RB LeipzigEffizient in der Raute: Blitz-Doppelpacker Dani Olmo glänzt bei RB Leipzig auf seiner Lieblingsposition

Von Ullrich Kroemer 13.06.2020, 09:10
Zung und Brust raus: Dani Olmo mit seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga.
Zung und Brust raus: Dani Olmo mit seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga. imago/Poolfoto

Nur Frankfurts Filip Kostic war in dieser Saison schneller. Gerade 138 Sekunden brauchte Dani Olmo für seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga. Während seine Kollegen beim 2:0 gegen Hoffenheim vor allem in der Schlussphase reihenweise bester Gelegenheiten liegenließen, nutzte der Spanier Leipzigs erste beiden Chancen zum frühen Doppelschlag (9./11.), von dem sich Hoffenheim nicht mehr erholte.

„Vor dem Spiel haben wir gesagt, dass es wichtig ist, dass er mal seine zentrale Zehnerposition spielt, auf der er ausgebildet ist”, erklärte Trainer Julian Nagelsmann. „Das ist seine Lieblingsposition, um torgefährlicher zu werden als in den vergangenen Wochen, als er viele Defensivaufgaben hatte, aber nicht so viel vor dem Tor war.”

Um variabel auf Hoffenheims Strategien reagieren zu können, hatte sich der RB-Chefcoach zum ersten Mal in dieser Saison für eine Raute im Mittelfeld entschieden – der Plan ging auf. Beim 1:0 nach Vorlage von Nordi Mukiele verlud Olmo Florian Grillitsch & Co. mit einem Dribbling im Strafraum und schloss mit der Pike ab ins rechte untere Eck ab. Beim 2:0 kurz darauf verwertete er eine Kopfballabgabe von Marcel Sabitzer mit der Innenseite trocken zum 2:0.

Nagelsmann über Olmo: „Er hat das Freche, aber auch Demut”

Nagelsmann freute sich für den Neuzugang, der RB bis zu 50 Millionen Euro kosten könnte. „Heute war er mehrfach gut in der Box, hatte in der zweiten Halbzeit sogar das 3:0 auf dem Fuß. Mit ihm war ich sehr zufrieden”, lobte der Coach. Nach feiner Ablage von Timo Werner in den Rücken der Abwehr war Olmo frei zum Schuss gekommen, verzog aber am rechten Pfosten vorbei (65.). Gemeinsam mit Werner war Olmo mit drei Schüssen der torgefährlichste Leipziger in dieser Partie. Zwar lag seine Passquote lediglich bei etwa 50 Prozent – schwächster Wert aller Leipziger. Doch das liegt erstens an seiner Position und zweitens hat der 22-Jährige noch keinesfalls ausgelernt.

„Er ist ein top Typ, der lernen will, die nötige Bescheidenheit hat, aber auch den Ehrgeiz und das Selbstvertrauen”, betonte Nagelsmann. „Er macht auch mal den Mund auf und sagt, dass er spielen will. Er hat das nötige Freche, aber auch die Demut, sich zu entwickeln.” Olmo sei „ein Spieler für die Zukunft, der noch viele gute Spiele für uns machen wird”.

Forsberg versauert auf der Bank

Doch in dieser Saisonschlussphase hat Olmo nicht nur die Zukunft vor sich, sondern prägt auch die Gegenwart. Gegen Hoffenheim war er erste Wahl unter den verfügbaren Offensivspielern. Christopher Nkunku, der diese Position bislang innehatte, wurde nur eingewechselt. Emil Forsberg hat in den sechs Geisterspielen seit dem Restart der Bundesliga sechs Minuten gespielt und versauerte gegen Hoffenheim ohne Einsatz auf der Bank. (RBlive/ukr)