ambitionen darauf hinzuarbeiten“.

Das passte gut zu einer Meldung, die am Mittwoch aus Spanien herüberschwappte, nach der der europaweit begehrte Offensivstar Dani Olmo sich sehr wohl vorstellen könne, seinen Vertrag bei RB zu verlängern. Doch er fordere dafür das Bekenntnis des Klubs, heißt es in dem Bericht, die Qualität im Kader so zu erhöhen, um auch tatsächlich mit dem FCB um die Meisterschaft konkurrieren zu können. Angesichts der bevorstehenden Abgänge von Christopher Nkunku und Konrad Laimer keine kleine Herausforderung für Eberl & Co., die die Klasse in der Mannschaft auch ohne Topstar Nkunku nicht nur halten sollen, sondern noch erhöhen.   

Wirtschaftsexperte: „Bayern ist nur die Zwischenstufe” für RB

Der Leipziger Wirtschaftsexperte Henning Zülch, der seit Jahren die Managementqualität der Bundesligisten untersucht, hält es indes für „absolut realistisch”, dass RB den Münchnern über kurz oder lang gefährlich wird. „RB Leipzig ist der Fußballklub der Zukunft. Die finanziellen Möglichkeiten, die Klubstruktur und das internationale Geflecht an Klubs garantieren Erfolg. Das haben andere Wettbewerber so nicht”, sagt der Professor an der HHL.

Mehr noch: „Bayern München ist doch langfristig gedacht nur die Zwischenstufe”, prognostiziert Zülch. „Mit dem Netzwerk, mit den Farmteams, mit dem Potenzial hat RB Leipzig nicht nur den Anspruch, Bayern München Paroli zu bieten, sondern auch Manchester City, Real Madrid und Paris St. Germain.” Für genau dieses Szenario hatte der verstorbene Klubgründer und Visionär Dietrich Mateschitz 2009 begonnen, mit Red Bull in den Leipziger Fußball zu investieren.

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