RB Leipzig

Auf der Suche nach Frische: Die Spieler von RB Leipzig gegen Bielefeld in der Einzelkritik

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 29.11.2020, 08:54
Musste wieder von Beginn an ran: Dani Olmo.
Musste wieder von Beginn an ran: Dani Olmo. Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

So haben wir die Spieler von RB Leipzig beim 2:1 (1:0) gegen Bielefeld gesehen:

Peter Gulacsi: Hatte trotz diverser Bielefelder Chancen gar nicht viel zu halten, weil entweder seine Vorderleute blockten oder die Arminen das Tor knapp verfehlten. Hatte aber mit gutem Torwartspiel seinen Anteil daran, dass etwa Ritsu Doan kurz vor der Pause neben das Tor schoss. Konnte beim Gegentor nicht viel ausrichten, weil seine Vorderleute nicht konsequent genug verteidigten und Fabian Klos den Ball an Gulacsi vorbei ins kurze Eck legen konnte. Note: 2,5.

Nordi Mukiele: Guter, solider Auftritt des Rechtsverteidigers, der inzwischen eine echte Bank in der RB-Abwehr ist und zu Beginn der zweiten Hälfte als rechter Innenverteidiger ranmusste. Note: 2,5.

Willi Orban: Präsente Leistung von Orban, der nur in der Schlussviertelstunde mit der unfreiwilligen Kopfballverlängerung zum Gegentor und einigen Fehler im Spielaufbau etwas abfiel. Sonst als Ruhepol in der eine Abwehr mit den meisten Ballkontakten aller Leipziger eine Bank mit gewohnt starker Zweikampfquote (64 Prozent). Note: 2,5.

Dayot Upamecano: Man merkte dem Franzosen an, dass ihm derzeit Selbstvertrauen und Frische fehlen. Musste zur Halbzeit raus, weil er für Istanbul geschont wurde. Hatte Fehler im Aufbau dabei und traute sich nicht so recht, die Bälle dorthin zu bringen, wo sie hinmussten. Note: 3.

Marcel Halstenberg: Dieser Einsatz kam ganz offensichtlich zur früh für Marcel Halstenberg. In seinem ersten Spiel nach vier Wochen Zwangspause wirkte der Linksverteidiger noch wie im Reha-Modus, ließ sich auf der linken Seite von Ritsu Doan bei dessen Großchance überlaufen und hatte auch sonst Probleme, körperlich dagegenzuhalten.  Note: 3,5.

Tyler Adams: Erst auf der Sechs, dann als Rechtsverteidiger kein sonderlich glückliches und präsentes Spiel des US-Amerikaners. Verlor einige entscheidende Duelle oder kam bei Balleroberungschancen zu spät und konnte seine Mitspieler nicht entscheidend in Szene setzen. Note: 3.

Kevin Kampl: Solides, aber kein glänzendes Spiel des Defensivorganisators. Kampl fehlt es dieser Tage an zündenden Ideen und gemessen an seinen Fähigkeiten prägendem Einfluss auf das Spiel. Note: 3.

Lazar Samardzic: In seinem zweiten Spiel von Beginn an war der 18-Jährige erstmals voll da und beeindruckte mit einer „fußballerisch außergewöhnlichen” (Nagelsmann) Leistung. Seine Vorlage auf Angeliño vor dem 1:0 war ein kleines Kunstwerk. Warf sich aktiv in alle sich bietenden Situationen und zeigt, welche technischen und kämpferischen Fähigkeiten in ihm stecken. Braucht noch Wettkampfhärte, weil er wie bereits in Gladbach mit Krämpfen runter musste. Note: 2,5.

Angeliño: Nach zuletzt nicht ganz so starken Auftritten wieder mal ein Spiel auf hohem Niveau. Sein Tor, das sechste in dieser Saison: ein Kabinettstück. Annahme eines Samardzic-Passes mit links und direkte Ansaugbewegung aus einem Guss mit dem rechten Fuss, um ihn sich zum 1:0 aufzulegen. Hatte zuvor schon zwei gute Einschussmöglichkeiten, die erste ging knapp vorbei, die zweite entschärfte Bielefelds Keeper Stefan Ortega Moreno. Note: 2.

Dani Olmo: Unverzichtbar für Nagelsmann wie auch Angeliño. War in der ersten Halbzeit der auffälligste Offensivspieler. Hatte in der ersten Hälfte selbst zwei gute Einschussmöglichkeiten, legte Nkunku das 2:0 auf. Note: 2,5.

Alexander Sörloth: Bekam von seinem Trainer Lob für eine „bessere Gesamtleistung" als in den Spielen zuvor. War eifrig, lief Gegener an, lief sich frei, schirmte Bälle gut ab. Eine klare Torchance hatte er aber nicht, ließ dafür einen an ihm selbst verschuldeten Elfmeterball vor dem linken Fuß liegen, den er verschoss. Note: 3.

Christopher Nkunku (46.): Erzielte seinen zweiten Saisontreffer, das 2:0 kurz nach der Pause nach Vorlage von Dani Olmo. Ansonsten agil, immer anspielbereit, auch wenn dem Franzosen ein Geniestreich immer noch abgeht. In vielem ein wundervoller Techniker, aber zu zaghaft im Eins-zu-Eins. Note: 2,5.

Ibrahima Konaté (46.): Weitgehend fehlerfrei, bis er Fabian Klos vor dessen 1:2 nicht tackelte, auch wenn das hart an der Elfmeter-Grenze gewesen wäre. Einen Versuch wäre es wert gewesen. So konnte Klos weitgehend ungestört abschließen. Note: 3.

Amadou Haidara (61.): Nagelsmanns Mann, als Nordi Mukiele die Luft ausging. Brachte Engagement ins Leipziger Spiel. Hielt den müder werdenden Spirit seiner Nebenleute aufrecht. Note: 3.

Emil Forsberg (63.): Sollte Leipzigs chaotischer werdende Offensivaktionen orchestrieren. Ordnung konnte aber auch der Schwede in die Angriffe nicht bringen. Spielte zwei Mal Konterchancen schlecht aus. Note: 3.

Marcel Sabitzer (70.): Seine Einwechslung war gar nicht vorgesehen, doch ein Krampf bei Lazar Samardzic nötigte Nagelsmann zur Einwechslung seines Kapitäns. Stabilität im Zentrum war mehr gefragt, als Flankenläufe von Justin Kluivert, der eigentlich bereitstand. Sabitzer konnte den Anschlusstreffer aber auch nicht verhindern, hielt die Mannschaft allerdings bis zum Ende weitgehend zusammen. Hatte in der Nachspielzeit einen Tausendprozentiger zum 3:1, versiebte die Chance aber. Note: 3.

(RBlive/ukr/hen)