Dominik szoboszlai

Meister und Lehrling: Wie Leipzigs Ungar von Roses Verpflichtung profitiert

Marco Roses Verpflichtung kommt besonders jenen Spielern bei RB Leipzig zugute, die mit dem neuen Trainer schon in Salzburg zusammen gearbeitet haben. Dies trifft vor allem auf Dominik Szoboszlai zu, Zweifach-Scorer beim 3:0 gegen Borussia Dortmund.

Von Martin Henkel Aktualisiert: 12.09.2022, 18:26
Gemeinsam in Salzburg: Dominik Szoboszlai und Marco Rose
Gemeinsam in Salzburg: Dominik Szoboszlai und Marco Rose (imago/gepa pictures)

Dass Dominik Szoboszlai in der Mixed Zone erscheint, ist eher selten. Zuletzt aber war der Ungar in Diensten von RB Leipzig zwei Mal vor Ort, um Auskunft zu erteilen. Das erste Mal nach dem 1:4 gegen Schachtar Donezk vorigen Mittwoch. Es war unverkennbar, dass ihm die Begegnung mit den Medien nicht behagte. Der Satz „Ich kann dazu eigentlich nichts sagen“, fiel allein drei Mal.

Beim zweiten Mal war der Mittelfeldspieler gelöster. Diesmal stand er mit der Unterstützung eines 3:0 gegen Borussia Dortmund vor Mikrofonen und Aufnahmegeräten. Von den drei Treffern hatte er das 2:0 selbst erzielt mit einem Strahl von Schuss aus 30 Metern. Die beiden anderen durch Willi Orban und Amadou Haidara bereitete er vor bzw. leitete er ein. „Intensität, Mentalität und Energie“, seien die Bestandteile der Rezeptur gewesen, sagte er, die den Erfolg gebracht hat.

Marco Rose und Dominik Szoboszlai: Gemeinsam in Salzburg

Die Partie gegen den BVB war Spiel eins unter Leipzigs neuem Trainer Marco Rose gewesen. Rose war früher Szoboszlais Trainer in Salzburg. Man kennt sich seit der U16, und wenn sein früherer Spieler, der als hochveranlagt gilt, aber dies in seinen anderthalb Jahren bei RB selten nur auf dem Platz bracht, einen Übungsleiter braucht, um sich auf Topniveau zu entwickeln, dann den alten, und mittlerweile neuen Coach.

Das System jedenfalls, dass Rose gegen Dortmund konfektionierte, kenne er aus gemeinsamen Salzburger Zeiten, berichtete der feinfüßige Mittelfeldspieler. Anderthalb Jahre haben die beiden von Januar 2018 bis Sommer 2019 in der Red-Bull-Filiale an der Salzach zusammengearbeitet. „Das war heute ähnlich, wie in Salzburg“, sagte Szoboszlai. „Obwohl wir damals Raute gespielt haben, heute im 4-2-3-1, aber auf der Mentalitätsebene war das vergleichbar. Es war unglaublich.“

Vor allem das Feuer, dass der mit den Grundlagen des Red-Bull-Fusballs vertraute Rose beim zuvor kriselnden Pokalsieger entfachen konnte, kommt Szoboslai entgegen. „Wenn man als Mannschaft im Kollektiv arbeitet, wird alles einfacher. Das hat man heute gesehen“, sagte er. „Ich finde, jeder Einzelne wollte unbedingt den Sieg und für das Team kämpfen. Das sollten wir auf den Platz bringen, dafür brauchen wir den Trainer.“

RB Leipzig: "Ein gutes Gesamtpaket"

Und dafür braucht Rose wiederum Spieler wie den ungarischen Nationalspieler. Solche, die ihn kennen, solche, die den RB-Fußball „im Tank haben“, wie der gebürtige Leipziger die Voraussetzungen beschrieb, warum er nach nur zwei Tagen den verunsicherten Kader so vorbereiten konnte auf die BVB-Partie, dass der wie ausgewechselt auftrat. Nicht von ungefähr haben vor allem Szoboszlai, Konrad Laimer, Amadou Haidara oder Xaver Schlager wie verwandelt gespielt. Alle drei sind ehemalige Rose-Schützlinge aus Salzburg bzw. kennen sich gut.

Nach Abpfiff begrüßte Rose vor allem Szoboslais Leistungsexplosion. „Dommi war schon immer ein herausragender Fußballer“, erklärte der 46-Jährige. „Er ist jetzt auf einem physischen Niveau, das außergewöhnlich ist. Wenn man mit seinen technischen Fähigkeiten auch noch so gegen den Ball arbeitet, dann ergibt das ein gutes Gesamtpaket.“

Aus diesem Gesamtpaket sticht vor allem – und das war auch schon vor Roses Arbeitsbeginn so - seine Schusstechnik hervor. Der Treffer zum 2:0 war ein Beleg dieses besonderen Talents. „Es gibt viele Spieler in der Mannschaft, die vor den Spielen immer zu mir kommen und sagen: 'Bitte, schieß! Bitte, schieß!'“, berichtete der Ungar. „Jetzt kann ich sagen: 'Ich hab‘ geschossen!'“