RB Leipzig

Bestwerte auf der Schweini-Position: Die Profis von RB Leipzig in der Einzelkritik nach dem 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 12.12.2021, 11:58
Ballräuber in Topform: Andre Silva (l.) und Konrad Laimer (hier im Schwitzkasten von Kouadio Koné)
Ballräuber in Topform: Andre Silva (l.) und Konrad Laimer (hier im Schwitzkasten von Kouadio Koné) imago images/Jan Huebner

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 4:1-Debütsieg von Neu-Trainer Domenico Tedesco gegen Borussia Mönchengladbach gesehen:

Peter Gulacsi: Der Keeper hielt RB Leipzig in den unnötig spannenden Schlussminuten den Sieg fest, als er gegen Embolo hervorragend hielt – eine von vier Paraden. Gute Leistung des Keepers, wenn auch seine Passquote nicht so gut war wie gewohnt (66 Prozent). Note: 2.

Nordi Mukiele: Gutes Spiel des Verteidigers, erst auf der rechten Außenbahn, dann nach Orbans Auswechslung in der Dreierkette. War defensiv aufmerksam, wenngleich die Statistik ihm keinen einzigen gewonnen Zweikampf bescheinigt (0/10), und schaltete sich auch gut mit in die Offensive ein. Note: 2,5.

Willi Orban: Äußerst überraschend, dass der Abwehrchef überhaupt spielen konnte, hatte nur zwei, drei Trainingstage nach überstandener Corona-Infeaktion. Machte seine Sache bis zur Auswechslung nach einer Stunde sehr solide. Note: 3.

Mohamed Simakan: Ging keinem Zweikampf aus dem Weg, war bei seiner Rückkehr in die Startelf anfangs allerdings zu ungestüm, legte dann aber nach einer halben Stunde die dummen Fouls weitgehend ab und war ein starker Rückhalt. Note: 2,5. 

Josko Gvardiol: Von zwei schlimmen Fehlpässen von der linken Seite ins Zentrum abgesehen, absolvierte Gvardiol sein wohl bestes Spiel für RB. War sofort drin im Spiel, unglaublich präsent und emotional und mit Drang nach vorn. Hatte zwei, drei schöne Soli und erzielte per Kopf nach einem Freistoß sein erstes Tor für die Leipziger. Hier wächst ein großer Spieler heran. Note: 1,5. 

Angeliño: Durch die Entlastung durch Kampl im Spielaufbau hatte Angeliño mehr Freiheiten nach vorn und spielte eine entscheidende Rolle. Leistete ein großes läuferisches Pensum auf seiner Seite und bereitete die beiden ersten RB-Tore präzise vor. Note: 2.  

Kevin Kampl: Hatte als abkippender Sechser auf der „Schweini”-Position, wie einst Bastian Schweinsteiger, die taktische Schlüsselrolle. Machte das hervorragend, dirigierte die Mannschaft auch verbal und mit Gesten. Agierte wie man es von einem Führungsspieler erwartet und hätte um ein Haar in der Startphase einen Treffer vorbereitet, als er bis zur Grundlinie durchging und stark zurücklegte, Silva aber nicht verwertete.  Note: 2.

Konrad Laimer: Das Auf und Ab der vergangenen Wochen ließ sich auch an den Auftritten des Ballräubers ablesen. Beim Trainer-Debüt wieder in Bestverfassung, die meisten Ballgewinnen gingen auf Kappe des Österreichers, war der Box-to-Box-Player, die auf dem Markt rar gesät sind: Hatt zu Beginn eine Monster-Riesenchance, als er eine Abpraller von Sommer nach Schuss von Mukiele, dem er selbst aufgelegt hatte, aus vier Metern übers Tor knallte. Note: 2.

Emil Forsberg: Sehr viel Freude im Spiel des Schweden. Durfte das machen, was er am liebsten macht: zocken. Mal Kurzpass, mal langes Holz, mal durchstecken, mal dribbeln - alles drin im Repertoire an diesem Nachmittag. Zwei Schüsse auf Sommer, beide aber ungefährlich. Note: 2,5.

Christopher Nkunku: Einer dieser typischen Nkunku-Auftritte der vergangenen Monate: war in Spiellaune, hieß: war überall da, wo es was zu holen gab. Näherte sich einem Tor mit guten Schüssen in der 34., 44. und 74 Minute an, legte zwischendurch Andre Silva dessen Querbalkenslapstick auf (52.) und traf schließlich doch noch zum 3:1, bevor er zum Abschluss seiner Gala-Vorstellung Benjamin Henrichs dessen erstes Saisontor vorlegte. Note: 1,5.

André Silva: Schoss seinen vierten Saisontreffer, hatte auch den fünften auf dem Fuß, den er aber allein vorm völlig verwaisten Tor der Gladbacher aus unerfindlichen Gründen an den Querbalken schoss. Läuft noch immer nicht alles rund beim Portugiesen im Spiel nach vorn, hatte zwei drei, Möglichkeiten, die er vergangene Saison verwertet hätte. Aber im Spiel gegen den Ball immer nützlicher. Holte Mitte der zweiten Hälfte, als seine Kollegen schwammen, einige Bälle aus den Gladbacher Reihen. Note: 2,5.

Benjamin Henrichs (63.): Schoss sein erstes Tor für RB im 82. Spiel nach einem Konter, ansonsten gilt für den Ex-Nationalspieler: Wenn er in der Partie ist, wird es unruhig. Das hat nicht nur mit ihm allein zu tun, sondern auch mit Positionsverschiebungen, aber ein großer Gewinn für den Kader ist er gemessen an seinen Talenten noch immer nicht. Ließ den Anschlusstreffer von Bensebaini per Seitfallzieher zu. Note: 3.

Dominik Szoboszlai (63.): Fand nicht mehr so richtig in die Partie, nachdem er seinen Startelfplatz zugunsten einer Fünferkette hergeben musste. 21 Ballkontakte, eine Torschussvorlage, mehr sprang nicht heraus aus dem Auftritt des Ungarn. Note: 3,5.*

* Wir bewerten nur Spieler, die vor der 70. Minute zum Einsatz kamen.

(RBlive/hen/ukr)